(openPR) Die Bürgerinitiative proWald Niedernhausen weist auf deutliche Mängel bei den Vorgaben zur Nutzung der Windenergie im derzeitigen Entwurf des neuen Landesentwicklungsplans Hessen (LEP) hin. Der LEP befasst sich u.a. mit Aussagen zum Energiebedarf, zu Kriterien für die Ermittlung von Vorranggebieten zur Nutzung der Windenergie und zu Umweltauswirkungen.
So kritisiert proWald Niedernhausen unter anderem, dass mit dem Nettostromverbrauch gerechnet, aber die zugrunde liegenden Annahmen nicht offen gelegt werden. Aufgrund des angenommenen Verbrauchs wird ein Flächenbedarf berechnet, aber es werden weder Strommengen aus nationalen Off- oder Onshorekapazitäten noch aus dem europäischen Verbund in die Berechnungen einbezogen. Der Ausbau der Windenergie soll vorangebracht werden, aber weder die fehlende Speichermöglichkeit des Windstroms, noch der Netzausbau werden berücksichtigt. Mindestabstände werden festgelegt, aber die Bauhöhe der Windkraftanlagen wird nicht berücksichtigt, sondern völlig freigestellt. Eine Mindest-Windgeschwindigkeit wird zwar festgelegt, aber die Wirtschaftlichkeit wird außer Acht gelassen. Umweltauswirkungen von Windkraftanlagen werden aufgezählt, aber es wird keine Strategie zu deren Vermeidung entwickelt.
Eine Vielzahl der inzwischen über 100 Mitglieder von proWald Niedernhausen haben diese und weitere Bedenken fristgerecht beim Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung eingereicht. Ein Sprecher der BI bedauerte, dass die Gemeinde Niedernhausen die beabsichtigten Änderungen des Landesentwicklungsplanes lediglich zur Kenntnis genommen hat und damit die Chance, auf den Plan Einfluss zu nehmen, vertan habe.
Nach Ansicht von proWald Niedernhausen sind im gesamten Energiesektor Einsparungen, Effizienzsteigerungen und neben der nur bedingt zuverlässigen Windkraft auch die Förderung anderer neuer Technologien sowie die Entwicklung des Netzausbaus nötig. Hierin sieht die Bürgerinitiative die größte Chance, unsere Energiezukunft umweltverträglich zu gestalten. proWald Niedernhausen fordert, dass die Verantwortlichen diese Gesichtspunkte in Zukunft stärker beachten.






