(openPR) Je reichlicher die Informationen über die internationale Späh-Affäre fließen, desto mehr müssen wir uns Gedanken machen, ob nicht die bisherigen Anwendungsgebiete 'Green in IT' und 'Green through IT' durch ein drittes Aufgabengebiet zu ergänzen wären: durch eine Strategie des 'Green by IT'. Dass also die Daten eines Unternehmens oder einer Institution - sicher vor Zugriffen aus dem digitalen Raum geschützt - in einem 'grünen Bereich' lagern sollten.
Ein mögliches Sorgenkind bei solchen Fragen ist sicherlich das sogenannte 'Cloud-Computing', das es Anwendern erlaubt, bedarfsweise auf standardisierte Anwendungen zuzugreifen, statt selbst die erforderlichen Programme vorzuhalten. Das spart natürlich massiv Kosten. Das Cloud Computing ist längst einer der großen Wachstumsmärkte in der IT-Branche.
Bei Laien führt der Begriff der 'Wolke' oder 'Cloud' oft zu großen Missverständnissen. Gemeint ist nämlich nicht, dass die Vorgänge dann in einer großen Wolke wie in einem quasi-neutralen Raum ablaufen, an einem Ort, der erdenthoben über dem Geschehen schwebt. Gemeint ist mit dem Begriff einer 'Wolke' vielmehr, dass konkrete Vorgänge und Arbeitsschritte für den Anwender wie hinter einer 'Wolke' verborgen bleiben. Er soll sich um nichts mehr kümmern müssen. Trotzdem werden seine Abrufe oder Daten natürlich immer noch protokolliert und erfasst. Sie laufen bloß nicht in einem eigenen Rechenzentrum auf, sondern lagern auf einer Festplatte in Utah oder an einem anderen Ort dieses Planeten.
Für manche Anwendungen - bspw. für große Portale wie 'amazon' - mag das 'Cloud Computing' für deren Geschäftsmodell längst unverzichtbar sein. Problematisch wird es immer dort, wo die Firmendaten, die Kommunikation und die Arbeitsabläufe über fremde Server an einem unbekannten Ort laufen. Denn das Grundproblem, dass alle Anbieter und Administratoren einer 'Cloud' prinzipiell Zugriff auf die Nutzerdaten erhalten, ist bis heute nicht zureichend gelöst. Selbst eine Verschlüsselung ist wenig hilfreich, wenn der Schlüssel gleich daneben liegt. Eine weitere Frage wäre, was überhaupt mit den Daten passiert, wenn ein Anbieter Insolvenz anmeldet. Auch die Auswahl eines 'vertrauenswürdigen Anbieters' bleibt da letztlich immer nur Vertrauenssache.
Strikt mit den Augen eines Ökonomen betrachtet, mag also das 'Cloud Computing' höchst energieeffizient wirken, weil es die Ressourcen eines Unternehmens schont. Zieht man jedoch Fragen der Sicherheit in Betracht, sieht die Sachlage schon anders aus. Mit anderen Worten: 'Green by IT' können Unternehmen und Institutionen nur arbeiten, solange sie keine relevanten Vorgänge in eine 'Cloud' auslagern, weil die immer auf den Festplatten eines Dritten zu orten wären.




