(openPR) Reutingen / Günzburg. Seit einem Jahr studieren an Hochschule Reutlingen 27 junge Menschen Medizin-Technische Informatik. Jetzt erfolgte der erste Praxis-Check. Am Standort Günzburg des Universitätsklinikum Ulm waren sie bei einer Tumoroperation dabei und konnten selbst erleben, welche Anforderungen heute an die Medizintechnik im Operationsalltag gestellt wird. Mit dem Besuch, so Oliver Burgert, Professor an der Reutlinger Informatik, sollen die Studenten gleich zu Beginn des Studiums an die medizinische Praxis herangeführt werden um diese besser zu verstehen um Lösungen zu entwickeln, die auch praxistauglich sind.
Entsprechend war dann auch das Programm an der neurologischen Klinik in Günzburg. Auf dem Besuchsprogramm der Studenten der Mediizinisch-Technsichen Informatik aren alle Bereiche, die vor, während und nach einer OP maßgeblich sind. Angefangen von der Steilgurtabteilung über die Anästhesie bis hin zum Besuch im Operationssaal während einer Operation. Hauptaugenmerk dabei: Welche technischen Geräte werden eingesetzt, wie sind sie im Klinikalltag zu bedienen und wie verläuft die Kommunikation untereinander und zum Patienten.
In der Anästhesie etwa gilt es, neben dem medizinischen Ablauf, auch mit dem Patienten vertrauensvoll umzugehen, der kurz vor einer Operation steht. Anders die Situation im Operationssaal. Hier bestimmen Sachlichkeit und Professionalität den Umgang miteinander. Erstaunt zeigten sich die Studenten dabei vom hohen technischen Standard der neurochirurgischen Klinik in Günzburg, die eine der modernsten in Deutschland ist und zum Universitätsklinikum Ulm gehört. So verfügt die Klinik in Günzburg als einzige in Deutschland über einen
Magnetresonanztomographen direkt im Operationsaal. Das macht es möglich, noch während der Operation zu kontrollieren, ob die bisherigen Schritte erfolgreich waren oder ob weiter operiert werden muss.
Neben dem hohen technischen Standard beeindruckte die Studenten aber auch das Zusammenspiel von Ärzten, Assistenten, Pflegern und Experten während der Operation. Ständig werden kurze knappe Anweisungen gegeben und Informationen von den unterschiedlichen Geräten abgelesen und den anderen mitgeteilt, damit diese über den Verlauf der Operation und den Zustand des Patienten informiert sind. Und genau hier spielt die Informatik eine entscheidende Rolle, so Oliver Burgert.
Geräte die nur schwer zu bedienen, nicht miteinander kompatibel sind oder Software die schwer verständliche Ergebnisse liefert macht die Arbeit im OP einfach unnötig schwerer: Es entsteht unnötiger Stress. Hier kann aus Sicht des Leiters des Studienganges, die Informatik im wahrsten Sinne des Wortes leben retten.
Praxisbezug pur und so verwundert es auch nicht, dass die Studenten nach dem Besuch der Klinik hoch motiviert waren. „Es war sehr schön die Programme und die Realität zu sehen und zu erleben. Man sieht was wir erreichen können auch für das Wohlergehen der Patienten und spürt, dass an dem was wir entwickeln wirklich Menschenleben dran hängen.“ Kritik gab es nur in einem Punkt, Ynur Üstün: „Es war einfach zu kurz. Ich hätte gern noch mehr gesehen weil ich es richtig spannend fand.“















