(openPR) Münchner Rundfunkorchester gastiert mit musikalischer Wiederentdeckung
Am 31. Mai starteten die Carl Orff-Festspiele Andechs mit der Wiederaufnahme der erfolgreichen Vorjahres-produktion „Die Kluge“. Nun folgt ein weiteres Highlight: Am Sonntag, 17. Juni, gastiert das Münchner Rundfunkorchester unter Ulf Schirmer zum mittlerweile vierten Mal auf dem Heiligen Berg und beleuchtet Orffs Werk aus einer neuen, interessanten Perspektive. Als Chor tritt im Florian-Stadl das Heinrich-Schütz-Ensemble Vornbach hinzu. Auf dem Programm stehen zwei Komponisten, die beide auf ihre Weise Orffs Schaffen beeinflussten: Richard Strauss (1864-1949) und Heinrich Kaminski (1886-1946). Kaminskis Mysterienspiel „Passion“ wird umrahmt von Strauss’ Konzertouvertüre c-moll sowie seiner Symphonie f-moll, op. 12. Das Konzertprogramm ist ein weiteres Zeichen dafür, dass das Gastkonzert die Festspielsaison wie bereits in den vergangenen Jahren thematisch ebenso ergänzt wie erweitert.
Die Aufführung von Heinrich Kaminskis Mysterienspiel „Passion“, das Christus’ Leiden vom Einzug in Jerusalem bis zum Tod am Kreuz nachzeichnet, markiert die Wiederentdeckung eines faszinierenden Komponisten. Nachdem Kaminskis Musik 1937 mit einem Aufführungsverbot belegt worden war und der Komponist kurz nach dem Zweiten Weltkrieg verstarb, ist sein Werk heute nahezu in Vergessenheit geraten. Dabei galt der in Tiengen als Sohn einer Sängerin und eines altkatholischen Pfarrers aufgewachsene Komponist in den 1920er und frühen 1930er Jahren als einer der großen deutschen Komponisten. Dirigenten wie Bruno Walter, Fritz Busch oder Hermann Scherchen unterstützten ihn und dirigierten Uraufführungen seiner Werke. Kaminski knüpfte als Komponist an die Tradition der großen Kontrapunktiker Bach und Bruckner an, und schuf auf der Grundlage der jüngsten harmonischen Fortschritte eine eigene Musiksprache. Der religiös geprägte, hymnische Ton seiner Kompositionen beeinflusste den großen Kreis seiner Schüler, unter denen sich auch Carl Orff befand. Kaminski, der ab 1914 in Ried bei Benediktbeuern lebte, unterrichtete Orff Anfang der 1920er Jahre – also im zeitlichen Umfeld der Komposition seiner „Passion“. Richard Strauss war Carl Orff ebenfalls verbunden. Beide wurden in München geboren, beide ließen sich später südlich der Landeshauptstadt nieder: Orff in Dießen am Ammersee, Strauss in Garmisch-Partenkirchen. Für den 31 Jahre jüngeren Carl Orff fungierte Strauss als freundschaftlicher Ratgeber. So wirft die Kombination aus Werken von Heinrich Kaminski und Richard Strauss beim Gastkonzert am 17. Juni ein neues Licht auf den Komponisten. Sie offenbart, welch unterschiedliche und spannende Einflüsse Orffs Schaffen zugrunde liegen.
Weiter geht es bei den Carl Orff-Festspielen am 13. Juli mit einem Kammerkonzert der Andechser ORFF®-Akademie des Münchner Rundfunkorchesters sowie der Premiere der Neuproduktion von Carl Orffs „Die Bernauerin“ am 19. Juli (Inszenierung: Marcus Everding).
Gäbe es einen besseren Ort als Kloster Andechs, um an das musikalische Vermächtnis von Carl Orff zu erinnern? Fand der große bayerische Komponist doch hier in der Wallfahrtskirche seine letzte Ruhestätte. Bis heute fühlt sich der Konvent des Klosters Andechs daher dem Werk Orffs verpflichtet und pflegt diese Verbundenheit u.a. durch die Carl Orff-Festspiele Andechs, die seit 1998 jährlich auf dem Heiligen Berg stattfinden.
Die Carl Orff-Festspiele Andechs und Kloster Andechs erinnern in diesem Jahr an den
20. Todestag des großen bayerischen Komponisten, Theatermanns und Musikpädagogen.
Tickets sind unter 08152-376400, bei München Ticket und allen angeschlossenen Vorverkaufsstellen erhältlich.
Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.carl-orff-festspiele.de
Vorstellung:
Sonntag, 17. Juni 16:00h
Eine kostenlose Werkeinführung findet eine Stunde vor Konzertbeginn im Florian-Stadl statt.
Karten - Vorverkauf:
Kartenbüro Carl Orff-Festspiele, Tel. 08152/ 376 400
München Ticket, Tel. 089/ 54818181; www.muenchenticket.de und an allen angeschlossenen Vorverkaufsstellen
Kartenpreise:
45,- / 35,- / 25,-/ 15,- Euro
Schüler, Studenten und Schwerbehinderte erhalten 50 Prozent Ermäßigung.












