(openPR) Großenhain, Sachsen. Sprühfarbe an Wänden ist für viele Hausbewohner und –inhaber das buchstäbliche Grauen. Die in deutschen Städten zuhauf illegal angebrachten, oft wenig einfallsreichen Kürzel sind im Allgemeinen verpönt, hinzu kommt auch, dass eine Reinigung nur umständlich und teuer zu realisieren ist. Auf der anderen Seite kann ein talentierter Anwender mit den in sämtlichen denkbaren Tönen erhältlichen Farben aus der Dose wahre Kunstwerke erschaffen.
Ein eher ungewöhnliches Einsatzgebiet für Graffitifarben hat dabei der freischaffende Künstler Sebastian Bieler aus Großenhain gefunden. Im Jahr 2011 hat er erstmals ein Fahrzeug komplett mit Sprühfarbe und Lackstift gestaltet, welches im Anschluss wie auch bei einer gewöhnlichen Fahrzeuglackierung mit Klarlack überzogen wurde.
„Natürlich gab es anfangs einige Zweifel, ob die nötige Präzision erreicht werden kann, um eine saubere und glatte Oberfläche zu erhalten“, erklärt Bieler. „Nach ausführlicher Recherche im Internet waren auch nur wenige Beispiele von Fahrzeugen zu finden, die mit Sprühdose gestaltet wurden. Das liegt zum einen an der verbreiteten Annahme, dass mit solch einem Arbeitsmittel keine ausreichende Präzision für so ein Vorhaben möglich ist und andererseits an dem hohen Schwierigkeitsgrad, der durch die Handhabung von Graffitifarben entsteht“, so Bieler weiter.
„Genau dieser Umstand war es, der für mich die Komplettlackierung eines Fahrzeugs nur mit Dose so reizvoll gemacht hat. Begibt man sich im Internet auf die Suche nach angesprühten Fahrzeugen, findet man ‚unsaubere‘ in dicken Schichten bemalte Exemplare, welche genau die Klischees erfüllen, die sich um Graffiti ranken. Ich wollte zeigen, dass es unter Voraussetzung der entsprechenden Fähigkeiten auch anders geht, was aber auch eine große Herausforderung darstellt und hohes Risiko mit sich bringt. Aufgrund der individuellen Gestaltung durfte mir kein Fehler unterlaufen. Es ist es nur bedingt möglich, Fehler zu korrigieren, da jede zusätzliche Farbschicht eine weitere Erhöhung darstellt, die sich dann in der Gleichmäßigkeit des Lackes negativ widerspiegelt.“
Bieler lackierte im Jahr 2012 weiterhin einen VW Golf und ein Motorrad. „Die Fahrzeuge wurden wie bei einer normalen Lackierung klarlackiert, zwischengeschliffen und noch einmal klarlackiert“, führt Bieler weiter aus. „Dadurch entstand eine einwandfreie Lackqualität, von der ein Großteil des Publikums sehr überrascht war. Die Einzigartigkeit dieser Methode und das hochwertige Ergebnis führten zu großer positiver Resonanz.“
Der von Bieler gestaltete VW Golf, genannt ‚Graffiti Art Car #02‘, wurde in einschlägigen Szene-Magazinen präsentiert und war im Juni 2012 auf der Auto Mobil International in Leipzig zu sehen. Es sind bereits weitere Fahrzeuge geplant. Weitere Informationen erhalten sie unter http://art-car.bastique.de und www.bastique.de.










