(openPR) „Bis in die Sowjetunion, nach Ungarn und natürlich Polen wurden meine Bücher übersetzt“, erinnert sich Werner Toelcke. „Wenn meine Filme im Fernsehen liefen, waren die Straßen leergefegt. In dieser Zeit entstand der Begriff Straßenfeger.“ Wenn Toelcke lief, sahen geschätzte 80 % der Fernsehzuschauer zu. Wie zum Beweis hat sich der mdr erst kürzlich entschlossen, zwei der beliebtesten Toelcke-Filme als DVD-Sammelbox unter dem Titel „Straßenfeger“ in hoher Auflage herauszugeben (Straßenfeger 44 – Tote reden nicht / Botschafter morden nicht), während der NDR Werner Toelcke für seine beliebte Reihe „Der Norden liest“ verpflichtet hat.
Der heute 82jährige Werner Toelcke gehört zu den erfolgreichsten Schauspielern (knapp 50 Filme in zwischen 1959 und 1981) und Drehbuchautoren Ost-Deutschlands der 60er, 70er und frühen 80er Jahre. Der von ihm erschaffene Kommissar Weber mit seinen Launen, seinem scharfen Verstand und der Schwäche für rasante Verfolgungen erreichte Kult-Status. „Der hatte etwas autobiografisches“, schmunzelt Toelcke heute. Nach dem Bruch mit der DDR-Diktatur im Rahmen der Biermann-Affäre und der Ausreise nach West-Deutschland Anfang der 80er Jahre endete diese bemerkenswerte Karriere. Nur einen einzigen Film drehte Toelcke noch im Westen, es war 1988 der ZDF-Spielfilm „Die letzte Fahrt der San Diego“.
Nach 21 Jahren Pause kehrt Werner Toelcke nun wieder zurück zu seinem Geschäft. Mit dem 2009 begonnenen und 2012 erschienenen Werk „Claire im Oktober“ hat der gebürtige Hamburger ein mehrere hundert Seiten starkes Werk geschaffen, das seinen frühen Arbeiten in Nichts nachsteht – und das den Kult-Detektiv Weber in der Moderne wieder auferstehen lässt. Beflügelt von dieser wiedergewonnenen Kreativität hat Toelcke anschließend auch seinen Bestseller „Das Gesicht des Mörders“ in mühevoller Kleinarbeit komplett überarbeitet. Um den heutigen und künftigen Lesegewohnheiten Rechnung zu tragen, haben Werner Toelcke und sein Geschäftspartner Werner Beetz die Bücher digitalisiert und als ebooks herausgegeben. So ist nicht nur die Handlung im Kult-Krimi „Das Gesicht des Mörders“ aktualisiert, sondern auch die Erscheinungsform (Erhältlich bei www.amazon/kindle).
Das Gesicht des Mörders (als ebook für 2,90 Euro)
Du wachst in einem fremden Bett auf und weißt nichts von dir, nicht einmal den Namen. Da ist nur ein kleiner Junge in deinen Gedanken, das bist du. Und ein Mann und eine Frau, das sind deine Eltern. Dein Kopf ist in Verbände gehüllt, und das eine Bein hat man in einem Streckverband hochgezogen, darauf starrst du. Dann kommt leise Musik von einem Violoncello, eine Passage aus einer Suite von Johann Sebastian Bach. Und da weißt du, dass du im Sterben liegst.
Aber du stirbst nicht. Tagelang liegst du in dem Bett, bis sie kommen und die Verbände abnehmen. Sie geben dir einen Spiegel und du schaust hinein. Stell dir dein Entsetzen vor: Dieses Gesicht, das dich aus dem Spiegel anguckt, hast du noch niemals gesehen. Später wirst du erfahren, dass es das Gesicht eines Mörders ist.
Claire im Oktober (als ebook für 2,89 Euro)
Natürlich ist dies Claires Geschichte. Die Geschichte eines liebenswürdigen Mädchens, das in den Wirren des Oktober ´89 nach seiner wahren Identität sucht. Wir wissen alle, was dieser Oktober vor gut zwanzig Jahren für die DDR bedeutet hat. Und in unserem Mittelpunkt steht Claire. Aber dann ist da auch noch Weber, die Kultfigur aus den sechziger Jahren, der Privatdetektiv. Weber kommt mit seinem Freund, dem Kommissar Schnabel von der Hamburger Kripo, in die Hauptstadt der DDR, um einen Mord aufzuklären. Und dabei stoßen sie auf Claire. Es kommt zu einer hochbrisanten Begegnung, die Sie auf keinen Fall versäumen sollten.
Biografisches zu Werner Toelcke
Werner Toelcke wurde in Hamburg geboren, und obwohl die Engländer seine Familie im Krieg bis nach Sachsen bombten, blieb er der Stadt doch treu. Selbst als die Kommunisten die Mauer bauten, änderte sich daran nichts. Er ließ die Filme, die er schrieb, einfach in Hamburg spielen und so ist er zumindest in seinen Gedanken niemals fortgegangen.
Toelcke wollte immer Schauspieler werden. Deshalb ging er nach Weimar und besuchte in den fünfziger Jahren das „Deutsche Theaterinstitut“. Über die Theater Magdeburg, Erfurt und Dresden kam er nach Berlin, wo er drei Jahre lang an der Volksbühne am Luxemburgplatz spielte. Dort nahm er das Angebot des Fernsehfunks der DDR an und schrieb 15 Jahre lang Fernsehkrimis. Den von ihm geschaffenen und in der DDR zur Kultfigur avancierten Privatdetektiv Weber spielte er stets selbst. Diese Reihe mehrteiliger Fernsehfilme wurde zu seinem größten Erfolg.
Nach der Biermann-Affäre in den Siebzigern weigerte er sich, weiterhin Filme fürs Fernsehen der DDR zu schreiben. Bis 1981 verfasste Teolcke noch vier Romane, die in hohen Auflagen gedruckt wurden. Im Jahre 1984 verließ er mit seiner Familie die DDR.
Erst im Jahre 2009 schrieb er seinen nächsten Roman „Claire im Oktober“ (erschienen 2012). Natürlich war damit der Oktober 1989 gemeint, in dem die DDR auseinanderbrach. Werner Toelcke hat sich jüngst entschlossen, seine Bücher selbst zu verlegen. Seit 2012 können diese bei Amazon/Kindle auf Ebookreader, Notebooks und Computer heruntergeladen werden. Die Software dazu gibt es kostenlos.
Zurzeit sind die Thriller „Claire im Oktober“ und „Das Gesicht des Mörders“ verfügbar. In den Jahren 2013 und 2014 soll es allerdings mit drei weiteren Werken des Autors weitergehen. Als nächstes ist eine Neufassung des Romans „Tote reden nicht“ geplant. In diesem Thriller tritt der Privatdetektiv Weber zum ersten Mal in Erscheinung… Die Mutter aller Toelcke-Krimis, sozusagen.











