(openPR) „Seit dem “11. September” ist man gegenüber dem Nahen Osten noch misstrauischer, als es zuvor schon der Fall war. Doch es gibt auch neugierige und mutige Menschen, Alexander Peters ist einer hiervon, die es wagen, sich fremde Kulturen anzusehen: Er geht als Lehrer, als Entwicklungshelfer, in die Vereinigten Arabischen Emirate.
Bei Alexander Peters endet es allerdings im Kulturschock, im Orientblues: Kamele sitzen in Müllhalden, zu essen gibt es nur Fast Food und die Vorgesetzten weigern sich, die Kultur des fremden Landes ebenso wie die Bedürfnisse ihrer Angestellten zu akzeptieren.
Alexander Peters flüchtet schließlich aus der Hitze und dem Dreck, heim ins Schwäbische, wo jedoch die nächste Katastrophe auf ihn wartet: Seine Partnerin hat es nicht ertragen, so lange ohne ihn sein zu müssen, und will sich von ihm trennen…
John G. Cardigan schreibt keine weichgespülten Kitschromane, sondern eine realistische Beschreibung von Abend- und Morgenland mit großem Verständnis für die fremde Kultur und einem leidenschaftlichen Plädoyer für mehr Verständnis und Menschlichkeit. Lesenswert für alle, die offen und neugierig sind oder selbst im Nahen Osten arbeiten wollen.“
Im Grunde könnte man mit diesen Worten, die R.Miller zur Vorstellung dieses Romans gewählt hat, schon enden und alles so belassen. Allerdings kann oder vielleicht muss man sogar, als Leser dieses etwas anderen Romans noch ein, vielleicht auch zwei Dinge dazu packen.
Der Roman selbst beginnt mit einem etwas seltsamen Einstieg. Ließt man nur die ersten zwei, drei Seiten, mag man vielleicht denken, dass die Geschichte etwaige rassistische Grundzüge vermittelt. Dem ist jedoch ganz und gar nicht so. Das Gegenteil trifft ein. Es wird sehr deutlich, manchmal schon zu deutlich, aufgezeigt wie das menschliche Miteinander im mittleren Orient aufgebaut ist. Vor allem aber, wie dieses Miteinander auch von den europäischen Gastarbeitern im Lande definiert wird. Welch enorme Mentalitätsunterschiede und Vorurteile zwischen dem Europäer und dem Araber herrschen und wie sich der durchschnittliche Europäer im Land des großen Geldes verhält.
Man erfährt überraschend viele Fakten zur Entstehung der heutigen, vereinten Emirate und auch wie das Land über die letzten 30 oder 40 Jahre gewachsen ist und man bekommt mit, wie hart das Eingewöhnen als Gastarbeiter ist, der aus einer völlig anderen kulturellen Umgebung kommt. Dies alles, aber nicht mit Hilfe einer Wortwahl im „Jammereffekt“ sondern mit reichlich Humor, der frei von der Seele geschrieben wurde und keinerlei Rücksicht auf eine dem Knigge entsprechenden Umgangston legt. Manchmal erreichen die Wort den Status eines direkten Schlages unterhalb der Gürtellinie, was der Geschichte jedoch nicht den Charakter „Feuchtgebiete“ oder ähnlichem zuspricht, sondern vielmehr unverschnörkelt Fakten in der allgegenwärtigen Umgangssprache wiedergibt. Man könnte annehmen, dass die Romanfigur all das Übel einer Auswanderung erfährt, was wohl bis auf fehlende finanzielle Mittel, welche im nahen Orient eher fremd sind, auch tatsächlich zu lesen ist.
Vom Auswandererkrimi zum Liebesdrama verpackt in einer unterhaltsamen Reiseberichterstattung. Eine wunderbare Lektüre für kühle Wintertage und sicherlich auch ein hervorragendes Weihnachtsgeschenk für Menschen, die eben nicht nur Grimms-Märchen und allgemein bekannte Gossenschlager im Bücherregal sammeln.
Als jemand der vor allem Fachlektüren ließt und schreibt, stellt dieser Roman eine echte Erfrischung dar, zumal auch der Bauboom und die infrastrukturelle Entwicklung der Vereinigten Arabischen Emirate recht nett angesprochen wird. Was noch fehlt wären vielleicht fotografische Aufnahmen aber das wäre wohl bei einem Roman wie diesem vielleicht auch zuviel des Guten, zumal die Erzählung schon reichlich Kopftheater zulässt.
Den Roman gibt es für 13,89 Euro als Taschenbuch oder für 6,48 Euro als E-Book bzw. Kindle-Roman zum Beispiel bei Amazon oder anderen Buchhändlern.












