(openPR) Die Burg Gamburg läd erstmals zu einer eigenen Führung durch ihre Gärten ein...
Zu jedem größeren Schloss von einiger Bedeutung gehört der entsprechende Schlosspark. Die Würzburger Residenz hat ihren Hofgarten, das Weikersheimer Schloss seinen Schlosspark und das Schloss zu Heidelberg schmückte einst der Hortus Palatinus. Doch auf einer Burg? Gibt es sowas wie einen barocken „Burgpark“? Zumindest gibt es einen solchen auf der Burg Gamburg, welche seit der Stauferzeit truzig und unzerstört das Taubertal bewacht. Eigentlich ist sie vor allem wegen ihres in Europa einzigartigen romanischen Palas-Saals bekannt, in dem sich unter anderem die ältesten weltlichen Wandmalereien nördlich der Alpen befinden. Doch wer, statt das Burgtor zu durchschreiten, gleich rechts davon das barocke Gartenportal passiert, dem eröffnet sich, zunächst etwas versteckt, der unerwartete Blick auf ein weiteres außergewöhnliches Kulturdenkmal. Spätestens im 17. Jahrhundert wurde dem Burgberg dort, direkt zu Füßen der Burgmauern und schroffen Sandsteinfelsen, eigens eine künstlich aufgeschüttete Terrasse abgerungen und darauf, wohl von den Freiherren von Dalberg, ein langgestreckter Barockpark angelegt. Eigentlich ein typisches Beispiel eines adeligen Schlossparks stellt er, zumal in dieser Größe, unter den besonderen Bedingungen einer Burganlage eine kulturhistorische Rarität dar.
Einst diente gar der staufische Bergfied als Wasserreservoir für die Wasserspiele des Parks, welche sich sogar weiter über den Hang zum Tal hin erstreckten. Von dieser Erweiterung als Deutscher Landschaftsgarten ist heute vor allem noch ein romantisch gelegener Sandsteinobelisk aus dem Jahre 1800 erhalten. Zwei Mal verwilderte der Burgpark fast vollständig, zwei Mal wurde er wiederbelebt. Zuletzt von der aktuellen Eigentümerfamilie von Mallinckrodt, und zwar nach alten Vorlagen als statuengeschmückter Heckengarten mit botanischen Raritäten der Zeit.
Schon seit 2009 macht die Familie ihr privates Anwesen zu festen Öffnungszeiten für Führungen und Besichtigungen zugänglich. Doch am Freitag, den 26. Juli wird um 18.30 Uhr unter dem Titel „L'apéritif au jardin“ erstmals eine eigene Führung speziell zu den Gärten der Burg angeboten. In einem abendlichen Spaziergang werden dabei die Geschichte der Gärten und der Burg erkundet sowie botanische Erklärungen zu den einzelnen Pflanzen gegeben. Dazwischen werden die Besucher an einzelnen Stationen mit einem Apéritif und feinen amuse-gueules auf Liegestühlen oder Gartenbänken zum Verweilen eingeladen. Erste Sation ist der Burghof, der in der Saison mit Palmen, Lavendelsträuchern, Zitronen- und Olivenbäumen sowie mit anderen exotischen Pflanzen geschmückt ist, welche ihm ein besonders mediterranes Flair verleihen. Er profitiert, ebenso wie die übrigen Burggärten, vom besonders milden und trockenen Klima des lieblichen Taubertals und den Ausläufern des nahen Naturschutzgebietes Apfelberg. Eine schöne Aussicht gibt es von der nächsten Station an einem indischen Pavillon vor der mittelalterlichen Kulisse der Burg. Der barocke Burgpark bildet mit einer abschließenden Station dann den letzten und größten Teil der Führung.
Da „L'apéritif au jardin“ nur ab einer Mindestteilnehmerzahl von 15 Personen stattfindet, wird um Voranmeldung unter 09348/605 oder
Der Eintritt kostet 18,- €.













