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Auf Geschichtssafari durchs Elbsandsteingebirge

24.01.201417:29 UhrKunst & Kultur
Bild: Auf Geschichtssafari durchs Elbsandsteingebirge
Die Festung Königstein im Elbsandsteingebirge, Foto: Frank Exß/Tourismusverband Sächsische Schweiz e
Die Festung Königstein im Elbsandsteingebirge, Foto: Frank Exß/Tourismusverband Sächsische Schweiz e

(openPR) Heute wie damals liegt das Elbsandsteingebirge da, wo sich Sachsen und Böhmen begegnen. In idyllischer Landschaft und entlang wichtiger Handelswege wurde hier einst europäische Geschichte geschrieben. In den Schlössern und Burgen der Region kommt man dieser ganz nah.



Pirna/Dresden, 24. Januar 2014 (tvssw) – Das Elbsandsteingebirge mit seinen beiden Teilen Sächsische Schweiz und Böhmische Schweiz und den beiden gleichnamigen Nationalparks ist ein Naturwunder. Seit Jahrhunderten zieht die eigenwillige Erosionslandschaft mit ihrer bizarren Felsenwelt Künstler und Wanderer in den Bann. Weniger bekannt ist der geschichtliche Reichtum der Region auf der Schnittstelle zweier Nationen. Wer sich auf eine Erkundungstour durch die Schlösser und Burgen einlässt, dem offenbart er sich.

Sachsen und Böhmen sind uralte Siedlungsräume und waren einst bedeutende Keimzellen für die mitteleuropäische Kultur. Das Elbsandsteingebirge war immer mittendrin. Germanische, slawische und weitere Ethnien kamen hier zusammen. Man lernte von- und handelte miteinander, führte Kriege und schloss Frieden. Im Mittelalter befand sich hier die Grenze zwischen der Markgrafschaft Meißen – ein Vorläufer Sachsens – und dem Königreich Böhmen. Außerdem verliefen bedeutende transnationale Handelswege durch die Region. Entlang deren Routen erblühten Städte und entstanden Burgen.

Von den mittelalterlichen Burganlagen sind oft nur noch archäologische Reste vorhanden. Einige wurden im 15. Jahrhundert während einer Kampagne sächsischer Landesherren gegen das Raubritterwesen zerstört. Andere machten Platz für Neues.

So zum Beispiel auf dem Gipfel des berühmten Tafelberges Königstein: Auf die Burg folgte ein Kloster, auf das Kloster eines der bedeutendsten Festungsbauwerke Europas. Die uneinnehmbare Festung 247 Meter über der Elbe war über Jahrhunderte Zuflucht des sächsischen Hofes in Kriegszeiten, Ort für opulente Feste, Staatsgefängnis, später Kriegsgefangenenlager, Lazarett, Jugendwerkhof. Zar Peter I. und Napoleon Bonaparte kamen als Gäste. Johann Friedrich Böttger – Miterfinder des europäischen Porzellans –, der russische Revolutionär Michail Bakunin und der Sozialdemokrat August Bebel als Gefangene. Die Geschichte des Steins des Königs ist in sehenswerten Ausstellungen und durch ein mehrere Epochen überspannendes architektonisches Ensemble eindrucksvoll dokumentiert.

Kleiner aber nicht weniger interessant ist die Burg Stolpen. Berühmt ist die Anlage auf vulkanischem Basalt wegen des mit ihr verbundenen Schicksals der Gräfin Cosel. Die Mätresse Augusts des Starken verbrachte, nachdem sie bei dem notorischen sächsischen Regenten in Ungnade gefallen war, 49 Lebensjahre unfreiwillig hier. Die Ausstellung über ihre Inhaftierung erzählt davon. Stolpen hat noch mehr zu bieten: Zeitweise war die etwa 800 Jahre alte und mehrfach umgebaute Burg auch Sitz Meißner Bischöfe. Und bis heute beeindruckt der tiefste in Basalt getriebene Brunnen der Welt. 22 Jahre arbeiteten Freiberger Bergleute an den 84,39 Metern Tiefe.

Im Vergleich zu den beiden wehrhaften Trutzburgen Königstein und Stolpen wirkt das Schloss Weesenstein geradezu filigran. Zwar beginnt auch seine Geschichte vor acht Jahrhunderten als mittelalterliche Wehranlage. An die martialische Vergangenheit erinnert jedoch nur noch wenig. Das Märchenschloss, das sich auf einem Felssporn über dem Müglitztal erhebt, ist entscheidend vom Geist der Renaissance und des Barocks geprägt. 350 Jahre lang war Weesenstein der repräsentative Wohnsitz der Familie von Bünau, einst mächtigstes Adelshaus in Sachsen. Es folgten die von Uckermanns und das sächsische Königshaus als Besitzer. Vornehme Wohn- und Festräume mit Originalmobiliar und wertvollen Tapeten zeugen vom Wohlstand einstiger Bewohner und vermitteln einen Eindruck für den Geist der Zeit.

Auch Burg Hohnstein, Schloss Kuckuckstein, Landschloss Pirna-Zuschendorf, Jagdschloss Graupa und die zauberhaften Barockanlagen in Großsedlitz und Rammenau erzählen aus der aristokratischen Vergangenheit der Region. Auf böhmischer Seite wird das Bild durch das nationale Kulturdenkmal Schloss Benešov nad Ploucnicí (Bensen), das Wasserschloss Jílové (Eulau), die Burgruine Tolštejn (Tollenstein) sowie das nach fast zwei Jahrzehnten der Restaurierung zu alter Pracht zurückkehrende Schloss Decín (Tetschen) vervollständigt.

Mehr als ein Dutzend kunst-, kultur- und zeitgeschichtlich bedeutsamer Burgen und Schlösser kommen so in Reichweite für einen Tagesausflug zusammen. Und da ist die nahegelegene Kulturmetropole und einstige Residenzstadt Dresden noch nicht mitgerechnet.

Einen Überblick über die genannten und alle weiteren Sehenswürdigkeiten des Elbsandsteingebirges geben die Seiten des Tourismusverbandes Sächsischen Schweiz (www.saechsische-schweiz.de) und der Gemeinnützigen Gesellschaft Böhmische Schweiz (www.ceskesvycarsko.cz). ?

Bildmaterial zur Meldung:
http://www.press-area.com/saechsisch-boehmische-schweiz/bildarchiv/orte-kultur-sehenswuerdigkeiten.html

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