(openPR) Nicht zuletzt aufgrund aktueller Beschlüsse seitens der IMO sind Reedereien dazu aufgefordert, den Schiffsbetrieb effizienter im Hinblick auf Energie- und Treibstoffverbrauch zu gestalten und die Emissionen ihrer Schiffe zu senken. Raytheon Anschütz, ein Hersteller von Navigationstechnik aus Kiel, kann die Reeder mit dem neu entwickelten adaptiven Autopiloten NautoPilot 5000 dabei unterstützen.
Raytheon Anschütz hatte im vergangenen Jahr die US-amerikanische Reederei Overseas Shipholding Group (OSG) als einen der ersten Kunden für den neuen adaptiven Autopiloten NautoPilot 5000 gewonnen. OSG plant mit dem NP 5000 ältere Autopiloten auf mehreren Öltankern zu ersetzen und hat den ersten neuen Autopiloten im Oktober 2011 auf der “Overseas Fran” in Betrieb genommen.
„OSG unternimmt große Anstrengungen, um die Energieeffizienz an Bord zu erhöhen. Unser Autopilot wurde auch deshalb ausgewählt, weil man den Treibstoffverbrauch reduzieren und Emissionen senken wollte”, sagt Olav Denker, Produktmanager bei Raytheon Anschütz. “Mit OSG hatten wir die Gelegenheit, den positiven Effekt des NP 5000 auf die Steuereigenschaften des Schiffes, und damit auf den Treibstoffverbrauch, erstmals in der Praxis zu überprüfen.”
Der NP 5000 nutzt einen integrierten ECO-Modus, um die Ruderbewegungen zu optimieren. Im ECO-Modus werden die Autopilot-Einstellungen automatisch hinsichtlich des Seegangs und des Wetters angepasst. Da durch häufige und starke Ruderlagen keine hochfrequenten Kursabweichungen aufgrund von Wetterbedingungen kompensiert werden, reduziert der Autopilot die Sensibilität auf diese Einflüsse. Als Resultat optimaler Einstellungen wird die Ruderaktivität reduziert, das Schiff wird weniger abgebremst und verbraucht weniger Treibstoff.
Die erste Reise der “Overseas Fran” mit dem neuen NP 5000 ging von Skagen nach New York. Um den tatsächlichen Effekt von NP 5000 auf die Ruderbewegungen zu untersuchen, wurde der Ausdruck von Kurs- und Ruderlagen mit den Daten des alten Autopiloten der vorangegangenen Reise verglichen. Beide Reisen fuhren dieselbe Route bei vergleichbaren Wettereinflüssen.
Capt. Dmitry Shatrov, Kapitän auf der “Overseas Fran, erklärt das Ergebnis: „Unser Ausdruck zeigt, dass die Ruderbewegungen unter dem neuen Autopiloten sanfter und ökonomischer ausfallen.”
Der positive Einfluss des ECO-Modus auf die Steuereigenschaften wird verstärkt durch einen neuen, in den Autopiloten integrierten, Kurs- und Ruderlagenplotter. Auf seinem großen Farbdisplay zeigt der NP 5000 graphisch Kursänderungen und damit verbundene Ruderlagen an. Diese Darstellung zeigt neben den Steuereigenschaften auch unmittelbar den Effekt von Änderungen in den Parametereinstellungen hinsichtlich Ruder, Gegenruder oder Gieren. Für den Bediener wird es einfacher, durch optimierte Parametereinstellungen die Steuereigenschaften des Autopiloten zu verbessern und so Ruderbewegungen und Treibstoffverbrauch zu reduzieren.
„Der neue Autopilot hat eine benutzerfreundliche Bedienoberfläche, die es einfach macht, den Autopiloten auf die jeweilige Situation, Einflüsse von Wetter oder auch notwendige Präzision, einzustellen. Dies hilft, das Schiff im Hinblick auf Sicherheit und Treibstoffverbrauch optimal zu navigieren”, fasst Capt. Shatrov zusammen.
Die Bedeutung optimierter Ruderlagen für Einsparungen von Treibstoff und die Entwicklung eines ganzheitlichen “Ship Energy Efficiency Management Plan” (SEEMP) wurde bereits von der IMO im Rahmen der “best practice” Richtlinien für effizienten Schiffsbetrieb hervorgehoben. Olav Denker erklärt: „Es ist allseits bekannt, dass weniger und sanfteres Rudergeben signifikanten Einfluss auf den Treibstoffverbrauch hat und Emissionen reduziert. Die Integration einzigartiger Funktionen wie dem ECO-Modus und dem Kurs- und Ruderlagenschreiber waren deshalb zentrale Aspekte während der Entwicklung unserer NP 5000 Autopiloten.”
Weitere Funktionen des NP 5000 sind ein neuer “Course Control” Modus, der Wind und Drift automatisch korrigiert und eine echte Kursregelung über Grund ermöglicht, sowie ein neuer integrierter Beschleunigungsmonitor, der bei Überschreitung eines definierten Werts an Querbeschleunigung warnt und so die Gefahr von Schäden und Unfällen vermindert. Der leistungsstärkste Autopilot verfügt über einen hochgenauen Regler, der insbesondere für Schiffe, die in engen und anspruchsvollen Gewässern wie beispielsweise Schärenküsten und Inselgruppen unterwegs sind, entwickelt wurde.
Die Autopiloten der NautoPilot 5000 Serie werden seit Anfang 2011 als Nachfolger der bewährten NautoPilot 2000 Serie auf den Markt gebracht. Raytheon Anschütz beliefert internationale Werften und Reeder mit insgesamt etwa 800 Autopiloten im Jahr.












