(openPR) In der kieferorthopädischen Behandlung ist es, um Platz zu schaffen, oftmals erforderlich die ersten großen Backenzähne, wenn sie im Alter von 6 – 7 Jahren durchbrechen, nach hinten zu bewegen (Distalisation).
Die Milchzähne, die natürlichen Platzhalter, fallen häufig vorzeitig aus oder müssen aufgrund von Entzündungen oder Schmerzen gezogen werden. Oft wird es dann versäumt, einen Platzhalter/Lückenhalter einzusetzen. Wenn sich in der Folge die großen Backenzähne nach vorne schieben, um die Lücke auszugleichen, geht der Platz für den Nachfolger des Milchzahns verloren.
Um zu vermeiden, dass bleibende gesunde Zähne gezogen werden müssen, kann versucht werden, die großen Backenzähne wieder nach hinten zu bewegen, um Platz zu schaffen. Ob das gelingt, hängt von vielen Faktoren ab. Wichtig ist, dass die Patienten früh genug, d. h. spätestens im Alter von 7 Jahren, dem Kieferorthopäden vorgestellt werden. Auf keinen Fall darf gewartet werden, bis alle bleibenden Zähne da sind.
In der Kieferorthopädie gibt es herausnehmbare und feste Apparaturen zum Zurückbewegen der Backenzähne.
Herausnehmbare Spangen zur Distalisation:
1. Aktive Platten sind herausnehmbare Spangen für Ober- und Unterkiefer, die mit Schrauben versehen sind. Die Schrauben werden vom Patienten selber regelmäßig neu eingestellt.
2. Der Headgear oder Außenbogen bewegt durch Kraftübertragung die Backenzähne nach hinten. Er ist ausschließlich für den Oberkiefer geeignet.
3. Der Lipbumper bewegt durch die Kraft der Unterlippe die Backenzähne nach hinten. Er ist ausschließlich für den Unterkiefer geeignet.
Die herausnehmbaren Spangen sollten nachmittags, abends und nachts getragen werden. Ausnahmen sind Schule, Essen und Sport.
Die feste Variante der Distalisationsgeräte:
Der Einsatz dieser Geräte (z. B. die Pendulum-Apparatur) ist im Oberkiefer möglich. Sie werden fest und kaum sichtbar am Gaumen eingesetzt und wirken Tag und Nacht, d. h. 24 Stunden. Das ist ein sehr großer Vorteil, da so der Erfolg nicht von der Mitarbeit des Patienten bei der Tragezeit abhängt. Natürlich müssen die Zähne weiter gut geputzt und die Kontrolltermine wahrgenommen werden.
Fazit: Kinder sollten spätestens im Alter von 7 Jahren dem Kieferorthopäden vorgestellt werden.











