(openPR) engl. Lean Production, Lean manufacturing
Zentraler Bestandteil einer „schlanken Produktion“ ist das kontinuierliche Aufspüren und die stetige Beseitigung von Verschwendung.
Aber was ist Verschwendung?
Wie kann man Verschwendung sehen und wie kann man Verschwendung beseitigen?
Als Verschwendung wird betrachtet, „Alles, was der Kunde nicht bereit ist zu bezahlen“, oder anders ausgedrückt, bringt die momentane Tätigkeit einen Mehrwert, macht es das Produkt besser oder den Prozess stabiler? Hier beginnt jetzt die Philosophie einer schlanken Produktion. Hat die Tätigkeit keinen Einfluss auf das Produkt, Prozess oder die Qualität, muss hinterfragt werden, ist diese Tätigkeit notwendig oder kann sie ersatzlos gestrichen werden.
Wird dieser Arbeitsgang weiterhin benötigt, ist er so schlank wie möglich zu gestalten, z. B. durch Wege verkürzen, Zeit reduzieren, Ergonomie verbessern, Kanban für den Nachschub installieren, Ampelsysteme für den Bestand, Visualisieren usw.
Gerade in der Produktion aber auch in der Administration gibt es viele Beispiele von Verschwendungen:
Suchen, sobald man etwas auf Anhieb nicht findet, weil zu spät bestellt, sich das Werkzeug nicht auf seinem Platz befindet, es an der Ordnung und Übersichtlichkeit mangelt, sind das Mehrkosten, welche der Unternehmens-kultur geschuldet ist. Der momentane Zustand ist der, welcher von den Führungskräften akzeptiert wird und es wird sich nichts daran ändern, wenn sich die Einstellung nicht ändert.
Schlanke Produktion heißt hier, den momentanen Zustand abzulehnen und nach Alternativen suchen!!!
Warten, oben genannte Probleme führen unweigerlich zu Wartezeiten, weil der nachfolgende Prozess erst gestartet werden kann, wenn der aktuelle abgeschlossen ist. Am Ende des Tages fragt man sich, warum dieses oder jenes nicht abgearbeitet wurde, obwohl theoretisch genügend Zeit zu Verfügung stand. Fragt man nun die Mitarbeiter hört man viele „Ausreden“ welche aber sobald ausgesprochen auch schon wieder vergessen sind und hier liegt das eigentliche Problem dieser sogenannten „Ausreden“ sie sind unsere dringlichsten Probleme und müssen zwingend beseitigt werden. Diese Dinge passieren Tag für Tag, Woche für Woche und Monat für Monat immer und immer wieder und verhindern, dass die Mitarbeiter ihre eigentliche Arbeit verrichten können.
Schlanke Produktion heißt hier, die „Ausreden“ Ihrer Mitarbeiter ernst zu nehmen, denn es ist die Realität!!!
Überproduktion, wer zuviel produziert vertuscht immer Probleme z. B.:
Das nachfolgende Werkzeug wurde nicht rechtzeitig fertig. (Planung)
das Material ist zu spät in den Trockner gekommen und somit nicht einsatzbereit.(Planung, fehlende Information, keine freie Kapazitäten).
Kein Material auf Lager (Einkauf, falscher Bestand im System).
Die Mitarbeiter kommen nicht zu den geplanten Umbauten, weil es zu viele Störungen an den laufenden Maschinen gibt.
Die Mitarbeiter sind noch mit den vorherigen Umbauten beschäftigt.
Werkzeuge, Vorrichtung oder Maschinen, welche nicht prozessfähig sind und Sie dadurch bedingt Kompromisse akzeptieren, führen immer zu hohem Personal- und Zeitaufwand. Die Problemlösung der Produktion heißt hier fast immer, „Legen wir uns etwas aufs Lager“, getreu dem Motto „lass es laufen es läuft gerade so gut“ (das ist ein teuer erzeugter Lagerbestand) anstatt nach den Wurzeln des Problems zu suchen. Die Gefahr einer solchen Entscheidung ist immer, dass die anderen Prozesse ebenfalls darunter leiden getreu dem Motto: „Wenn es hier akzeptiert wird, kann ich das gleiche auch bei diesem Prozess anwenden“
Sie merken schon, jede Entscheidung hat zwei Seiten. Alle hier aufgeführten Unzulänglichkeiten kosten uns tagtäglich Zeit, Nerven Überstunden, Wochenendarbeit, und lassen unsere Produktionskosten in die Höhe schießen und für die Mitarbeiter bringen sie Hektik, Stress und Frust.
Schlanke Produktion heißt hier, die Probleme angehen und nicht zu akzeptieren!!!!
Fehler, welche auftreten, kosten uns unnötig Ressourcen.
Anzustreben ist eine Kultur, in der die Fehler nicht vertuscht und verschwiegen werden, sondern in der aktiv jeder Fehler angesprochen und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Fehler werden immer wieder auftreten, das kann man nicht vermeiden aber fatal wäre, dass der gleiche Fehler ein 2.Mal auftritt. Aussagen, wie „Wer ist schuld“ oder „Wem ist das schon wieder passiert“ sind kontraproduktiv, besser ist „Was können wir tun, damit der Fehler nicht mehr auftritt.
Schlanke Produktion heißt hier, aktiv nach Lösungen suchen und die Probleme abstellen, anstatt sinnlos nach dem „Schuldigen“ zu suchen.
Ausschuss und Nacharbeit, hier haben wir die höchste Form von Verschwendung überhaupt, nach all den oben aufgeführten Problemen haben Sie nun endlich Wertschöpfung betrieben und Teile produziert um sie dann in die Ausschusskiste zu werfen oder noch mal Hand anzulegen, Schlechtteile auszusortieren, zu entgraten oder eine 100-%-Kontrolle durchzuführen, was für eine Verschwendung.
Schlanke Produktion heißt hier, aktiv im Team nach den Ursachen zu suchen, die Mängel beseitigen.
Trotzdem ist es nicht einfach aus dieser Spirale auszubrechen, denn hier kommt nun wieder der Mensch ins Spiel „das haben wir schon immer so gemacht, das geht so nicht und das können wir nicht“ was für demotivierende Aussagen, denn dahinter steht immer „Wir wollen nicht“.
In der Tat ist es schwer aus dieser Misere rauszukommen, hinzu kommt noch die Betriebsblindheit, das geht woanders aber bei uns geht das nicht.
Hier ist es ratsam, am Anfang mit externer Hilfe den Mitarbeitern andere Wege und Gedanken aufzuzeigen und gemeinsam die Probleme Schritt für Schritt zu beseitigen.
Hier die 7 Verschwendungsarten in der klassischen „Schlanken Produktion“ nach Taiichi Ono
Überproduktion
Bestände
TransportWartezeit
Bewegung
Arbeitsprozess
Fehler
Und als 8. Verschwendungsart sollte man noch hinzufügen, die nicht genutzten Talente Ihrer Mitarbeiter.
Oben habe ich erwähnt „alles, was der Kunde nicht bereit ist zu bezahlen“, aber wenn der Kunde diese Kosten nicht trägt wer kommt dann für die Kosten auf?.....
.....richtig Ihre Firma trägt die Kosten, auch wenn die Herstellung des Produkts teurer ist als der Verkaufspreis, wenn das kein Grund ist, endlich die Verschwendung zu minimieren. Nun viel Spass bei der Verschwendungssuche!!!









