(openPR) Immer mehr Spediteure sind sozusagen Stammgast bei den Arbeitsagenturen und suchen dort nach Fahrern. Spricht man mit den Verantwortlichen in den Ämtern, dann bekommt man nicht selten eine Antwort, die man so nicht erwartet hätte: „Wir sind händeringend auf der Suche nach guten Fahrern für unsere unterfränkischen Speditionen“, sagt Eugen Hain, der Chef der Würzburger Arbeitsagentur. Und in Regensburg, München oder Passau ist es kaum anders. Hinterfragt man die Gründe, so wird eine immer größere Diskrepanz zwischen den altershalber ausscheidenden und den neu ausgebildeten Fahren sichtbar. Mehr als 3.000 Fahrer gehen allein in Bayern in den kommenden Jahren in den Ruhestand, Branchenvertreter reden sogar von 4.000. Und nicht einmal die Hälfte kann durch den Nachwuchs ausgeglichen werden. Es hilft den Speditionen auch nichts, wenn man heute auf die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Ausbildung pocht. Die Lücken in der Disposition und deren Planungen sind jetzt vorhanden, auch wenn die Probleme nicht erst heute entstanden sind, sondern viel früher. Denn da war es ein Leichtes, in den benachbarten „Ostländern“ günstiges Personal einzukaufen. Diese Zeiten sind auch vorbei, seit dem der „demografische Wandel“ selbst Tschechien oder Bulgarien erreicht hat und man selbst Nachwuchssorgen hat.
Kein Wunder also, wenn die Zeitarbeit im Speditionsgewerbe boomt. Sie kann nicht alle Lücken füllen und nicht alle hausgemachten Probleme lösen. Aber sie ermöglicht es den Disponenten, Ausfälle von Fahrern relativ schnell und unkompliziert zu kompensieren. Diese Entwicklung haben sich zwei junge Unternehmer aus dem bayerischen Freilassing und Uelversheim bei Mainz zu eigen gemacht und mit dem Süd-West-Fahrerservice ein Unternehmen gegründet, das sich auf die Vermittlung von Fernfahrern spezialisiert hat. „Wir sind sozusagen die Schnittstelle zwischen dem Disponenten in der Spedition und dem Fahrer, der Arbeit sucht“, sagt Maxim Bikowski, der das Büro im Westen der Republik leitet. Und Hermann Basiev aus Freilassing sieht seinen Markt bereits auch im benachbarten Österreich, wo er dieselben Probleme ausgemacht hat. Dabei legen die Experten Wert auf eine gute Ausbildung der Fahrer, sie schicken sie auf Aus- und Weiterbildungskurse und suchen immer wieder auch das direkte Gespräch mit den Verantwortlichen in den Speditionen.
Der Süd-West-Fahrerservice wurde 2012 vom Maxim Bikowski und Hermann Basiev gegründet. Die beiden Büros in Uelversheim bei Mainz und Freilassing / Salzburg sind Anlaufstellen für Fahrer und Speditionen. Im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit) stellt das Unternehmen ausgebildete und fair bezahlte Fahrer zur Verfügung – auch für Sonder- und Gefahrguttransporte.
Für die Zukunft planen die Gründer eine Expansion in Norddeutschland und im Raum Berlin.






