(openPR) Oppenheim / Rhein (mxp) - Zwei entscheidende Vorgänge prägen die Entwicklung unseres Wetters an den kommenden Tagen und machen es wieder interessanter als in der jetzt ausklingenden Woche. Darauf verweisen die Meteorologen des privaten Wetterdienstes meteoXpress Ltd.
Da ist zum einen das neue eisige Winterpärchen im Osten, Tief Marieke über der Ukraine und Hoch Ernstwolfgang über Nordwestrussland. Zwischen den beiden wird arktische Festlandsluft südwestwärts geschleust. Diese erreicht den Osten bereits leicht abgeschwächt, da sich die Kaltfront über Deutschland bei ihrer Südwestverlagerung am morgigen Samstag über der Mitte nach und nach auflöst und nur im Nordosten noch nennenswerten Schneefall mitbringt. Sonst fallen nur ein paar Flocken im Norden und über den Mittelgebirgen. Die Kaltluft hat vor allem im Bergland und in Odernähe spürbare Abkühlung zur Folge.
Zum anderen kommt westlich von uns Bewegung in die bisher festgefahrene Druckverteilung über dem Ostatlantik. Hoch Drago, mittlerweile schon Dauergast über den Britischen Inseln, setzt sich ab Sonntag südwestwärts in Bewegung und bekommt eine Partnerin. Tief Nicole - am Sonntag noch über Island - nimmt Kurs Richtung Ost, weitet sich dabei allerdings nach Süden Richtung Nordsee aus. Dieses Pärchen versucht in der ersten Hälfte der neuen Woche mit lauen Lüften den Winter bei uns zu vertreiben.
Das führt zu über Deutschland am Montag sich drastisch verschärfenden Temperaturgegensätzen zwischen dem Westen und dem Osten, sodass sich kräftige Niederschläge bilden. Die dabei von Norden hereinziehende Warmfront kommt nur langsam ostwärts voran.
Doch wie schon bei den vorangegangenen Eroberungsfeldzügen milder Luftmassen vom Atlantik über dem mitteleuropäischen Kontinent fällt der Erfolg auch diesmal bescheiden aus, denn er ist nur von kurzer Dauer und im Wesentlichen auf die Westhälfte unseres Landes beschränkt.
Heute steht wieder ein Nebeneinander von größeren Gebieten mit anhaltendem Nebel oder Hochnebel und Dauerfrost und meist kleineren Regionen mit Sonnenschein und Werten um oder wenige Grad über Null auf dem Programm. Lagen oberhalb von 700 bis 900 Metern sind hingegen heute nochmals eine sichere Bank für Sonnenschein und milde Werte um den Gefrierpunkt - wenn auch der Höhepunkt der Wärmewelle im Bergland seit Mittwoch überschritten ist und dessen Ende naht.
Der Samstag präsentiert sich in der Südwesthälfte ähnlich bei im Bergland weiter sinkenden Werten. In der Sonne kann die 0-Grad-Marke fallen, sonst bleiben die Werte meist im Dauerfrostbereich.
In der Nordosthälfte macht sich die Bewölkung von Mariekes Kaltfront mit etwas Schneefall und beginnendem Temperaturrückgang bemerkbar. Später sind an der Ostsee und im äußersten Nordosten und Osten Aufheiterungen zu erwarten. Dabei stellt sich mäßiger, nachts im äußersten Osten und Nordosten strenger Frost von minus 10 bis minus 16 Grad ein, denn die Aufklarungszone arbeitet sich weiter nach Südwesten zur Mitte unseres Landes vor. Die Arktikluft verliert dabei weiter an Kraft und die Front löst sich in Wohlgefallen auf, sodass in den Westen nur noch deren klägliche Reste einsickern.
Der Sonntag bietet dann nicht nur im Nordosten, sondern auch in der Mitte mehr Chancen auf Sonne - allerdings ohne Höhenflüge der Temperaturen. Diese verweilen oft etwas unter dem oder beim Gefrierpunkt. Im Südwesten und Süden ändert sich weniger. Die Chancen auf Sonne steigen aber auch hier etwas an. Während an der Oder kaum mehr als minus 5 Grad erwartet werden dürfen, sind am Rhein bei Sonnenschein Werte um den Gefrierpunkt - örtlich auch leicht darüber - möglich.
Bereits in den Mittagsstunden künden jedoch von der Nordsee südwärts ins Landesinnere ziehende und rasch dichter werdende Wolken von dem bevorstehenden Wetterwechsel und in den Nachmittagsstunden setzen an der Nordseeküste Regenfälle oder Schneeregen ein, die sich abends und nachts rasch südwärts ins Landesinnere vorarbeiten und dabei dort zunächst als Schnee fallen.
Die neue Woche beginnt am Montagmorgen in großen Teilen mit einem Paukenschlag für die Autofahrer. Teils kräftige Schneefälle und Eisregen können die Fahrt zur Arbeit - besonders auf den nicht gestreuten Nebenstrecken - zu einer abenteuerlichen Rutschpartie werden lassen. Grau und nass nimmt der Tag seinen Fortgang, im Osten als Schnee, im Westen zunehmend als Regen, der später nachlässt. Während die Werte im Nordwesten bis zum Abend plus 5 Grad überschreiten und in der Mitte mit Mühe langsam in den leicht positiven Bereich gelangen, bleibt es an der Oder bei leichtem bis mäßigen Dauerfrost.
Da am Dienstag die Warmluftzufuhr anhält, setzen die Temperaturen ihre Aufwärtsbewegung am Dienstag fort und bis zum Abend wird auch an der Oder der Gefrierpunkt überschritten. In weiten Landesteilen pendeln sich die Höchstwerte um 5 Grad ein, an den Stationen der Nordsee und am Niederrhein können auch 7 bis 8 Grad zu Buche stehen. Dabei ziehen viele Wolken übers Land und die höchsten Werte werden abends und nachts erreicht.
Zum Abend im Nordwesten aufkommende und sich nachts südostwärts bewegende Regenfälle künden mit böig auffrischenden Nordwestwinden den Anfang vom Ende der Unternehmung "Winter ade" an, denn am Mittwoch beginnt von Nordwesten bei einer wechselhaften Witterung mit Schauern der Temperaturrückgang und bis zum Freitag kehrt unter ausklingenden Schneeschauern in weiten Landesteilen voraussichtlich wieder Dauerfrost ein.
Bis dahin vergeht aber noch viel Zeit. Änderungen, vor allem aber zeitliche Verschiebungen nach vorne oder hinten, sind beim Wetterfahrplan durchaus noch möglich.
Bis zum nächsten Mal,
Udo Baum, Meteorologe bei meteoXpress
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Herr Florian Hirschmann
meteoXpress Ltd.
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