(openPR) Buckow. Als Schutz vor Fraßräubern umzäunt die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg eine 30 Hektar große Fläche im Naturschutzgebiet Havelländisches Luch, um den Bruterfolg der dort lebenden Großtrappen zu verbessern.
Mehr als die Hälfte der in Brandenburg lebenden Großtrappen finden ihren Lebensraum im Havelländischen Luch. Die Stiftung NaturSchutzFonds hatte hier ein Flurstück in der Gemarkung Buckow erworben, auf welchem viele Brutversuche der vom Aussterben bedrohten Großtrappe in Brandenburg nachgewiesen wurden.
Zur Abwehr von Räubern wie Füchsen oder Marderhunden wurde nun auf Initiative der Stiftung rund um das Flurstück ein etwa 2400 Meter langer und zwei Meter hoher Zaun errichtet: Er ist 50 cm in den Boden eingegraben und zudem mit einem Übersteigschutz versehen.
„Die wenigen Gelege und Jungtiere, die wir haben, müssen vor allem vor Räubern geschützt werden. Daneben wollen wir mit der extensiven Bewirtschaftung der Fläche ein ausreichendes Nahrungsangebot schaffen, um den enormen Futterbedarf der Küken in ihrer Entwicklungsphase zu decken“, sagt Stiftungs-Geschäftsführer Bernhard Schmidt-Ruhe.
Mit EU-Mitteln in Höhe von rund 285.000 Euro aus der Richtlinie zur Förderung der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) unterstützt das Land Brandenburg diese Naturschutzmaßnahme. Die Stiftung NaturSchutzFonds steuert rund 176.000 Euro bei.
Keine Vogelart in der Agrarlandschaft Europas nimmt im Verlauf der Kükenentwicklung so rasant an Gewicht zu wie die Großtrappe. Dabei sind die Vögel auf ein großes Insektendargebot sowie auf genügend Äsungsmöglichkeiten angewiesen. Um eine optimale Futtergrundlage für die Küken zu schaffen, wird auf der Fläche eine Mehrfelderwirtschaft mit Rotationsbrache, ganzjährigem Grünfutterangebot sowie Dauergrünlandstreifen eingerichtet. Auf den Einsatz von Bioziden und Düngemitteln wird verzichtet. Für die Umsetzung der Pflegemaßnahmen hat die Stiftung einen Pflegevertrag mit einem ortsansässigen Agrarbetrieb abgeschlossen.
„Hier haben wir ein sinnvolles Flächenmanagement in Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschützern, um die Qualität der Lebensräume der Großtrappen zu verbessern. Aber auch andere Vögel wie Rebhuhn, Feldlerche, Grauammer, Wachtel und vielleicht sogar Wiesenweihe werden davon profitieren“, so Henrik Watzke, Geschäftsführer des Fördervereins Großtrappenschutz in Buckow.
Für das weitere Management der Trappenfläche ist ein Monitoring vorgesehen. „Im ersten Jahr nach dem Zaunbau soll im Rahmen des ILE-Projektes beobachtet werden, wie sich hier das Brutgeschehen der Großtrappen entwickelt. Hierfür wurden drei Beobachtungstürme errichtet, von denen aus die gesamte Fläche überblickt werden kann. Danach wird in Zusammenarbeit mit der Vogelschutzwarte und dem Förderverein Großtrappenschutz das weitere Monitoring und Management organisiert“, erklärt Elke Wayß, die bei der Stiftung für das Projekt verantwortlich ist.
Die neue Umzäunung ist schon jetzt ein Erfolg, denn kurz nach Fertigstellung wurde die erste Henne mit Küken beobachtet. Weitere Informationen finden Sie













