(openPR) Der Informationsdienst VC-facts.de archiviert seit mehreren Jahren Daten zu Transaktionen der Private Equity- und Venture Capital-Branche im deutschsprachigen Raum sowie dem europäischen Ausland.
Am 23. Januar 2006 erschienen zwei umfassende Nachschlagewerke (‚Private Equity-Yearbook 2005’ und ‚Venture Capital-Yearbook 2005), in denen ausführlich die Transaktionen der deutschen Beteiligungsbranche dargestellt werden.
Das 678 Seiten umfassende ‚Private Equity-Yearbook 2005’ beinhaltet ausführliche Informationen zu 276 Transaktionen. Neben diesen Deal-Daten werden Profile von Private Equity-Gesellschaften, Beratungsunternehmen sowie Kanzleien/ Sozietäten aufgeführt, die in der Beteiligungs-Branche tätig sind.
In erster Linie soll das Private Equity-Yearbook 2005 neben dem Aufzeigen der einzelnen Transaktionen vor allem ein Nachschlagewerk für alle Interessierten und Verantwortlichen der Private Equity-Branche darstellen und beispielsweise folgende Fragestellungen beantworten:
Ø Welche Beteiligungsgesellschaft investierte in welche Unternehmen?
Ø Welche Portfolio-Unternehmen wurden veräussert?
Ø Welche Kanzlei war bei welcher Transaktion beratend tätig?
All diese und weitere Fragen können in wenigen Minuten anhand des Yearbooks beantwortet werden.
Gesamtüberblick der Private Equity-Entwicklung im Jahr 2005:
Es hat sich im vergangenen Jahr einiges getan in der Private Equity-Szene. Und nach dem Einschätzen vieler Marktteil-nehmer wird sich dieser Boom auf dem Private Equity-Markt auch in diesem Jahr fortsetzen.
Deutschland bleibt ein attraktives Investitionsziel. Während es für Investoren immer schwieriger wird, attraktive Unternehmen für ihr Geld in den Vereinigten Staaten oder Großbritannien zu finden, gibt es in Deutschland nach wie vor viele interessante Firmen mit guten Entwicklungschancen. Etliche deutsche Unternehmen haben in den letzten Jahren ihre Hausaufgaben gemacht und die Effizienz gesteigert sowie die Marktposition verbessert. Diese Fortschritte werden gerade von ausländischen Investoren immer mehr entdeckt.
Für das erst vor einigen Jahren so richtig entfachte Interesse amerikanischer und britischer Finanzinvestoren an Übernahmen in Deutschland gibt es eine Vielzahl von Gründen:
Zunächst fehlte hierzulande lange ein Rechnungslegungssystem, das auf dem Grundsatz einer an Marktwerten orientierten Bilanzierung basierte. Erst seit der zunehmenden Verbreitung von US-GAAP und IFRS/IAS, die zu einer transparenteren Darstellung der tatsächlichen Vermögens- und Ertragslage führen, fällt es Käufern leichter, mögliche Akquisitionskandida-ten auch in Deutschland angemessen zu bewerten. Einen noch prohibitiveren Effekt auf die Übernahmeaktivität hatte jedoch die Verflechtung deutscher Unternehmen in Form von Überkreuzbeteiligungen und gegenseitigen Aufsichtsratsmandaten, die für externe Interessenten ein schwer zu überwindendes Hindernis darstellten. So richtig in Gang kam die Auflösung der sogenannten Deutschland AG erst mit der Einführung einer weitgehenden Steuerfreiheit für Beteiligungsverkäufe zum 1. Januar 2002.
Auch die Meldungen über erfolgreich abgeschlossene Fundsraisings in den vergangenen Monaten lassen eher auf ein weiteres Ansteigen der Private Equity-Transaktionen in diesem Jahr schliessen.
Tabelle 1: Die größten Private Equity-Transaktionen 2005
1.) Viterra AG - Terra Firma - 7,0 Mrd. €
2.) ProSiebenSat.1** - P7S1 Holding L.P, German Media Partners L.P. - 3,9 Mrd. €
3.) Kabel Deutschland GmbH - Apax Partners, Goldman Sachs, Providence Equity Partners- 2,9 Mrd. €
4.) Dresdner Bank Immobilienportfolio - Fortress Investment Group -> 2,0 Mrd. €
5.) MTU Friedrichshafen - EQT Partners - 1,7 Mrd. €
6.) Ruhrgas Industries GmbH - CVC Capital Partners - 1,5 Mrd. €
7.) NILEG Immobilien Holding - Fortress Investment Group - 1,5 Mrd. €
8.) Sirona Dental Systems - EQT Partners, Madison Dearborn Partners LLC - 1,2 Mrd. €
9.) Flender Holding GmbH - CVC Capital Partners - 1,2 Mrd. €
10.) Moeller GmbH - Advent International - 1,1 Mrd. €
** endgültige kartellamtliche Entscheidung der Genehmigung dieser Transaktion steht noch aus!
Ausblick:
Der Private Equity-Markt wird in Deutschland nach Einschätzung der meisten Beobachter weiterhin sehr lebhaft bleiben, zumal der lange verstopfte Exit-Kanal Börse seine Schwäche überwunden hat. Auch die wieder stärker wachstumsorientier-ten Strategien der Industrie- und Dienstleistungsunternehmen machen es wahrscheinlich, dass Private Equity-Fonds in den nächsten Jahren durch Verkäufe an strategische Investoren (Trade Sales) attraktive Renditen erzielen können. Zudem dringt die Private Equity-Branche immer stärker in den deutschen Mittelstand vor, der in Beteiligungskapital eine Alternative zum Bankkredit oder einen sinnvollen Zwischenschritt bei der Nachfolgeregelung erkennt.
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