(openPR) Bonn, 14. Juni 2012. Zerzauste und ungekämmte Frisuren, die auf den ersten Blick ungepflegt erscheinen, bilden ganze Gruppen von Menschen in den Metropolen. Frauen in schuluniform-ähnlichen Kleidern stolzieren durch die Passagen der Innenstadt. Schwarze Hornbrillen zieren die Gesichter von immer mehr jungen Leuten.
In den letzten fünf Jahren ist ein starker Modewandel zu beobachten. Was einmal verschmäht wurde, ist heute der letzte Schrei. Das als „Nerd“ negativ betitelte Erscheinungsbild transformiert sich zum Fashion-Look. Der neue Stil hat nur wenig mit dem „klassischen Nerd“ gemein, der sich einem introvertierten und zurückgezogenen Lebensstil hingibt.
Vor einigen Jahren tauchte diese Fasson auf und rückt nun immer mehr auf die Laufstege. Doch eines steht fest: Letztendlich ist und bleibt die junge Erscheinung Geschmackssache.
Dabei beeinflusst Mode den ersten Eindruck enorm. Das äußere Erscheinungsbild kann sich positiv auf die Betonung der Persönlichkeit auswirken. Ganz nach dem Motto „Kleider machen Leute“, das ist allgemein bekannt. Umso erstaunlicher ist es, dass sich ein negativer Trend zu einem positiven entwickelt und gesellschaftlich auf mehr und mehr Begeisterung stößt.
Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Nerd-Look in der Modeszene seinen Platz fand. Für viele Stars, wie Katy Perry oder Beyoncé, ist der Look der Vergangenheit ein beliebtes Stilmittel in Musikvideos. Und auch auf dem roten Teppich findet sich der Look gehäuft wieder.
Auch der Look der 60er Jahre gewinnt immer mehr an Popularität. Schwarze kurze Kleider mit weißen Punkten und große rote Knopfohrringe gelten als sehr schick: Gut kombinierte Erscheinungen von vor über 20 Jahren wirken jetzt modern. Nicht nur zu besonderen Anlässen, sondern auch als Casual Wear ist das „veraltete“ Styling sehr beliebt.
Die Frisur bleibt vom Sprung in die Vergangenheit genauso wenig verschont. Das Styling aus vergangenen Jahren infiziert nicht nur Frauen: Schnauzer, Tolle und Afro melden sich immer öfter zu Wort.
Der Retrolook zieht sich von kleinen Accessoires, wie der Casio Uhr mit LCD-Display, bis hin zur kompletten Einrichtung des Wohnzimmers.
Diesen Trend kann KISS A FROG, ein Online-Vertrieb für Designer- und Markenware, bestätigen: „Sonnenbrillen mit dicken, auffälligen Gestellen sind momentan sehr begehrt. Auch Kleider von Costume National oder Alexander McQueen im Retro- oder Vintagestil verzeichnen eine starke Nachfrage“, so der Anbieter für Designermode aus Bonn.
Eine besonders erfreuliche Bilanz lässt sich aus der Modewelt ziehen: Es gibt immer weniger Richtlinien an die man sich zu halten hat. Die Grenzen sind fließend, die Kleiderordnung mutiert zur Legende. No-Gos entstehen nur noch aus schlecht kombinierten oder kopierten Outfits, der falschen Kleidergröße oder aus Farben, die sich zu stark beißen. Die Modebranche wird toleranter und offener, und damit auch immer ausgefallener.







