(openPR) 70 Prozent aller Menschen mit geistiger Behinderung waren noch nie im Internet, stellte das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie fest. Das ist fatal, da das Internet immer mehr zum Status Quo gehört und die eigene Lebensqualität mit prägt. Die Berliner ASAR GmbH hat Nutzungskonzepte für Menschen mit geistiger Behinderung entwickelt und stellt mit oneDesk einen Linux-basierten Desktop vor, der an die Ansprüche der Zielgruppe angepasst ist.
Das Internet ist inzwischen deutlich mehr als nur ein Spielplatz für gelangweilte Surfer. Es ist ein Tor zur wirklichen Welt. Die Anwender können online Waren und Dienstleistungen einkaufen, Informationen abrufen, einen Rat einholen, Unterhaltung suchen oder Amtsgänge erledigen. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen den tatsächlichen Gang in das Geschäft oder in die Amtsstube unterlassen und stattdessen online bequem von zu Haus alle Vorgänge abwickeln. Das Problem: Nach einer Studie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie waren 7 von 10 Menschen mit geistiger Behinderung noch nie in ihrem Leben im Internet. Gabriele Ehm von der Berliner ASAR GmbH: "Dabei wäre es gerade für diese Menschen ein enormer Vorteil, sich frei im Internet zu bewegen."
Wer ist die ASAR GmbH?
Bei der ASAR GmbH handelt es sich um ein Berliner Dienstleistungsunternehmen. Erfahrene Berater aus verschiedenen Fachrichtungen beschäftigen sich hier damit, OpenSource Software (OSS) zu verwenden, um sie in verschiedene, bereits vorhandene IT-Landschaften einzubauen oder um sie für neu implementierte Lösungen zu verwenden. Das klingt kompliziert, ist es aber gar nicht. Die ASAR GmbH konzentriert sich auf Linux-basierte Systeme für verschiedene Zielgruppen. Bei diesen Systemen handelt es sich um benutzerorientierte Desktops (Arbeitsplätze).
oneDesk: Der ganz einfach zu bedienende Computer-Desktop
Jeder Mensch weiß, wie schwierig es im Grunde genommen ist, einen Computer zu bedienen. Es gibt viel zu viele Befehle und Kommandos, die zu unterscheiden sind. Nicht alles am PC ist logisch aufgebaut und immer wieder sorgen Konfliktsituationen dafür, dass gar nichts mehr vorangeht. Menschen mit geistiger Behinderung sind demnach mit dem normalen Computer-Desktop oftmals überfordert.
Der oneDesk ist ein ganz spezieller Desktop für den Computer, der so eingerichtet ist, dass er sich auch von Menschen mit geistiger Behinderung sehr gut bedienen lässt. Gabriele Ehm: "Der intuitiv zu bedienende Desktop orientiert sich an den besonderen Bedürfnissen und Möglichkeiten behinderter Menschen. oneDesk folgt dabei dem Gedanken, auch dieser Zielgruppe den Zugang zu modernen Informations- und Kommunikationstechnologien zu ermöglichen."
Der oneDesk Desktop zeichnet sich durch seine besonders einfach und übersichtlich gestaltete Bedieneroberfläche aus. Aus der Oberfläche heraus lassen sich viele beiliegende Linux-Programme aus den folgenden Bereichen aufrufen:
- Organisation: Komplette Office-Suite, Kalender, Adressbuch
- Internet: Browser, Mail-Client, Chat
- Freizeit: Bildbearbeitung, Malprogramm, Multimedia-Anwendungen
- Spiele: Spiel- und Lernprogramme
- Allgemeines: Drucker- und Lautstärkeeinstellung, Neustarten und Ausschalten des PCs
Viele Hilfsprogramme richten sich an Menschen mit einer geistigen Behinderung. Dazu gehören zum Beispiel eine Sprachausgabe, eine Lupe und ein automatischer Mausklick. Im Web-Browser steht eine Vorlese-Funktion bereit. Hier lassen sich auch vorbelegte Lesezeichen nutzen. Plakative Systemsymbole und eine große Systemschrift erleichtern die Orientierung zusätzlich. Das Linux-Betriebssystem sorgt für Sicherheit und Stabilität.
Praxisversuch in der Mosaik-Werkstatt in Berlin-Spandau
Der oneDesk wurde von der Firma ASAR zusammen mit Susan Päthke entwickelt, die dieses Projekt für ihre Diplomarbeit betreut hat und inzwischen als Sozialpädagogin tätig ist.
Natürlich muss sich eine solche Software auch in der Praxis bewähren. Aus diesem Grunde wurde die Software in der Mosaik-Werkstatt für behinderte Menschen in Berlin-Spandau vorgestellt. Hier hat die ASAR GmbH den oneDesk zusammen mit der Zielgruppe im Alltag getestet. Neben geführten Testphasen kam es immer wieder zu Explorationsphasen, in denen die Teilnehmer selbstständig und ganz nach Lust und Laune mit dem oneDesk gearbeitet haben. Dabei kam es zu den folgenden Ergebnissen:
- Der Desktop wird als übersichtlich beschrieben
- Ein einfaches Wiederfinden der Programme ist möglich
- Die Symbole auf dem oneDesk erleichtern das Wiederfinden
- Gut ist die durchdachte Neubezeichnung von Programmen - z.B. "Schreiben"
- Die Office-Suite ist ähnlich zu bedienen wie andere Office-Programme. Wer sich bereits ein wenig auskennt, kann sein Wissen gleich anwenden
Die Diplomarbeit mit weiteren Ausführungen zum Konzept der Teilhabe von Susan Päthke widmete sich den "Möglichkeiten und Entwicklungschancen für Menschen mit geistiger Behinderung durch die Nutzung von Computer und Internet". Sie kann hier als PDF angefordert werden:
oneDesk als Komplettlösung im Angebot
oneDesk wird nach dem Alltagstest als Komplettlösung an Werkstätten und Freizeitbereiche für behinderte Menschen angeboten - etwa für die Ausbildung, für die Ausstattung eines Internet-Cafés oder für Werkstattprojekte aller Art. Die ASAR GmbH hilft bei Anfragen weiter und koordiniert gerne eine Produktvorstellung sowie begleitende Schulungsmaßnahmen. (4900 Zeichen, zum kostenlosen Abdruck freigegeben)
Homepage: www.onedesk.de
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