(openPR) Sein 125jähriges Bestehen feiert das Musikinstrumenten-Museum Berlin mit einer Sonderausstellung vom 6. Dezember 2013 bis 27. April 2014. Die Ausstellung widmet sich der Erfindung der Ventile
bei Blechblasinstrumenten vor 200 Jahren. Bei der Eröffnung am
6. Dezember 2013 um 19 Uhr tritt mit Phil Blech Wien das Blechbläserensemble der Wiener Philharmoniker auf.
Den Startschuss zur Entwicklung des Ventils im Jahr 1813/14 liefert ein Brief des Erfinders Heinrich Stölzel an König Friedrich Wilhelm III. von Preußen aus dem Bestand des Geheimen Staatsarchivs. In ihm schildert der schlesische Militärmusiker, welche neuen, herausragenden Möglichkeiten sich durch Ventile bei Trompeten, Hörnern und Posaunen für Musiker und Komponisten ergeben. Die Erfindung durch Stölzel und annähernd gleichzeitig durch Friedrich Blühmel löste nach 1818 eine regelrechte Revolution aus: Fortan konnten Blechblasinstrumente mit Ventilen auch von Orchestermusikern, Liebhabern und Laienmusikern gespielt werden und waren nicht mehr nur Hofmusikern und Angehörigen des Militärs vorbehalten.
Musiker und Instrumentenbauer in ganz Europa und den USA suchten nach immer neuen Möglichkeiten, die Ventilarten und damit auch den Klang und die Spieltechnik der Instrumente zu perfektionieren. Zahlreiche Militärkapellen verlangten nach immer neueren und einfacher zu spielenden Blechblasinstrumenten. Bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden deshalb das Pumpventil, die Berliner Pumpen, das Kastenventil, das Drehventil, das Doppelrohrschubventil, das Périnetventil und neue Typen von Blechblasinstrumenten, wie etwa das Kornett und die Basstuba, entwickelt. Große Komponisten, darunter Hector Berlioz, Richard Wagner und Giuseppe Verdi, gaben den neuentwickelten Blechblasinstrumenten breiten Raum in ihren Werken und sorgten so für eine große Verbreitung und Vielfalt. Noch heute zählen die Blechblasinstrumente mit Ventilen zu den beliebtesten Musikinstrumenten überhaupt: Sie werden nicht nur solistisch sowie im Symphonie- und Opernorchester gespielt, sondern bilden den Kern der Militär- und der Laienmusikkapellen.
Über 130 kostbare und seltene Ventilblasinstrumente aus zwei Jahrhunderten aus den Sammlungen des Berliner Musikinstrumenten-Museums und von Dirk Arzig, des Musikinstrumenten-Museums Markneukirchen, des National Music Museum in Vermillion (USA) und der University Collection of Musical Instruments in Edinburgh (Großbritannien) sowie von weiteren Leihgebern zeigen erstmalig die rasante Entwicklung und die vielfältige, spannende Geschichte der Ventile bei Blechblasinstrumenten in der Kunstmusik, in der Volksmusik und im Jazz. Ergänzt wird der historische Bereich der Ausstellung durch eine Werkstatt, die Einblicke in die Herstellung moderner Blechblasinstrumente ermöglicht.
Highlights der Ausstellung Valve.Brass.Music sind ein frühes Waldhorn mit Ventilen nach dem System von Blühmel, eine Basstrompete mit Kastenventilen, die älteste erhaltene Basstuba von Wieprecht und Moritz, zwei Kornette mit Ventilen nach Stölzel, zwei Trompeten mit frühen Doppelrohr-Schubventilen, eine Doppeltrompete von Adolphe Sax sowie mehrere seltene Echo-Trompeten, ein Double Bell Euphonium, eine Ophikleïde, ein Sousaphon und ein Kaiserbass.
Zur Ausstellung erscheinen ein zweisprachiger Audioguide (deutsch/englisch) sowie ein opulentes Katalogbuch.













