(openPR) Mit all den Begriffen wie „Landstrom“, „Shore Power“, „Cold Ironing“ beschreibt die maritime Industrie ein- und dieselbe Praktik: Die Anbindung von Schiffen an das landseitig existierende Stromnetz, um den Schiffen das Abschalten Ihrer Generatoren während der Hafenaufenthalte zu ermöglichen. Diese Prozedur ist seit langen gängige Praxis bei Marineschiffen und setzt sich nun auch mehr und mehr bei der Handelsschifffahrt durch, zumeist aus umwelttechnischen Gründen.
Historisch betrachtet ist “Cold Ironing” ein Begriff der US Marine, der auf die Tatsache zurückgeht, das nach dem Anhalten der Generatoren das gesamte „Eisen“ des Motorraumes kalt wird.
Das Thema Landstrom hat in jüngster Zeit wieder eine Menge Aufmerksamkeit auf zwei Ebenen bei den Diskussionen um Emissionsreduzierungen erregt:
1) lokale Diesel Motor Emissionen werden zunehmend als Problem für die öffentliche Gesundheit der Bevölkerung in Hafenstädten gesehen
2) CO² Emissionen der globalen Schifffahrt sind als ein Punkt bei den Bemühungen um eine Reduzierung der Gefahren des Klimawandels ausgemacht worden.
Idealerweise könnte Landstrom eine voll optimierte Verlängerung des landseitigen Stromnetzes zu Schiffen an deren Liegeplätzen werden. Wegen der Möglichkeit Schiffe an Stromquellen anzuschließen, die weniger Emissionen und weniger Kosten produzieren, wäre dies zugleich ökonomisch, wie auch ökologisch sinnvoll.
Bedauerlicherweise sieht die Realität momentan anders aus, und man muss nicht lange suchen um Schiffseigner oder Terminalbetreiber zu finden, die einem erzählen, dass das Thema Landstromanbindung nur wieder ein weiterer origineller Trick von den kalifornischen Grünen, oder schlimmer noch, den Bürokraten der Europäischen Kommission ist, um ihren Profit zu schmälern.
Obwohl provokant, sollten die Befürworter von Landstromanbindungen diese Aussagen nicht einfach abtun, da sie die Wahrheit reflektieren: in den allermeisten Fällen ist es für die Schiffseigner nicht profitabel Landstrom zu benutzen. Von den heute operierenden über 60.000 Handelsschiffen nutzen nur einige Hundert zögerlich den angebotenen Landstrom im normalen Betrieb, was belegt, dass es offenbar noch zu unprofitabel ist...
Tatsächlich hat die Klassifikationsgesellschaft DNV in einer der letzten Veröffentlichungen zum Thema “Pathway to low emission shipping” Landstromanbindungen als eine der uneffizientesten Möglichkeiten zur CO² Emissionsreduzierung eingestuft, noch hinter ca. 20 anderen Technologien!
Im Hinblick auf Innovationen, unter all den verschiedenen Komponenten der Landstromversorgung, entsteht Raum für neue Ideen, die das Gesamtkonzept Landstromanbindung effektiv günstiger macht. Da an den starkl variablen Energiekosten kaum Veränderungen möglich sind, fällt besonders die Komponente auf, die man in der Industrie als „Cable Management System“ bezeichnet. Hier also die Einheit, die die physische, oder besser elektrische Verbindung, zwischen dem Schiff und dem Terminal herstellt. Hier kann angesetzt werden.
Erste frühe Landstromanwendungen benutzten bereits existierende, manuelle Stecker und Kabelkräne oder Hängevorrichtungen, die, kombiniert mit mehr oder minder komplexen Stützen, die Steckverbindungen in Reichweite der Schiffs Besatzung brachten. Dies war dort ausreichend, wo Kosten- und Betriebsfreundlichkeit keine Schlüsselfaktoren waren.
Die „Cable Management“ Industrie mußte sich neu erfinden, um effizientere, kostenoptimierte Lösungen anzubieten, die vor allem auch wesentlich einfacher und sicherer zu bedienen sind.
Dies hat etliche innovative Lösungen hervorgebracht, die im Wesentlichen in zwei Strategien geteilt werden können:
- Die erste basiert weiterhin auf den existierenden, manuellen Steckerlösungen und entwickelt Technologien drumherum, um es akzeptabler zu machen, durch weitestgehende Reduktion der bordseitig benötigten Hardware und des direkten Handlings von Starkstromkabeln und Steckern
- Die zweite Strategie sucht nach vollautomatisierten Lösungen deren größte Vorteile das komplette Ausschalten von Handhabungsrisiken und –kosten sind.
Ein Beispiel für den ersten Ansatz sieht man bei den bereits realisierten US amerikanischen Lösungen für Kreuzfahrtschiffe in Los Angeles und dem Lösungen für Containerschiffe in Oakland.
Den zweiten, automatischen Ansatz findet man in gar nicht so weiter Ferne; die Französiche Firme NG³ hat ihre zukunftsweisende "PLUG" Lösung auf den Fährschiffen COLOR MAGIC und COLOR FANTASY und im Hafen von Oslo realisieren können. Hierbei werden alle manuellen Arbeitsschritte vermieden. Dieses System basiert auf einem automatischen, selbstverriegelnden und selbst kontaktierenden Steckerprinzip. Neben der Sicherheit für die Crew sind die Hauptvorteile die Geschwindigkeit beim Zustandekommen des Landstromanschlusses, typischerweise unter 3 Minuten, und die geringen Platzanforderungen am Anleger, sowie teils erhebliche Einsparungen beim Stahl- und Hafenbau gegenüber allen anderen Lösungen.
Diese System wird auf beiden Schiffen erfolgreich seit September 2011, bzw. Juni 2012 eingesetzt…
In diesen beiden Fällen konnten Kapitaleinsatz und Betriebsausgaben, im Vergleich zu den konventionellen Methoden, drastisch reduziert werden.
Aber nur die Zukunft kann zeigen, ob dies genügt, Landstromanschluss von Schiffen zu einem großflächigen ‚Emissionseinsparer’ und zu einer ‚Gelddruckstrategie’ zu machen!












