(openPR) Liebe Kunstfreunde,
nach der vergangenen, überaus erfolgreichen Kunstauktion im Frühjahr 2012, präsentieren wir Ihnen in unserer anstehenden Sommerauktion mit über 3.200 Ausrufnummern erneut ein umfangreiches Angebot an Möbeln, Gemälden und Skulpturen. Die Versteigerung, zu der alle Kunstliebhaber und Interessenten eingeladen sind, findet am 06. und 07. Juli im Auktionshaus Michael Zeller in Lindau statt. Nachfolgend ein kurzer Einblick in die zu ersteigenden Gegenstände.
Möbel
Die meisterhafte Verbindung von kunsthandwerklicher Präzision und dem Zauber der Willkür kann exemplarisch mit dem Zylinderbureau à deux dargestellt werden, das in der Technik der Marqueterie hergestellt wurde und mit einem Limit von 33.000 Euro aufgerufen wird.
Selten bietet sich die Möglichkeit, ein Objekt vergleichbar außergewöhnlicher Kunstfertigkeit in natura zu bewundern, da die Blütezeit dieser Marqueterie-Möbel zwischen den beiden Weltausstellungen 1873 und 1893 lag. Zu schnell wurde diese Mode vom aufkommenden Stil des Art Nouveau verdrängt. Eines jener äußerst seltenen und kostbaren Möbel gelangt nun in Form eines Zylinderbureaus bei der Anfang Juli im Auktionshaus Michael Zeller stattfindenden Versteigerung zum Aufruf.
Das exquisite Möbelstück, auf Vierkantbeinen stehend, ist im Unterteil mit einem von drei Schüben flankierten Kniedurchlass gestaltet. Die Inneneinteilung ist mit zahlreichen Schiebefensterchen und –türen versehen, so auch der Aufsatz. Allseits, auch im Knieloch und auf der Rückseite findet sich ran-yosegi-Marqueterie von höchster Kunstfertigkeit. Der Weichholzkorpus (wohl Zeder?) ist mit vielzähligen Furnierhölzern wie Ahorn, Buchsbaum, Kiri, Maulbeere, Zelkova etc. verkleidet und wurde um 1870-80 in Hakone oder Shizouoka hergestellt. Die japanische Marqueterie-Technik ran-yosegi (ran = willkürlich, yosegi = zusammenlegen) bediente sich der natürlichen Färbung der verschiedensten Hölzer und wählte das Dekor nur scheinbar zufällig. Der Tischler Senseki Arai erfand um 1890 eine Furnierschnittmaschine, da er - von italienischen Marqueterie-Möbeln beeindruckt - seine Technik verfeinern wollte.
Gemälde
Die Auswahl an Gemälden, die das Auktionshaus Michael Zeller anbietet, erstreckt sich vom 17. bis 20. Jahrhundert und spannt einen Bogen von deftigen Kompositionen flämischer Meister, deren harter Realismus aus dem prallen Leben gegriffen zu sein scheint, über die symbolistisch aufgeladenen Landschaften eines Hans Dieters bis hin zu surrealistischen Arbeiten israelischer Künstler des ausgehenden 20. Jahrhunderts.
Mit einem Limit von 8.500 Euro wird eine äußerst selten gemalte Darstellung der sogenannten „Bauernfreud“ eines flämischen Meisters des beginnenden 17. Jahrhunderts aufgerufen. Diese Komposition besticht besonders durch ihre Großformatigkeit und des an Pieter Baltens oder Pieter Brueghel d.Ä. erinnernden Stils. Graphikfolgen und Flugblätter von Bauernfreud und –leid waren besonders bei den holländisch-reformierten Republikanern als Spitze gegen die verhassten spanisch-katholischen Flamen beliebt.
Eine Reihe stimmungsvoller Landschaften des großen Bodenseemalers Hans Dieter verzaubert nicht nur Liebhaber symbolistischer Malerei. In zarten Farben gehalten, erhalten wir weite Ausblicke auf den sommerlichen See, nehmen teil an einem magischen Seenachtsfest oder begleiten den Maler als Gaukler ein Stück weit in dessen berühmten Werk „Einer, der seiner Wege geht“. Weitere neun Arbeiten Hans Dieters stehen bei der Versteigerung zur Auswahl.
Bei den Gemälden des auslaufenden 20. Jahrhunderts beeindrucken besonders zwei Arbeiten des israelischen Künstlers Samuel Bak: In einer großformatigen Komposition stellt er zwei „Kriegsengel“ in mittelalterlicher Landsknecht-Pose vor eine apokalyptische Landschaft, umhüllt von allerlei blitzendem Stahl und ausgestattet mit gänzlich unbrauchbaren Waffen – „Mad Max“ in altmeisterlicher Manier auf Leinwand gebannt. Samuel Bak lässt hier ein Sinnbild des Krieges entstehen. Seine ausgefeilte Technik zeigt sich außerdem in einem Stillleben mit Steinen und Birnen. Im Stile Arcimboldos reizt Bak hier das Auge des Betrachters, welches erst durch die Zusammenschau unterschiedlicher Positiv-und Negativformen ein sinnvolles Ganzes erkennen kann.
Skulpturen
Abwechslungsreich präsentiert sich im Auktionshaus Michael Zeller auch der Bereich Bronzen, Skulpturen und Werke der Bildhauerkunst. Unter den religiösen Schnitzereien überzeugt neben einer eindrucksvollen 70 cm hohen weiblichen Heiligenfigur der Spätgotik aus Franken auch eine schwäbische Lindenholz-Pieta aus dem Ende des 17. Jahrhunderts. Der wehmütige Blick der sitzenden Maria richtet sich auf den in ihrem Schoß liegenden Leichnam Christi, die rechte Hand stützt den Kopf des Toten, die linke fasst ans schmerzende Herz. Es handelt sich hierbei um ein eindrucksvolles Beispiel eines Vesperbildes aus dieser Region. Wenig später entstanden, aber aus einem gänzlich anderen Umfeld stammend, ist der vollrund ausgearbeitete Christus-Korpus aus Elfenbein, der mit einem Limit von 8.000 Euro aufgerufen wird. Er lässt sich in die Zeit um 1700 datieren und verweist aufgrund seiner stilistischen Eigenheiten auf eine Fertigung in Flandern.
Die hier erwähnten Gegenstände stellen nur einen Bruchteil der Objekte dar, die am 06. und 07. Juli in den Räumlichkeiten des Auktionshauses Michael Zeller versteigert werden. Weitere Schätze, von Designklassikern, modernen Graphiken über seltene Teppiche bis hin zu ausgefallenen Uhren oder opulentem Schmuck, finden Sie im Katalog zur 113. Bodensee-Kunstauktion, der auch online unter www.zeller.de angeboten wird. Die Vorbesichtigung der Objekte ist noch bis zum 04. Juli, von 13 bis 18 Uhr, möglich. Besuchen Sie uns und bestaunen Sie die vielen Kunstwerke. Die Versteigerung der Bücher findet im Übrigen am 06. und 07. Juli in Form einer stillen Auktion statt.
Bieter können per Post, Telefon, Fax, Internet oder persönlich ersteigern.
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Kathrin Dünser







