(openPR) Es kommt leider immer wieder vor, daß eine Ausstellungseröffnung nicht so erfolgreich läuft, wie wir – die Galerie/Ausstellungsorganisatoren und insbesondere die Ausstellerin/der Aussteller – uns das vorstellen. Wa¬rum ist das so? Eine Frage, die sich sicher wortreich erklären ließe, aber dennoch kein wirklich zufrieden stellendes Ergebnis an den Tag brächte. Als Galerie kann man sich nun entschuldigen, wenn es nur zu einem „familiären Treffen“ kam oder selbst dieses nicht erreicht wurde. Aber wäre es das einzig Richtige? Spielen da nicht noch viel mehr Faktoren mit? Gern schiebt man es auf einen falsch gewählten Termin – doch welcher ist der Richtige? Die Planung einer Galerie läuft in der Regel bereits im Vorjahr an und wenn man hier einen weiteren Faktor einschieben darf, so ist es kaum zu überschauen, ob sich der festgesetzte Termin nicht durch andere Attraktionen oder Wetterlagen – eben durch unvorhersehbare Ereignisse als „falsch“ heraus stellt. Weitere Punkte sind das allgemeine Interesse, das Interesse der Medien – welche die Auswahlen trifft – und nicht zuletzt das eigene Umfeld, welche in fast jeder Galerie in Hamburg die Besucherzahlen bei den Eröffnun¬gen bestimmt. Zugebener Weise darf man davon ausgehen, daß die sogenannten arrivierten Galerien immer ihr festes Gästepotential haben – sei es, weil diese immer schon kamen oder auch nur kommen, um gesehen zu werden oder sei es, weil der Austellende im Laufe seiner Kunstlaufbahn ein ausreichendes Umfeld aufgebaut hat.
An der Auswahl der Ausstellenden kann es nicht liegen – schon aus eigener Sicht nicht und seitens der Galerie werden in der Regel hohe Qualitätsstandards bei der Auswahl zu Grunde gelegt.
Sie – lieber Lesende – bemerken, daß es gar nicht so einfach ist, eine wirklich eindeutige Begründung für einen Erfolg oder Misserfolg zu finden.
Lassen Sie mich zwei Extreme in diesem Jahr benennen: Am 8. März 2012 wurde die „PROmiBolivia“ im Hause der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt eröffnet:
- Es wurde trotz umfangreichen Informationsmaterials nicht eine Zeile (außer MOPO-Online) in den Medien veröffentlicht und keine Pressevertreter/Innen aus Hamburg gesehen.
- Es waren an dieser Veranstaltung rund 30 Akteure beteiligt, unter anderem bekannte Gruppen, wie die Hot Banditoz, Chicks-Clixxe uns viele weitere professionelle Musiker und Tanzgruppen und der nicht unbekannte Hamburger Fotograf und Filmemacher Michael Kottmeier…und kompetente Vertreter des „Rettet den Regenwald e.V.“
- Es war eine Symbiose aus Umweltrelevanten Themen, Kunst und Showevent – aufgebaut in drei großen Sälen und zwei Bühnen – die Eröffnung übernahm der Staatsrat Holger Lange (Bereich Umwelt).
- Die Tore wurden um 16 Uhr geöffnet und um 23 Uhr wieder geschlossen.
- Die Veranstaltung basierte zu hundert Prozent auf Benefiz – hätte man Gagen zahlen müssen, wäre da etwa 30.000 € zusammen gekommen…
Ergebnis:
- Es wurden rund 300 Besucher gezählt – davon nur einige wenige aus dem Hause
- Die Medien waren vertreten…durch einen Journalisten, der den Weg aus Madrid nach Hamburg fand
- Die Veranstaltung war und ist als ein voller Erfolg zu bewerten und hat – wenn auch nicht in Hamburg – zumindest im europäischen Ausland sowie in Bolivien und anderen südamerikanischen Staaten eine gewisse positive Reaktion der Aufmerksamkeit erhalten.
Das extreme Gegenteil: Die erste von zwei Ausstellungsveranstaltungen zum „Hamburger Architektur Sommer 2012“
- Umgangssprachlich als einen absoluten Flop zu bezeichnen
- Aufwand – wenn auch deutlich geringer – im Grunde derselbe
- Besucherzahlen: inklusive des Künstlers und des Veranstalters: Vielleicht 4
- Medien 0
- Resonanz aus dem Hause 0 – obwohl der Künstler und Photograph Peter Clemens Krüger zum Hause gehört und sich eigentlich höchster Beliebtheit ob seiner fotografischen Arbeiten sicher sein kann.
