(openPR) Seit Sonntagabend befinden sich 36 angehende Wirtschaftsingenieure der ESB Business School in Bratislava auf einer Exkursion im Rahmen des Seminars MTO (Mensch-Technik-Organisation), um in verschiedenen Unternehmen die Produktionsabläufe rund um das Automobil kennenzulernen.
Am frühen Montagmorgen begann der erste Exkursionstag. Gestärkt durch ein reichhaltiges Frühstück begann das Briefing für den Bewertungsbogen mit dem jeder Studierende die Möglichkeit hat die Führungen und das Werk zu bewerten. Das Ziel dabei ist, dass erste Erfahrungen gesammelt werden in Hinblick auf das Management innerhalb der Produktionen und den verschiedenen Instrumenten, wie diese gestaltet und verbessert werden können.
Die erste Station war hierbei das Produktionswerk von Volkswagen Slovakia a.s. in Bratislava, in dem fünf verschiedene Autos des VW-Konzerns von verschiedenen Marken hergestellt werden. Zu den Produkten zählen VW Touareg, Audi Q7, VW Up!, Skoda Citygo, Seat Mii und Porsche Cayenne, wobei letzterer lediglich die Produktion der Karosserie durchläuft und ohne Antrieb nach Leipzig zur Fertigstellung überführt wird, damit das Zertifikat „Made in Germany“ erhalten bleibt.
Begonnen wurde die Führung mit den Hallen des Karosseriebaus für die SUVs Touareg und Cayenne, in denen die Grundelemente von Unter- und Seitenbau zusammengeführt werden. Wesentlicher Bestandteile war das Vermitteln der einheitlichen Taktzeiten zur optimalen Behandlung der Wertschöpfungskette.
Darauf folgte die Besichtigung der Montage der einzelnen Komponenten für Motor und Antriebsstrang, die vor allem durch die schlanke Produktion beeindruckte. In der Gesamtmontage gewannen die Studierenden einen guten Einblick in das „Just-In-Sequence“-Systems (JIS), bei dem die unterschiedlichen Teile der verschiedenen Zulieferer individuell für jeden Fahrzeugauftrag eingebracht und montiert werden. Anschließend werden die Fahrzeuge auf den Prüfstand gestellt und werden per moderner Seilbahn auf die interne Teststrecke zur Kontrollfahrt transportiert und stehen anschließend zur Abholung bereit.
Nach einem rundum begeisternden Vormittag und einem vorzüglichen Mittagsessen, das von VW gesponsert wurde, fuhr die Truppe zum nebenan liegenden Cockpithersteller SAS Automotive, der für die Armaturen von Touareg und Cayenne verantwortlich ist. Dieser ergab einen interessanten Kontrast zum vorherigen Werk, da SAS ein Joint Venture von Continental und Faurecia ist und somit für die reine Montage der angelieferten Einzelteile zuständig ist. Beeindruckend war, dass die gesamte Personalorganisation und Produktion mit den Taktzeiten des OEMs VW synchronisiert abläuft.
Der Tag wurde dann mit einem gemeinsamen Essen in einem typisch slowakischen Restaurant beendet.
Am Dienstagmorgen erreichte die Gruppe die Produktionsstätte von Johnson Controls Internationals (JCI) im Industriepark Lozorno, in der die Vorder- und Rücksitze der SUVs von VW und Porsche hergestellt werden. Durch das Verarbeiten des natürlichen Rohstoffs Leder werden andere Kriterien bezüglich der Qualität in den Vordergrund gestellt. Neben der digitalen Qualitätskontrolle wird viel Wert auf den emotional-subjektiven Aspekt im Detail der Sitze gelegt.
Anschließend wurden wir sehr offenherzig von dem aus dem „Ländle“ stammenden Werksleiters des Familienunternehmens Brose begrüßt. Brose ist zuständig für verschiedene Komponenten des Autointerieurs, wie z.B. elektrische Fensterheber. Neben einer informativen Präsentation über das Unternehmen und eine offene und ehrliche Führung durch das Werk fiel den Studierenden besonders die effiziente und ergonomische Arbeitsdurchführung der Mitarbeiter auf. Zudem lag es dem Werksleiter am Herzen die gesellschaftliche Verantwortung zukünftiger Führungskräfte zu betonen und gab den Studierenden viele persönliche Ratschläge und Erfahrungen aus seinem eigenen Werdegang mit.
Am heutigen Mittwoch besucht die Gruppe die Firmen Inergy und Plastic Omnium und fährt anschließend nach Prag weiter.
Die Exkursion wird durch drei Professoren und Dozenten - Prof. Dr. Helmut Schaal, Dipl.-Ing. Hans-Martin Souchon und Peter Krötz - unterstützend geplant und begleitet.
Die Studienreise wird zu einem Drittel aus einem Eigenanteil der Studierenden ermöglicht. Großzügige Unterstützung erhalten sie aber insbesondere von der V.I.M.A. (Verein zur Förderung der internationalen Managementausbildung e.V.), dem RIO (Reutlingen International Office) im Rahmen des PROMOS-EUROPA-Programms sowie der Fakultät ESB Business School.













