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Prävention von Gewalt gegen ältere und pflegebedürftige Menschen in Europa

17.09.201215:09 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Prävention von Gewalt gegen ältere und pflegebedürftige Menschen in Europa

(openPR) Rahmenempfehlungen des MDS zur Entwicklung eines Monitoring-Systems kommentiert von Thomas Kirpal, Pflegewissenschaftler (MScN) und Teamleiter Consulting bei der Standard Systeme GmbH

Hamburg, September 2012 - Gewalt in der Pflege ist seit Jahren ein Thema. Mal mehr, mal weniger. In diesen Tagen wird besonders intensiv die Gewalt gegen ältere und pflegebedürftige Menschen diskutiert, seit der MDS am 15. Juni Rahmenempfehlungen zur Entwicklung eines Monitoring Systems auf seiner Internet-Seite online gestellt hat. Und dafür gibt es gute Gründe!


Fast unbemerkt von der deutschen (Pflege-)Öffentlichkeit berichtete bereits im Jahr 2011 der WHO-Bericht zur Vermeidung von Gewalt gegen alte Menschen, dass die Misshandlung älterer Menschen ein gesellschaftliches Problem von gewaltigem Ausmaß darstellt, das schon fast den Charakter einer Tabuthematik aufweist. Die Zahlen sind erschreckend: In Europa werden jedes Jahr 8.300 Menschen getötet, die 60 Jahre und älter sind. Die Fälle von Gewalt gegen alte Menschen, über die in den Medien berichtet wird, sind dabei nur der Gipfel eines Eisbergs: Auf eine registrierte Misshandlung kommen schätzungsweise fünf Gewalttaten, die im Dunkeln bleiben.
Insofern kommt die Veröffentlichung der Ergebnisse des MILCEA-Projekts (Monitoring in Long-Term Care – Pilot Project on Elder Abuse), das vom Medizinischen Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) koordiniert wurde und mit Partnern aus mehreren Europäischen Staaten realisiert wurde, zur richtigen Zeit!
Sowohl in der Langzeitpflege als auch in teilstationären oder ambulanten Settings sind die Expertenstandards mittlerweile komplett implementiert und umgesetzt und die Anforderungen der Qualitätsprüfungen und der Transparenzkriterien werden zum größten Teil erfüllt. Da macht es durchaus Sinn, über den bisherigen Tellerrand hinauszublicken, Pflege weiter zu entwickeln und sich den bestehenden großen Heraus-forderungen anzunehmen.
Allerdings muss man nach der Lektüre des MILCEA-Berichtes sagen, dass die vorliegenden Empfehlungen und Vorschläge, im Gegensatz zu bisherigen Empfehlungen und Grundsatz-stellungnahmen des MDS eher den Charakter der Aufklärung, des Bewusstmachens und des Aufrüttelns haben. Es finden sich kaum klare, eindeutige und sofort anwendbare Vorgehensweisen, Instrumente und Strategien.
Das vorgeschlagene Monitoring System wurde zwar fundiert erarbeitet, die nationale und regionale Umsetzbarkeit durch eine Akteursanalyse evaluiert. Weiterhin wurden die Empfehlungen zur Verbesserung bestehender Strukturen durch wissenschaftliche Experten evaluiert.
Gleichwohl fehlen derzeit sowohl die rechtlichen Rahmenbedingungen als auch die Qualifizierung und Sensibilisierung der Pflegenden und Einrichtungen in der Langzeitpflege. Auch sind Kenntnisse über die zugehörigen Indikatoren und Risikofaktoren derzeit, wenn überhaupt, nur marginal vorhanden. Relevante Screening- oder Assessmentinstrumente sind in Deutschland nicht bekannt und liegen nur in der englischen Sprache vor. Zudem sind diese Instrumente noch nicht ausreichend spezifisch auf Gewalt gegenüber älteren Menschen ausgerichtet, wie z. B. der EAST (Elder Abuse Screening Test) oder das IOA (Indicators of Abuse).
Infolge dessen richten sich die Rahmenempfehlungen des MILCEA-Projekts zunächst nicht nur an die Akteure in der Langzeitpflege, sondern vielmehr auch an die Politik, die dieser Thematik zunächst mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen sollte, um mit den zu schaffenden Rahmenbedingungen einen systematischen Präventionsansatz zu ermöglichen. Sie richtet sich an Pflegeexperten und die Pflegewissenschaft, geeignete, fundierte und evaluierte Instrumente in deutscher Sprache zur Verfügung zu stellen, wiederum unterstützt durch entsprechende Aufträge und finanzielle Unterstützung von politischer Seite. Zudem sollten Ausbildung, Fortbildung und Weiterbildung entsprechende Inhalte anbieten, um Pflegekräfte zu dieser Thematik zu sensibilisieren und Strategien zu Umgang und Vermeidung zu entwickeln.
Dennoch erscheint es sinnvoll und geboten, angesichts der Brisanz dieser Thematik, sich parallel dazu auch in der praktischen Pflege vor Ort bereits heute Gedanken zu machen, Strategien zu entwickeln und die Thematik Gewalt aus der Tabuzone herauszuholen und offen und ehrlich zu diskutieren.

Die Unternehmensberatung der Firma Standard Systeme bietet hierzu umfangreiche Unterstützungsmaßnahmen an:

>> Monitoring-System „Prävention von Gewalt“
Sensibilisierung – Implementierung – Evaluierung
Die Umsetzung erfolgt in Projektform vor Ort in der jeweiligen Einrichtung, konkret auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten.

>> Tagesseminar „Umgang mit Herausforderndem Verhalten bei Demenz“
Eine der häufigsten Ursachen von Gewalt gegenüber pflegebedürftigen Menschen ist das „Herausfordernde Verhalten“ bei demenziellen Erkrankungen. In diesem Seminar lernen die Pflegenden, diese Verhaltensweisen zuzuordnen, zu verstehen und einzuschätzen. Konkret umsetzbare Strategien, auf dieses Verhalten positiv einzuwirken, werden theoretisch betrachtet und praktisch geübt.

Für weitere Informationen und eine individuelle Beratung steht Ihnen Standard Systeme jederzeit gern auf Anfrage an E-Mail zur
Verfügung.

Literaturquellen:
Cohen , M. (2011): Screening Tools for the Identification of Elder Abuse. Journal of Clinical Outcomes Management, Vol. 18, No. 6

MDS (2012): Prävention von Gewalt gegen ältere und pflegebedürftige Menschen in Europa. Rahmenempfehlungen zur Entwicklung eines Monitoring-Systems.
http://www.mds-ev.de, Zugriff am 17.07.2012

Neale, A. V., Hwalek, M. A., Scott, R. O., & Stahl, C. (1991): Validation of the Hwalek-Sengstock elder abuse screening test. Journal of Applied Gerontology, 10(4), 406-415.

WHO (2011): European report on preventing elder maltreatment.
http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0010/144676/e95110.pdf, Zugriff am 17.07.2012

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