- Die Ausstellung war im Katalog für den Hamburger Architektur Sommer angekündigt…
Ergebnis:
- In gewisser Weise war diese Ausstellung dennoch ein Erfolg, denn selten haben sich so viele Gruppen für diese Ausstellung zur Besichtigung angemeldet – zumeist Gruppen aus Fachschulen und ähnlich.
Leider – und das muss man in gewisser Weise ebenso leidvoll wie verärgert hinnehmen – wird eine Veran¬staltung in der Regel nach dem Erfolg (ein volles Haus) der Eröffnung gemessen. Dieser ist aber zumeist nur damit zu erreichen, wenn alle Faktoren auf positiv stehen – Umfeld des Ausstellenden, allgemeines und Medien¬interesse etc..
Ausstellungserfolge sind allerdings auch mit namhaften Persönlichkeiten zu schaffen – da interessieren dann weniger die Qualität der Arbeiten, dafür mehr der Name. Prominente Persönlichkeiten bringen eben höhere Besucherzahlen, als unbekannte Könner/Innen. Man wird es neidlos hinnehmen müssen, daß es so ist und man sollte es wahrscheinlich tunlichst unterlassen, über diesen Umstand offen zu reden.
Als Veranstalter gilt, namhaftes zu präsentieren und damit „Qualität“ – in einem kürzlich zu diesem Thema abgefassten Text an eine führende Position in der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) habe ich mir dennoch erlaubt, einige allgemeine Meinungen über einige der bekannten deutschen Vertreter der Kunstszene zu zitieren.
Ausgangslage war die Forderung nach mehr Qualität der Ausstellungen in diesem Hause, um das Image zu för¬dern und das bei einem Budget von nahezu Null. Es geht hier um Behördenflure und der Möglichkeit, guten Kunstschaffenden Ausstellungsräume in einem Volumen zu geben, den sie sonst nirgendwo in Hamburg bekä¬men und dabei des Weiteren das Flair einer (fast) echten Galerie zu vermitteln. Statt vorgeschlagene Bedin¬gun¬gen zu verbessern, werden Wünsche vorgetragen, die sich in einem solchen Gebäude nicht realisieren lassen. Schon bei der Außenwerbung gibt es nach wie ein striktes No und genau das wäre ein wesentlicher Punkt: Ein Hinweis für vorbeigehende Passanten, Touristen, daß in diesem Haus Kunstausstellungen stattfinden.
Es wäre auch ein absolutes Minimum an Einsatz, wollte man an diesem Ort etwaig den einen oder anderen nam¬haften Aussteller präsentieren. So ist es eher eine schöne und wechselhafte Dekoration für die Mitarbeiter/ Innen des Hauses und alles andere als eine Imageförderung für das Haus. Auch immer wieder ein Thema in diesem Zusammenhang: Förderung von jungen KünstlerInnen – im Grunde eine Scheinheiligkeit, weil man damit keine echte Förderung bewirkt, sondern sich auf „günstige Weise“ die Räume dekorieren lässt und sich ein Image schafft, welches dem eigentlichen Sinn einer Förderung gar nicht entspricht, gar nicht entsprechen kann – auch hier gilt das selbe, wie für alle Ausstellenden: Außenwerbung und erheblich mehr Unterstützung durch das Haus in der Medienarbeit. Persönlich muss ich mich als Veranstalter von Kunstausstellungen da auch hinter die Lehrkräfte der Kunstschulen stellen, die ein „Verheizen“ ihrer Schüler deutlich zum Ausdruck bringen. Die Grundidee – großvolumige Ausstellungsflächen für die allgemeine Künstlerschaft zu organisieren – macht dennoch Schule. Die Finanzbehörde hat es seinerzeit unter Senator Dr. Michael Freytag eingeführt, die Kultur¬behörde hat es zumindest mal versucht und es soll zum Jahresende hin eine erste Ausstellung im neuen Polizeipräsidium geben. Auch positiv ist der Ansatz zu vermelden, daß nach dem Umzug der BSU nach Wilhelms¬burg auch dort Kunst-Ausstellungen gezeigt werden sollen.













