(openPR) Wird im Rahmen eines neuaufgesetzten Projektes ein gemischtes deutsch-französisches Team gebildet, zum Beispiel bei der Entwicklung eines neuen Produkts, lässt man dieser neuen Mannschaft häufig eine Teambuilding-Maßnahme angedeihen.
Gleichzeitig denkt man daran, die zukünftigen Mitarbeiter auf die Kultur des Gegenübers einzustimmen und beschließt, sie einem interkulturellen Training zu unterziehen.
Dies ist ein lobenswerter Ansatz, denn angemessen vorbereitet und begleitet können deutsch-französische Teams ihr Erfolgspotential richtig ausschöpfen. Leider geschieht es allzu oft, dass beides vermengt wird: interkulturelle Aufklärung soll aus Kosten- und Zeitgründen mit in die Teambuildingsaktion einfließen.
Interkulturelle Aufklärung sollte jedoch nie bei der ersten Begegnung der Beteiligten erfolgen. Ein solcher Ansatz ist aus verschiedenen Gründen kontraproduktiv. Eine erste gemeinsame Veranstaltung ist per se ein interkulturelles Aufeinandertreffen und somit ist es schon zu spät für eine Vorbereitung: Die Teilnehmer treffen mit ihrem ganzen Ballast an Klischees und unterschiedlichen kulturell bedingten Eigenschaften und Gewohnheiten aufeinander. Verfährt man so, wird den Teilnehmern einer „gemischten“ Gruppe die Freiheit genommen - sei es aus Rücksicht oder Furcht - sich über ihre zum Teil sehr subjektive Wahrnehmung der anderen Kultur zu äußern. Doch gerade diese Gelegenheit für jeden Teilnehmer, sich frei auszudrücken und somit auch das Maß an hemmenden Vorurteilen, die er mitbringt, erkennbar zu machen, wird es einem guten Trainer erlauben, bei der Vorbereitung auf die andere Kultur, genau auf jene offengelegten Punkte einzugehen. In einer von Anfang an gemischten Gruppe gibt es keinen Raum für das Aufdecken und das konstruktive Verarbeiten solcher Themen, die zukünftiges Konfliktpotential bergen. Das dritte Problem liegt in der Regel in der Trainingssprache begründet. Eine gemischte Veranstaltung mit Deutschen und Franzosen wird in Englisch stattfinden und das macht die Sache doppelt schwer. Zum einen kann es ein Gefälle geben, so dass nur diejenigen Teilnehmer sich äußern, die ein besseres Sprachniveau haben. Zum anderen reflektiert niemand besser und tiefgreifender über die eigene und eine fremde Kultur als in seiner Muttersprache. Deshalb wird die Substanz einer interkulturellen Aufklärungsmaßnahme einzig auf dieser Basis wirklich vollständig diskutiert, verstanden und aufgenommen werden.
In seinem Beitrag zum Buch „Interkulturelles Management im deutsch-französischen Umfeld“, erklärt Denis Jeanson, Geschäftsführer der Deutsch-Französischen Beratung GmbH , wie sich ein deutsch-französischen Team am besten auf die gemeinsame Aufgabe vorbereiten lässt: „In einem ersten Schritt sollten die Beteiligten in landes- und somit sprachhomogenen Gruppen ein interkulturelles Training erhalten. Damit wird sichergestellt, dass alle interkulturellen Themen jeweils vollständig beleuchtet werden. Beide Gruppen sollten nach Möglichkeit von demselben Trainer betreut werden. Zum einen weil eine ähnliche Methodik grundsätzlich besser ist, zum anderen weil der Trainer alle Teilnehmer kennt, die beim nächsten Schritt im Rahmen einer Teambuilding-Maßnahme zusammengeführt werden“.
Am effizientesten im Sinne eines Transfers in den beruflichen Teamalltag gestaltet sich die Teambuilding-Maßnahme, wenn der verantwortliche Dienstleister sie zusammen mit dem interkulturellen Trainer vorbereiten kann. Dieser hat bereits Einblick in die gruppenspezifischen Besonderheiten gewonnen, die nun mitberücksichtigt werden können. Idealerweise begleitet der Trainer die Aktion bis zum Abschluss.
Hat das deutsch-französische Team, nach dieser zweistufigen Vorbereitung auf die gemeinsame Herausforderung, die Arbeit aufgenommen, kann es die Interkulturalität der Gruppe als besondere Chance sehen und deren Synergiepotential wirklich nutzen.









