(openPR) Jüdischer Turn- und Sportverein Bar Kochba Leipzig. Dieser Name stand fast zwei Jahrzehnte für
engagierten Sport Menschen jüdischen Glaubens in Leipzig. Im November 1938 musste der Verein seinen Sportbetrieb einstellen, nachdem er und seine Mitglieder vorher immer mehr drangsaliert wie schikaniert wurden. Was danach folgte, war das schlimmste Kapitel deutscher Geschichte, der Holocaust. Ein Großteil der Mitglieder des Vereins fiel der systematischen Ermordung Menschen jüdischen Glaubens durch das nationalsozialistische Terror- und Gewaltregime zum Opfer.
Was vom Verein danach letztendlich nur für Eingeweihte sichtbar blieb, war die Spielstätte an der Delitzscher Straße in Leipzig/Eutritzsch. Gebaut mit großzügiger Unterstützung einzelner Mitglieder in den zwanziger Jahren des 20.Jahrhunderts, wurde hier gespielt, gefightet, wurden Siege gefeiert und Niederlagen bitterlich verdaut. Bereits in den 40´er Jahren wurde der Spielbetrieb durch neue gegründete Vereine wieder aufgenommen, zuletzt spielte hier bis Mitte 1990 die BSG Aktivist Nord Leipzig. Danach verwilderte das Gelände zusehends, die restliche Erinnerung an die Sportstätte verblasste immer mehr.
Die Initiative 1903 (www.initiative1903.de) und der gemeinnützige Verein Tüpfelhausen - Das
Familienportal e.V. (www.tuepfelhausen.de) wollen die Erinnerung an die Spielstätte und den Verein Bar
Kochbar wachhalten. Hierfür suchen die Vereine derzeit nach letzten Zeitzeugen, Bildern, Pressetexten und weiteren Erinnerungstücken. "Es gab bislang nur eine größere Veröffentlichung zum Verein Bar Kochba", weiß Sebastian Bona, Vorsitzender der Initiative 1903, zu berichten. "Doch sie erreichte nicht viele Adressaten und so verblasst die Erinnerung an den Verein immer mehr", so Bona weiter.
Zum Gedenken an die Opfer der Novemberprogrome des Jahres 1938 und das darauffolgende Verbot der
Sportausübung für Menschen jüdischen Glaubens planen die beiden Vereine ein Großprojekt. "Wir sind
hierfür auf Zeitzeugen und Menschen, die uns mit Informationen weiterhelfen, angewiesen", sagte dazu Christoph David Schumacher vom Verein Tüpfelhausen - Das Familienportal. "Die Erinnerung
wachzuhalten ist uns wichtig. Beiden Vereinen geht es dabei um die Menschen, die sich für Bar Kochba
engagiert haben. Und auch die Spielstätte sollte als zeitgeschichtlicher Ort wieder ins Bewusstsein
rücken. Die jetzige Brachfläche ist dieses Ortes unwürdig", ergänzt der Tüpfelhausen-Vorsitzende. Ebenso werden die gleichen Informationen und Zeitzeugen über die Vereine gesucht, die nachgehend auf dem Platz spielten wie die BSG Aktivist Nord Leipzig.
Die Initiative 1903 ist als Verein für fußballgeschichtliche Tradition bekannt, so errichtet sie derzeit Denkmäler für die Fußballvereine, die 1903 an der ersten Finalrunde zur Deutschen Meisterschaft teilnahmen. So stehen derzeit schon in Hamburg, Leipzig und Karlsruhe Denkmäler zur Erinnerung. "Wir haben uns der Fußballtradition verschrieben und engagieren uns dafür bundesweit", erläutert Bona die Arbeit seines Vereins. Der Verein Tüpfelhausen hat die bisherige Arbeit der Initiative 1903 umfassend
publizistisch begleitet. Er unterstützt als führendes nichtkommerzielles Familienportal für
Mitteldeutschland Familien und Jugendliche in vielen Lebenslagen. Zugleich ist dem Verein mit Sitz in
Leipzig-Leutzsch der Sport und insbesondere der Jugendsport sehr wichtig. "Der Sport unterstützt den kulturellen Austausch wie das Verständnis füreinander enorm", sind sich beide Vereinsvorsitzende einig.
Für Anfragen steht von montags bis freitags eine Ansprechperson im Redaktions- wie
Familienbegegnungszentrum von Tüpfelhausen unter der Rufnummer 0341-26345222 zur Verfügung.
Zudem enthalten die Facebookkanäle der Vereine aktuelle Informationen zum Thema:
Initiative 1903 auf Facebook - https://www.facebook.com/pages/Initiative-1903-gelebte-Fu
%C3%9Fballtradition/255215707888778?fref=ts
Tüpfelhausen - Das Familienportal e.V. auf Facebook - https://www.facebook.com/pages/T
%C3%BCpfelhausen-Das-Familienportal-eV/164572760246227?fref=ts












