(openPR) Berlin, 29.10.2005. Es ist schon kein Gerücht mehr, sondern bestätigte Wahrheit: eBay bekommt in diesem Jahr zum ersten Mal ernsthafte Konkurrenz. Diesmal ist es Suchmaschinen-Gigant Google, der sich anschickt, mit eigenen Internetauktionen und dem beliebten Anzeigengeschäft dem 10 Jahre alten Online-Auktionshaus die Kunden abzugraben. Der Code Name ist Google Base.
Schon vor einiger Zeit probierte sich Yahoo! in Internet Auktionen, ließ aber zumindest in Deutschland davon ab und verkaufte die Sparte an eBay. Immerhin gibt es die Yahoo! Auctions noch in den USA, aber die Anzahl der Gebote kann sich mit eBay nicht messen. Andere Auktionsseiten im Internet hinken eBay immer noch weit hinterher.
Bei Google ist alles anders. Die schlauen Jungens Larry Page und Sergey Brin, die den Google Aktienwert innerhalb von einem Jahr immerhin vervierfachten und so einen Unternehmenswert von ca. 33 Milliarden Euro "aus dem Nichts" aufbauten, sagen jetzt allen Großen der Branche, egal ob eBay oder Microsoft, den Kammpf an. Welches Erfolgsgeheimnis haben die beiden?
Eine Analyse der Entwicklung von Google ergibt ganz klar, die Google Gründer haben es geschafft, fast alle Internet Nutzer regelmäßig auf Ihre Webseite zu ziehen und das, ohne ein eigenes Produkt zu verkaufen! Seiner Struktur nach ist das Internet immer noch chaotisch. Kein Mensch kann sich hunderte Domainnamen merken, um interessante Sachen zu finden - seien es nun Informationen oder Produkte. Google machte mit der Indizierung des Webs fremde Inhalte zu seinem Kapital. Die gigantische Google Datenbank verwaltet sozusagen ein Backup der Inhalte des gesamten Internets. Erst nachdem Millionen und aber Millionen von Nutzern Google sozusagen als "das Internet" ansahen, weil sie von dieser Seite überall dahin kamen, wo es etwas Interessantes gab, startete Google sein Werbeprogramm AdWords, mit dem es inzwischen Milliarenumsätze macht.
Zurück zu eBay. Ist es nicht ein bißchen altbacken, in 10 Jahren nicht ein einziges Mal seine Geschäftsstrategie zu überdenken? Was hat sich getan bei eBay, um das frühere Wachstum fortzusetzen? Nicht viel. Immer mehr Käufer beklagen, dass sie nur noch mit gewerblichen Händlern zu tun und dadurch kaum eine Ersparnis haben. Da können sie gleich ins Karstadt um die Ecke gehen. Die Verkäufer stöhnen unter der Last der übertriebenen eBay Gebühren. Es gibt Sparten, in denen die eBay Gebühr 80% des Händlerumsatzes ausmacht, aber die restlichen 20% scheinen manchen Händlern zum Überleben zu reichen. Mit einer stetigen Preisteigerungspolitik versucht eBay, die Umsätze zu halten.
Wichtiger aber erscheint die Unternehmenspolitik in Sachen Kundenmanagement. eBay läßt sich auschließlich bei sogenannten Shop-Kunden, die mindestens 499 Dollar im Monat zahlen, zu einem persönlichen Gespräch mit dem Kunden herab. Alle anderen Kunden werden mit vorgefertigten Textblöcken in Emails abgespeißt. Und schlimmer noch ist die Tatsache, dass eBay ohne nachzudenken, tausende Kunden einfach rausschmeißt. Verständlich sind Sicherheitsmaßnahmen gegen die vielen Betrüger richtig, die mit dem Modell der Vorauszahlung mächtig absahnen, da sie nie liefern werden. Was aber haben die Käufer bei eBay verbrochen? Im Oktober setzte eBay.de den Dienst SniperAgent.de auf den Index und bedrohte seine Kunden mit der Kündigung, falls sie weiter automatisch auf Auktionen bieten lassen. Interessant dabei ist, dass die US Filiale von eBay überhaupt keine Probleme mit dem so genannten Sniping hat. SniperAgent.de wickelt die automatischen Gebote nun über eBay.com ab und keiner regt sich auf.














