(openPR) BAD WURZACH – Bei einem Rundgang durch die "Lebensräume für Jung und Alt" und das Pflegeheim "Stift zum Heiligen Geist" informierte sich Josef Rief (MdB, CDU) über die Einrichtungen der Altenhilfe der Stiftung Liebenau: Die Lebensräume mit 45 Wohnungen, das Pflegeheim mit 60 Plätzen und die 13 Heimgebundenen Wohnungen im Schloss Bad Wurzach bieten ein vernetztes Unterstützungsangebot für ältere Menschen. Von der umfangreichen sozialen Arbeit vor Ort war Rief positiv überrascht.
"Das Thema Prävention nehme ich mit"
Die Vorstände der Stiftung Liebenau, Dr. Berthold Broll und Dr. Markus Nachbaur, zeigten Josef Rief nicht nur das Areal mit den sozialen Einrichtungen. Auch der Blick in das berühmte Barock-Treppenhaus im Schloss durfte nicht fehlen. Gerhard Schiele, Geschäftsführer der Altenhilfe der Stiftung Liebenau, nahm den Besuch des Politikers zum Anlass, deutlich auf die präventive Wirkung der Lebensräume und die Gemeinwesenarbeit vor Ort hinzuweisen. Es sei erwiesen, dass diese Lebensform vor Pflegebedürftigkeit schütze. Denn so Schiele: "Das größte Problem alter Menschen ist die Einsamkeit." Und die werde hier durch viele gemeinsame Aktivitäten verhindert. Vorstand Dr. Markus Nachbaur unterstrich: "Das hier ist kein Theoriekonstrukt." Praxiserfahrungen für das Konzept der Lebensräume gibt es seit fast 20 Jahren. Solche generationenübergreifenden Wohnanlagen befinden sich an 26 Standorten in Baden-Württemberg, Bayern, Vorarlberg und neuerdings in Rheinland-Pfalz.
Prävention muss mehr Bedeutung bekommen
Schiele bemängelte, dass in der sozialen Gesetzgebung Prävention wenig Raum einnehme. Aus seiner Sicht ließen sich oft mit geringen Mitteln Strukturen schaffen, die eine gute Wirkung erzielten. Einen Grund dafür sieht Rief darin, dass bei präventiven Strukturen oft die Nachprüfbarkeit eines Nutzens fehle. Laut Schiele haben Studien belegt, dass das generationenübergreifende Wohnen einen volkswirtschaftlichen Nutzen hat. Auch sinnvolle niederschwellige Hilfen könnten für finanzielle Entlastung des Systems sorgen, sind aber nicht finanziert. Mit einem Beispiel veranschaulichte er dies. Eine Haushaltskraft kommt zweimal am Tag zu einer alten Person und fordert zum Trinken auf. Dehydrierung und folglich ein teurer Krankenhausaufenthalt könnten so verhindert werden.
Hochkomplizierte Bürokratie
Thematisiert wurde auch die hochkomplizierte Bürokratie in der Pflege verbunden mit vielen Kontrollen und Überprüfungen. In Österreich und vor allem der Schweiz sei die Pflege durch höhere Personal- und Investitionskosten deutlich teurer, aber auch weniger bürokratisch, so Broll. Nachbaur betonte gleichzeitig, dass die Pflegequalität in Deutschland der in diesen Ländern in nichts nachstehe.
In Österreich etwa übernehmen die Krankenschwestern viel mehr Verantwortung und besitzen auch ein höheres Ansehen. Pflegemitarbeiter in Deutschland leiden oft unter dem negativen Image des Berufsbildes. Dies ist auch der Hauptgrund, warum Pflegeberufe wenig attraktiv sind, nicht so sehr die vermeintlich schlechte Bezahlung. Rief versprach, vor allem das Thema Prävention in Berlin einzubringen. Zum Schluss lobte er: "Ich hätte nicht gedacht, dass Sie in Bad Wurzach so gut unterwegs sind."
Weitere Infos zu den Altenhilfegesellschaften der Stiftung Liebenau finden Sie unter www.altenhilfe-liebenau.de















