(openPR) Am 3. und 4. Mai finden im Raum Kahla mehrere Veranstaltungen zum Gedenken an die Opfer des ehemaligen unterirdischen NS-Rüstungswerkes REIMAHG statt.
Den Auftakt bildet dabei der Empfang der internationalen Gäste im Dokumentationszentrum Walpersberg-REIMAHG in Großeutersdorf durch den Geschichts- und Forschungsverein Walpersberg e.V. am Freitag, dem 3.5., um 16:00 Uhr. „Wir erwarten nach den Rückmeldungen wieder viele Gäste aus Italien und Belgien, aber auch aus anderen europäischen Staaten.“ So der Vereinsvorsitzende Markus Gleichmann. Der Verein organisiert auch die ab 17:30 Uhr beginnende Gedenkveranstaltung im ehemaligen Militärgelände oberhalb der Gemeinde Großeutersdorf. „Es ist wichtig, dass die Erinnerung an dieses dunkle Kapitel auch am historischen Ort begangen wird“, so der Vorsitzende weiter. Traditionell nehmen neben den Gästen Vertreter aus Kommunalpolitik, Kirchen und interessierte Bürger an der Veranstaltung teil. Abgeschlossen wird der erste Tag mit einem „Abend der Begegnung“ im Waldhotel Linzmühle.
Am Sonnabend, den 03. Mai organisiert der Saale-Holzland-Landkreis die traditionelle Gedenkfeier am Ehrenmal im Leubengrund zwischen 9:00 und 11:00 Uhr. Im folgenden werden noch weitere ehemalige REIMAHG-Lager besucht bis die Gedenkfeiern am Abend am Mahnmal in Kleindembach (SOK) um 17:45 Uhr beendet werden. Interessierte Bürger sind herzlich zur Teilnahme an den Gedenkfeierlichkeiten eingeladen.
Im Walpersberg, nahe Kahla, wurde von den Nationalsozialisten ab April 1944 mit dem Bau eines unterirdischen Flugzeugwerkes begonnen. 1200 Flugzeuge des Typs „Me 262“ sollten monatlich die Startbahn verlassen. Mehr als 15.000 Menschen wurden am und im Berg eingesetzt, davon über 13.000 ausländische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene. Sie wurden von den Deutschen, unter Führung des Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz, Fritz Sauckel, an den Walpersberg deportiert und unter unmenschlichen Umständen zur Arbeit gezwungen. Mindestens 1.000 von ihnen, in Wirklichkeit wohl deutlich mehr, verloren durch die schlechten Lebensbedingungen, die unzureichende Ernährung, die harte und körperlich anstrengende Arbeit und durch die Willkür der Wachmannschaften ihr Leben.
Weitere Informationen zur Geschichte und zum Ablauf der Gedenkfeierlichkeiten bietet der Verein unter www.walpersberg.com an oder unter der Telefonnummer 036424 784616, während der Öffnungszeiten des Museums, an.










