(openPR) Die Lichtbildnerei – wir sind Babel zeigt im August unter dem Titel „Eckensteher“ eine kleine Gruppe von Stuttgarter FotografINNen, die sich intensiv mit ihrer Stadt und dem oft beschworenen urbanen Wandel auseinandersetzen. Sie sind Fußgänger und Eckensteher, Hingucker und Chronisten der Stadt.
Ein waches Auge und schnelle Reaktion: Selten ist der Akt des Fotografierens so direkt und der Kontakt zum Gegenüber so unmittelbar wie auf dem Trottoir. Straßenfotografien sind Bilder, wie sie das Auge sieht, Momentaufnahmen vom vorbeiziehenden Gewusel und Gedränge der Stadt. Die Ausstellung greift die Tradition der klassischen Straßenfotografie à la Garry Winogrand, Robert Frank oder Lee Friedlander in unserem hier und jetzt auf. Im Mittelpunkt der Fotografien steht die präzise Alltagsbeobachtung, die Geschichte im Bild. Sie befinden sich im Spannungsfeld von spontaner Dokumentation und der jeweils individuellen künstlerischen Aussage.
Unsere Eckensteher sind „Müßiggänger, die an Ecken stehen“ und Klarheit und Übersicht dort suchen, wo andere vorbeihasten. Durch fotografische Ästhetik und Komposition unterscheiden sich ihre Bilder vom Schnappschuß. Wie der Prophet im eigenen Land halten uns die Stuttgarter StraßenfotografINNen den Spiegel vor und zeigen uns unseren Alltag – und was wir als normal empfinden – in einem anderen, neuen Licht.
Stuttgart stellt für uns Stuttgarter einerseits eine Herausforderung dar, weil der „Reisebonus“ fehlt. Das Außergewöhnliche und Universelle im Alltäglichen zu finden, die Beschäftigung mit unserer allzu bekannten Stadt ist andererseits besonders reizvoll.
Stuttgart befindet sich zur Zeit in einem raschen Wandel; auch das Leben seiner Einwohner spielt sich in hoher Geschwindigkeit ab. Auf Stuttgarts Straßen zeigt sich das gegensätzliche Bild der Gesellschaft am deutlichsten.
Warum eigentlich sollte eine Industriestadt im Südwesten Deutschlands nicht ebensogut zur Bühne großartiger Bilder werden können wie die Metropolen dieser Welt?
Cana Yilmaz und Jens Franke beobachten in schwarzweißer Schlichtheit das Gedränge der Menschen und zeigen den Einzelnen in der Masse. Sie finden sprechende Gebrauchsspuren oder durchlebte, faltige Physiognomien. Bei Sven Scholz kommen das Spiel des Lichts und die umgebende Architektur zu ihrer eigenen Geltung. Jan Hottmann kommentiert mit seiner zensierten Serie das allgegenwärtige Fotografenproblem mit dem Recht am eigenen Bild. Harald Völkl findet die Eigenheiten der Stadt zwischen Wald und Reben und charakterisiert sie in seiner eigenen liebevoll ironischen Art.











