(openPR) TRIANOmedien Rheinbach erinnert an den 69. Jahrestag des Attentats auf Adolf Hitler am 20. Juli 2013.
Am 20. Juli 1944 explodiert um 12.42 Uhr im Führerhauptquartier "FHQ Wolfsschanze" eine Zeitzünder-Bombe. Dort unter dem Kartentisch abgestellt vom Stabsoffizier Claus Graf von Stauffenberg. Sie soll den amtierenden Reichskanzler und selbsternannten "Führer" Adolf Hitler töten und den Krieg zu einem schnellen Ende bringen. So von Stauffenbergs Plan, als er eine seiner zwei mitgebrachten Bomben scharfmacht. In der Hektik versäumt er das Scharfmachen der zweiten Ein-Kilogramm-Bombe. Noch schlimmer: Er legt sie nicht zur bereits scharfgemachten ersten Bombe in die Aktentasche.
Der erste und einzige Sprengkörper funktioniert. Vier Teilnehmer der Lage-Besprechung sterben. Zwei sind schwer verletzt. Fünf Weitere leicht. Die anderen dreizehn wie SS-Gruppenführer Hermann Fegelein oder Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel ("Lakeitel") und sein Adjutant bleiben unverletzt.
Hitler auch. Äußerlich. Physisch. Er demonstriert Vitalität und Zuversicht. Die "Vorsehung" habe ihn vor Schaden bewahrt, verkündet er. Reichsführer Heinrich Himmler nimmt telefonisch noch von der Wolfsschanze die Verfolgung der Attentäter auf. Noch will er sich als der "getreue Heinrich" profilieren. Der kleinwüchsige Reichspropaganda-Minister hetzt. Und der willfährige Scherge und Präsident des Volksgerichtshofs Roland Freisler freut sich auf baldige Schauprozesse.
Aus Sicht des braun-schwarzen Führungskorps der NSDAP läuft Alles in die richtige Richtung: Die Leitfigur, der man Titel, Pöstchen und öfters zusätzliche sechsstellige Dotationen zu verdanken hat, hat überlebt. Das ist noch einmal gut gegangen.
Fast Alles. Denn die Bombe im FHQ hat zwar aufgehört zu ticken, aber täglich tickt nun eine andere Zeitbombe immer lauter:
Seit 22 Monaten schrumpft das Gebiet des "Großdeutschen Reiches". Anfangs langsam, dann mit zunehmendem Tempo. Die einzelnen Verbündeten kippen ab 1943 wie Dominosteine um und schwenken zu den westlichen Alliierten über.
Hitler, 55 Jahre alt, seit elf Jahren an der Macht, ahnte bereits im Dezember 1941 zum ersten Mal, daß er dieses gewaltige Vabanque-Spiel verlieren wird. Seit 1942 hat er als Oberbefehlshaber nur noch Misserfolge zu verzeichnen. Öffentliche Auftritte meidet er. Verantwortung will er keine übernehmen. Schuld tragen alle Anderen, vor allem die "feigen Generäle". Doch wer ist ihr Vorbild: Der devote Keitel? Der Karteikarten-Verwalter Himmler, der kein Blut sehen kann?? Der Gefreite Hitler, der zwischen FHQ-Bunker, seinem Landsitz in Berchtesgaden und Paraden pendelt???
Hitler, dessen Hauptrolle seines Lebens die des resoluten Landesvaters ist, mal charmant-jovial-väterlich, mal autoritär-aggressiv, will nicht loslassen. Kann nicht loslassen. Als Sohn eines österreichischen Zollbeamten hat er die schwarz-weiße Sichtweise tief verinnerlicht: Gut und Böse. Böse sind alle Anderen, die nicht fügsam sind oder per definitionem "böse" sind.
Er weiß, daß er selbst einen Waffenstillstand nicht mehr überleben kann. Zu viel hat er hinter den Kulissen in den vergangenen Jahren in Gang gesetzt, das nicht mehr ungeschehen gemacht werden kann. Erst im Frühjahr '44 hat er Himmler den wohlgenährten Reichsleitern auf einer Klausurtagung vortragen lassen, wie weit die Juden-Vernichtung mittlerweile vorangeschritten ist.
Jedem Einzelnen sollte dabei deutlich klargemacht werden, daß es nun für jeden Würdenträger zunehmend um die Wurst geht: Pöstchen, Ansehen, Dotationen und Latifundien. Und der eigene Hals. Hitler weiß, daß er als "Bluthund" in die Geschichte eingehen werde. Das wird er in den kommenden Monaten seinem innersten Kreis gegenüber erwähnen.
Hitler mag auch aus anderen Gründen nicht loslassen: Seine verbliebende Macht, sein nach heutigen Maßstäben Milliarden Euro-Vermögen, sein 23 Jahre jüngeres "Tschaperl", das ihm heimliche Zerstreuung bietet. Alles für die Katz! Der Emporkömmling aus dem Wiener Männerheim mag nicht loslassen. Weiter bis zum bitteren Ende. Mit Blick auf ein Gemälde seines Idols Friedrich der Große an der Bunkerwand.
Doch auch sein Idol kann Hitler nicht vor einer schweren Krise im Spätsommer '44 schützen. Tagelang ist er unansprechbar, depressiv, liegt im Bett. Verkriecht sich immer tiefer in seine Wagenburg, wird immer misstrauischer, lässt nur noch seine Sekretärinnen und Adjutanten an sich heran. Wird immer zynischer, gibt die Parole "Verbrannte Erde" aus.
Hitler zerstreut sich mit Abricht-Spielchen mit seinem Schäferhund "Blondi", verzettelt sich in taktische Überlegungen auf Regiments- oder Bataillons-Ebene, verdrängt seine täglich kleiner werdenden Gestaltungs-Spielräume. Immer öfter darf es 'mal ein "Fläschchen Bier" oder ein oder mehrere Cognacs zur Beruhigung sein für ihn, der nach außen hin als Anti-Alkoholiker erscheinen soll! Auch deshalb entgleitet ihm zunehmend die Gewalt und Kontrolle. Die Angst wächst. Schließlich wird Hitler sich unter die mehr als 3 Meter dicke Betondecken seines Privatbunkers verkriechen.
Doch wer Wind sät, wird Sturm ernten. Vom 20. Juli 1944 an bis zu dem Moment, an dem sein Leichnam in einem Bombenkrater zu verwesen beginnt, sind es gerade einmal 284 Tage und ein paar Stunden.
In diesen 284 Tagen werden noch rund 7 Millionen Menschen Opfer des von Hitler in Gang gesetzten Weltkrieges werden. Soldaten und Zivilisten. Männer, Frauen, Kinder vieler Nationen. Sie sterben vor allem durch Beschuss, Splitter-Einwirkung, Verbrennen, Vergasen, Ersticken, Zerquetschen, Verhungern, Verdursten, Ertrinken, Erstechen, Vergiften, zu Tode Foltern und Hinrichtung. Im Verlauf des ganzen Zweiten Weltkriegs sind es über 65 Millionen Tote. Wäre am 20. Juli 1944 um 12.42 Uhr das Bomben-Attentat gegen Hitler geglückt, hätten schätzungsweise rund 7 Millionen Menschen überleben können. Und etliche Millionen zusätzlicher Verletzungen an Leib und Seele wären vermieden worden. Je nach weiterem Kriegsverlauf. Doch es ist anders gekommen.
http://youtu.be/_xTu_ir3Wo8





















