(openPR) LEIPZIG. (Ceto) Die meisten deutschen Augenpaare schauten am gestrigen Abend nach Osten – und es trübte sich der Blick. Deutschland unterliegt Italien mit 1:2. Der Blick nach Westen, nach Brüssel zum EU-Gipfel nämlich, versprach schon im Vorhinein wenig Gutes. Und doch kommen die guten Nachrichten von den Gipfelteilnehmern. Man rauft sich zusammen, schafft eine gemeinsame europäische Bankenaufsicht, erleichtert angeschlagenen Banken die Eindeckung mit Kapital. Die Rohölnotierungen legten seit gestern Nachmittag – anders als deutsche Fußballer – eine flotte Sohle aufs Parkett. Zunächst ging’s mangels Hoffnung kräftig runter, über Nacht wird das vorherige Level wiederhergestellt: Nordseeöl Brent marschiert von 93 Dollar über 91 Dollar zurück auf 93 Dollar je Barrel. US-Leichtöl nimmt auf einem anderen Preisniveau beinahe denselben Verlauf, landet zur Stunde auf 80 Dollar je Barrel.
Am Ende des laufenden Monats ist Brent damit trotz der eher preistreibenden Nachrichtenlage deutlich billiger als Anfang Juni, als ein Barrel noch um 100 Dollar kostete. Den kräftigsten Rutsch erfuhren die Preise um den 20. Kalendertag herum, als Brent ungefähr auf den jetzigen Stand sank. Eine ähnliche Entwicklung nahmen die WTI-Notierungen, wobei sich der Spread zwischen beiden Referenzsorten verringerte. Dieser Effekt, den Experten auch langfristig prognostizieren, wird allerdings derzeit vom Ölarbeiter-Streik in Norwegen überdeckt.
Am meisten von der freundlichen Gipfel-Stimmung profitierten nicht die steigenden Ölpreise, sondern der Euro. Der schoss nach den ersten Nachrichten um 1,5 Cent nach oben – auf 1,26 Dollar. Das ist im Vergleich zu den Vormonaten noch immer ein niedriges Level, doch die heutigen Heizölpreise dürften durch diesen Sprung nach der Kletterpartie der letzten Tage eine spürbare Entlastung erfahren.
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