(openPR) (Wien) Das neue Buch des österreichischen Schlossermeisters Michael Bübl beschreibt den gefährlichen und trostlosen Beruf des Schlüsseldienst Monteurs. Dass diese Tätigkeit lebensgefährlich ist, hat der Mehrfachmord in Karlsruhe gezeigt, bei dem auch ein Schlüsseldienst Mitarbeiter während seiner Arbeit getötet wurde. Jeder Einsatz kann tödlich enden. Hinter jeder verschlossenen Tür wartet unter Umständen ein schwer bewaffneter Attentäter, ohne Hemmungen von der Schusswaffe Gebrauch zu machen. Tätliche Übergriffe und wüste Beschimpfungen stehen an der Tagesordnung eines Öffnungsdienstes und jeder Schlüsseldienst Mitarbeiter war garantiert bereits selbst in einer gefährlichen Situation.
Michael Bübl weiss bestens Bescheid über die Situation in der Schlüsselbranche nach über zwanzig Jahren Berufserfahrung im Notdienst. "Um diesen Job machen zu müssen, muss man schon sehr weit unten stehen auf der gesellschaftlichen Leiter. Wer setzt sich ohne Schutz und ohne soziale Absicherung jeden Tag dieser Gefahr aus?" Solche Aussagen trifft der Wiener. „Nachdenken darf man nicht!" Von der frühesten Morgenstunde bis weit über Mitternacht und dann noch länger, oftmals verstörten Kunden mit Schloss- und Schlüsselproblemen die Türe zu öffnen, das ist garantiert eine Aussenstelle der Hölle. „Manchmal sind unsere Kunde ganz schön gefährlich, viele sind geladen wie ein Pulverfass!“ Michael Bübl bietet mit seinem neuesten Buch Traumjob Schlüsseldienst tiefe Einblicke in die für Normalbürger verschlossene Welt der Schlüsseldienste.
Der Autor erzählt vom weit gefächerten Spektrum seiner Aufträge. Er schildert menschliche Dramen und unsichtbare Not. Von privilegierten Beamtentum, die von der Ausweglosigkeit der zumeist völlig verarmten Bevölkerung ihren Nutzen zieht. “Die Beamten sind ein Virus, der uns alle befallen hat.“ Er schreibt von illegaler Prostitution der Jugend und vom fehlenden sozialen Netz in einer Stadt, die sich als weltoffen und sozial der Welt präsentiert. Mit harten Worten schildert er widerliche Ereignisse in Gaststätten und mit besonderer Sachlichkeit beschreibt er einen lebensgefährlichen Polizeieinsatz mit einem schwer bewaffneten Gewalttäter.
Die gesamte Handlung mit dutzenden Kunden Begegnungen ereignet sich an einen einzigen nicht enden wollenden Tag. Einsamkeit, schlechte Nahrung und keine Hoffnung auf bessere Zeiten sind die Begleiter des gepeinigten Schlossers. „Das allerschlimmste in unserem Job ist jedoch das miese Image, die Einsamkeit und die permanent schlechte Presse,“ meint der Handwerker. „Irgendwann weiss man, dass man minderwertig ist.“
Dem Autor gelang eine satirische Meisterleistung, denn er stellt das Elend der Grossstadt mit gelungener Ironie dem Leser vor. Lachen ist durchaus erlaubt. Er spricht mit diesem tragisch-komischen Buch tausenden Kollegen und anderen Systemverlierern aus der Seele, die ähnliche oder gleiche Situationen erlebt haben. Die Möglichkeiten einen Handwerker das Leben zu zerstören sind unbegrenzt und wird durch die Boshaftigkeit der Staatsdiener und Beamten nochmals erweitert. Es wird kein Versuch seitens der Kunden unterlassen den armen Monteur ins Irrenhaus oder auf den Friedhof zu befördern.
Mit dieser Story werden dem Leser Seiten gezeigt, wie die Männer mit dem Geheimwissen Türen aufzusperren zu können, erbärmlich tagtäglich deren Leben meistern. Obwohl, Leben kann man das nicht bezeichnen eher mehr so eine Art Sklavendienst. Der Autor, selbst ein Leid geplagter Schlüsseldienstler offenbart mit seinem Werk die wahre Seite des unbekannten Mannes vom Notdienst.
Die Frage warum er denn diesen Job macht beantwortet der Schlossermeister lakonisch: "Was erwarten Sie sich von mir? Ich bin ein primitiver Handwerker!"
Der dreifache Meister beschreibt das Leben eines Notdiensthandwerkers mit einem grossen Patzen Selbstironie bis hin zum schwarzen bissigen Sarkasmus. Er zeigt deutlich die Spaltung der Gesellschaft mit all den sozialen Missständen auf, unterhaltend und auf humoristische Weise verpackt. Die Geschichte beginnt rasant und kann den hohen Level bis zum Schluss halten. Das ganze Buch liest sich wie ein zwei Zeilenwitz.



















