(openPR) Ein Angestellter nimmt das Steuer in die Hand
Nach der Insolvenz seines Arbeitgebers produziert Stephan Knoll mit seinem Team PKW-Fahrhilfen für Behinderte jetzt selbst
Sein Arbeitgeber stand vor dem Bankrott, er und seine Kollegen vor der Arbeitslosigkeit: Doch Stephan Knoll wollte sich diesem Schicksal nicht kampflos beugen.
Zusammen mit zwei Partnern entschied er sich, einen eigenen Betrieb in derselben Branche zu gründen. Womit er nicht gerechnet hatte: Die Firmengründung aus der Insolvenz des alten Betriebs heraus brachte mehr Schwierigkeiten mit sich als erwartet.
Die Landesbank Schleswig-Holstein glaubte nicht an die von Knoll und seinen Partnern vorgestellte Handlungsfähigkeit und Umsatzsteigerung. Ein Jahr und viel Geld gingen verloren, bis der engagierte Unternehmer sich schließlich an den Bundestagsabgeordneten seines Landes wandte. Dieser kannte bereits die alte Firma, war von den Erfolgschancen des neuen Unternehmens überzeugt und setzte sich bei der Landesbank für Stephan Knoll ein.
Daraufhin wurden Kredite genehmigt, jedoch bei weitem nicht in ausreichender Höhe. Um ihr Vorhaben dennoch durchzusetzen, verzichteten die Gründer über zwei Jahre auf Gehalt und lebten von den Einkommen ihrer Familien. „Wir mussten uns gegenseitig schon ganz schön Mut machen“, meint Knoll. „Zu den finanziellen Problemen kam noch, dass nicht alle Mitarbeiter mitziehen wollten.“
Immerhin 9 der 35 ehemaligen Kollegen sind seit der Gründung 2002 dabei, und sie haben alle Hände voll zu tun. Mittlerweile gibt es mehr Aufträge als Handicap-Car bewältigen kann. Knoll berichtet: „Wir haben den Umsatz gesteigert und unsere Produktpalette erweitert. Außerdem haben wir einen Internet-Shop eingerichtet.“ Von Contergan-Umbauten über Lenkhilfen bis Pedalerhöhungen können sich Interessenten nun auch online vom Know-How des kleinen Teams überzeugen. Entwickelt und eingebaut wird Fahrzeugtechnik für körperbehinderte Menschen.
Senioren mit Rücken- und Hüftproblemen bekommen bei den an Handicapcar angeschlossenen Handelspartnern Sitzhilfen, Einstiegshilfen, Schwenksitze und viele andere Artikel. Menschen, die einen Schlaganfall erlitten haben und ein Bein nicht mehr bewegen können, wird ein linksseitiges Gaspedal in jedes beliebige PKW-Modell eingebaut – einfaches Umklappen für Fahrer ohne Beinbehinderung inklusive. Rollifahrer erhalten Handbediengeräte und Rolliladesysteme, die mobil machen und behinderten Menschen einfach und selbstverständlich zur Freiheit verhelfen. Und auch ganz große und ganz kleine Menschen bekommen die nötigen Umbauten.
„Wir wollen Mutmacher der Nation werden“, so Stephan Knoll, „weil wir Mutmacher der Nation sind. Nach Unfall oder Schlaganfall haben viele Menschen den Lebensmut verloren - wir geben diesen Mut zurück. Einen schöneren Beruf als den unsrigen kann es eigentlich nicht geben. Helfen und Geld verdienen sind eng verbunden und wir arbeiten gerne mit und für unsere Kunden.“www.handicapcar.de
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