(openPR) Das Internet „boomt“ wieder und immer mehr Bandbreite muss her, um die ambitionierten Ziele der Breitbandanbieter zu ermöglichen. Während die klassischen Anbieter auf der einen Seite gegenüber mobilen Anbietern mit scheinbar gleichwertigen Lösungen für Telefonie und Internetzugang in Argumentationsnot geraten, müssen sie sich gleichzeitig zunehmend dem wachsenden Druck alternativer Anbieter stellen und schnell auf den Preisverfall innerhalb des Kernmarktes „Internet Zugang“ reagieren.
Um sich in eine gute Ausgangsposition zu bringen, setzen die Internetanbieter auf kundenorientierte Inhalte und Services, große Bandbreiten und dem Quality-of-Service-Versprechen mit neuen Netzinfrastrukturen. Damit schaffen sie schließlich die Basis, für Triple Play-Produkte, ohne dass ein Kunde bei gewohnten Leistungen wie Fernsehen oder Telefonie Qualitätseinbußen in Kauf nehmen muss.
Allerdings ist ein Ausbau der im „ganzen Land“ verteilten Infrastruktur für höhere Bandbreiten nicht nur zeit- sondern vor allem auch kostenintensiv. Daher findet meist eine Konzentration auf die Ballungszentren statt, um dort bei einer großen Haushaltsdichte einen schnellen Return on Invest zu realisieren. Die T-Com plant für den Netzausbau bis 2007 etwa 3 Milliarden Euro, um eine Bandbreite von 50 Megabit erst in zehn, dann in weiteren 40 Städten anbieten zu können. Bei diesen Größenordnungen an Investitionen scheint es nur verständlich, dass auf der einen Seite die „kleineren Anbieter“ vom Netzaufbau profitieren möchten, die T-Com Ihre Infrastruktur aber ungern mit diesen zu teilen bereit ist. Auch andere Internet-Serviceprovider planen bis Jahresende höhere Bandbreiten mit bis zu 20-Megabit und experimentieren bereits mit Technologien für noch höhere Bandbreiten. Alle haben damit die Zukunftsrelevanz der Breitbandtechnologie erkannt und versuchen, sich einen Vorsprung zu erarbeiten oder zumindest den Anschluss an die Zukunft nicht zu verpassen.
Dass der technologische Vorsprung der T-Com durch regulatorische Eingriffe gesenkt wurde und der Wettbewerb erstarkt, zeigt das Beispiel der Telecom Italia-Tochter Hansenet, die Anfang kommenden Jahres in 14 deutschen Städten 16-Megabit-Angebote anbieten wird. Dennoch sieht die Bundesnetzagentur aufgefordert, die Ausbaupläne der T-Com zu kommentieren. Die Wettbewerberverbände Breko und VATM verweisen auf Platzmangel in den neu verwendeten Kabelverzweigern der T-Com. Das könne dazu führen, dass den Wettbewerbern schlichtweg der Zugang zum Kunden versperrt werde. Der neue Netzausbau besteht im Wesentlichen darin, dass neue Glasfaserleitungen zwischen den Hauptverteilern und den Kabelverzweigern parallel zu den Kupferleitungen gelegt werden.
Ergänzend zum Ausbau der Leitungen wird direkt in die Kabelverzweiger auch neue DSLAM-Technologie eingebaut, bevor die letzte Meile zum Teilnehmeranschluss herkömmlich per Kupferkabel zurückgelegt wird. Für den Zugang zu den Kabelverzweigern gelten aber noch einmal ganz andere Regelungen, als für den Zugang zu den Hauptverteilern. Daraus kann sich eine Kosten- und Gebührenstruktur ergeben, auf die die Bundesnetzagentur sicher noch ein ganz besonderes Auge werfen wird. Die Behörde muss dabei die Prioritäten für die Förderung der Breitbandentwicklung durch tragbare Investitionsentscheidungen aller Anbieter und die Schaffung von Rahmenbedingungen für einen selbstregulierenden Wettbewerb in Einklang bringen.
Das politische Thema „Netzausbau“ wird somit auch künftig jede Menge Diskussionsstoff liefern. Zumal es dabei um Gebühren und Chancen geht und ein kalkulierbares und tragbares Modell entwickelt werden muss, um den zukünftigen Breitbandkunden zu erreichen. Denn ist der Kunde erst einmal bei einem bestimmten Anbieter unter Vertrag, wird er bei der steigenden Verflechtung der einzelnen Serviceleistungen aus Sprache, TV und Internet voraussichtlich nicht mehr so leicht wechseln. Denn schließlich steht bei den kommenden, auf IP basierenden Konvergenzdiensten nicht mehr „nur der Anschluss ins Haus“ im Mittelpunkt, wie es bislang für Telefon, TV oder Internet der Fall war. Mit den neuen, multimedialen und interaktiven Medien wird hinter dem Anschluss der Kunde als Person erkannt, lokalisiert und adressiert. Dadurch sind die Kunden viel stärker als bisher an ihren Provider gebunden. Der Wechsel zu einem Wettbewerber, beispielsweise einfach aus Kostengründen, wird damit künftig schwerer. Verständlich, dass die Wettbewerber der Deutschen Telekom hier kein quasi staatlich genehmigtes neues Monopol ausgerechnet in den umsatzträchtigsten 50 Metropolen Deutschlands zugestehen wollen.
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