(openPR) (Palma de Mallorca) In diesen Tagen kann man sich des Eindrucks nicht entziehen, einige Vertreter der deutschen Boulevard-Presse hätten in ihrer Berichterstattung über Mallorca den Bezug zur Realität verloren. Vielleicht handelt es sich aber auch lediglich um einen neu entdeckten Hang zum Sensationsjournalismus, den das größte, deutsche Blatt seit jeher im Allgemeinen und, bezogen auf die Baleareninsel, im Besonderen gerade in den Sommermonaten vormacht. Das liegt daran, dass rund 70 Prozent der Leserschaft – knallharte Recherchen gewohnt – ihre Frühstückslektüre nicht am heimischen Küchentisch, sondern am wohl bekanntesten Strand der Urlaubsinsel genießt.
Wer zwischen Palma und Arenal seine schönsten Wochen des Jahres genießt, der hungert geradezu nach Meldungen, die ihm die Lust auf den frisch gespressten Orangensaft verhageln und mindestens eine der alkoholischen Freuden des Vorabends unangenehm aufstoßen lassen. „Unser Ballermann wird plattgemacht“ war eine dieser Meldungen. Und viele journalistische Mitbewerber springen offenbar voller Wonne mit in die ausgehobene Bresche hinein: „Ballermann vor dem Aus“, „Wird Mallorca zur Reichen-Insel?“ – Da prallen, gekonnt reißerisch formuliert, zwei Extreme aufeinander.
Luxus und Ballermann – beide Begriffe haben ungefähr soviel miteinander zu tun, wie Strand und Berge. Oder wie Nachtleben und Kultur. Das mag denjenigen, der nicht mehr von Mallorca kennt, als 500 Meter Küstenlinie, entsetzen und, angesichts der Pläne von Palmas stellvertretendem Bürgermeister Álvaro Gijón, zu haarsträubenden Spekulationen veranlassen. Das aber ist ein Fehler.
Mallorca lässt sich weder auf das eine noch das andere Extrem reduzieren. Wer das versucht, der hat den Politiker, der hat die Insel nicht verstanden; er hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, sie kennenzulernen.
Mallorca ist Party und Nachtleben. Jetzt und auch künftig. Mallorca ist aber auch Natur, Kultur und Ruhe. Heute und in Zukunft. Die mehr als 3.600 Quadratkilometer bieten dazu viel Raum.
Es bleibt zu wünschen, dass Mallorca zwei Dinge erspart bleiben: Berichte, die den Bezug zur Realität verloren haben. Und Touristen, die diesen Berichten Glauben schenken.















