(openPR) Idstein, März 2013 (msch) – Was machen eigentlich Ergotherapeuten? Diese Frage wird hierzulande immer noch sehr häufig gestellt. Dabei dürften die meisten Menschen bereits mit einem Ergotherapeuten in Kontakt gekommen sein, denn die Aufgaben des Ergotherapeuten sind so vielseitig wie die Lebenssituationen selbst. Die Hochschule Fresenius Idstein bietet bereits seit Ende der 1990er Jahre die Möglichkeit, Gesundheitsberufe auf akademischem Niveau zu studieren.
Empowerment
„Jemand anderen dazu zu befähigen, seine individuelle Lebenssituation aufgrund einer erworbenen oder chronischen Schädigung weitgehend selbständig zu gestalten, das ist die Hauptaufgabe eines Ergotherapeuten“, so Julia Drosselmeyer, Studiendekanin für Ergotherapie in Idstein. Darunter fällt ein weit größeres Aufgabenfeld, als man zunächst annehmen würde. Ergotherapeuten behandeln Menschen mit unterschiedlichen Krankheitsbildern und Defiziten, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder davon bedroht sind. Diese Beeinträchtigungen psychischer, physischer und sozialer Natur, treten infolge von Krankheiten, Unfällen oder Entwicklungsstörungen auf. Konkret bedeutet das, dass Ergotherapeuten beispielsweise die Tiefenwahrnehmung und den Gleichgewichtssinn bei Frühgeborenen fördern, Kinder mit ADHS intensiv unterstützen, Menschen, die an Parkinson oder Alzheimer leiden, behandeln, Hilfsmittel entwickeln und erläutern, Rollstuhltraining anbieten, den Wohnraum anpassen sowie Betroffene und Angehörige beraten. Sie begleiten Menschen jeden Alters und unterstützen sie in ihrem Alltag in den Bereichen der Selbstversorgung, dem Arbeitsleben oder der individuellen Freizeitgestaltung.
Lehre auf höchstem Niveau
Um all diesen Aufgabenbereichen gleichermaßen gerecht zu werden, ist es wichtig die eigene therapeutische Arbeit und deren Erfolge zu analysieren und zu reflektieren. Der achtsemestrige Bachelor-Studiengang Ergotherapie (B.Sc.) der Hochschule Fresenius in Idstein legt neben der praktischen Selbsterfahrung großen Wert auf eine wissenschaftliche Analyse therapeutischer Maßnahmen und leitet die Studierenden explizit dazu an. Dabei profitieren sie besonders von der Lehre bei erfahrenen Berufspraktikern, wie Prof. Patience Higman. Sie hat in Oxford eine Ausbildung zur Ergotherapeutin gemacht, in Cardiff ihren Master in Schmerzmanagement absolviert, einige Zeit in Südafrika als Ergotherapeutin gearbeitet und sich dann der wissenschaftlichen Arbeit in Form von Lehre und Forschung gewidmet.
Im Sinne der Wissenschaft
Higman betreut den studienbegleitenden Schwerpunkt Clinical Reasoning und koordiniert die Auslandspraktika der Studierenden. Im europäischen Ausland ist die akademische Ausrichtung dieses Berufsfeldes längst Standard und allgemeinhin anerkannt. Neben der intensiven Betreuung der Studenten übernimmt Higman auch eine berufspolitische Rolle, indem sie in engem Kontakt mit dem Deutschen Verband der Ergotherapeuten e.V. (DVE) steht und so einen Austausch zwischen Praxis und Theorie gewährleistet. 2000/2001 hat sie gemeinsam mit anderen Ergotherapeuten an der Validierungsstudie zum Ergotherapeutischen Assessment (EA)teilgenommen; eine Anleitung, die gleichzeitig die therapeutische Arbeit und deren Ergebnisse dokumentiert und damit deren Qualität sichert. Seitdem ist Higman berechtigt andere Therapeuten im EA zu schulen. Darüber hinaus nimmt sie aktiv am internationalen Forschungsdiskurs teil und hält damit die akademische Ausbildung der Hochschule auf höchstem Niveau. Ihr Engagement begründet sie wie folgt: „Mir ist die Zukunft der Ergotherapie und ihre Akademisierung sehr wichtig und ich möchte einen Beitrag dazu leisten.“












