(openPR) Die Galerie FELDBUSCHWIESNER präsentiert in ''The Devil is in the Details'', der zweiten Solo-Ausstellung mit dem thailändischen Konzeptkünstler Att Poomtangon, neue Arbeiten aus den Jahren 2011-2012.
Poomtangons installative Projekte hinterfragen technologische Errungenschaften und wirtschaftliche Prozesse, die das Ökosystem, das gesellschaftliche Zusammenleben und die Identität des Einzelnen tiefgreifend beeinflussen. Sie reflektieren dabei vor allem die durch ökonomische Zwänge ausgelöste Entfremdung des Menschen von seinen natürlichen Quellen aus einer kulturell-künstlerischen Perspektive. Trotz des komplexen gedanklichen Überbaus der Arbeiten, der auf breit angelegten Recherchen in Digital- und Printmedien basiert, faszinieren sie in ihrem spielerischen, poetischen Formenarsenal und sprechen den Betrachter unmittelbar an.
In seinem jüngsten, während seines Stipendienaufenthalts in New York entstandenem Projekt ''The Devil is in the Details'' befasst Poomtangon sich mit der Rolle der USA in der gegenwärtigen Situation der Weltwirtschaft und damit verbundenen Phänomenen, wie der Abhängigkeit von Importen, dem sorglosen Umgang mit natürlichen Ressourcen und übersteigertem Konsum.
In den Straßen Manhattans sammelte Poomtangon die Nebenerzeugnisse der globalisierten Wirtschaft: Zahllose, achtlos weggeworfene Kartons verarbeitete er zu rechteckigen Platten, deren plakative, teilweise vom Künstler malerisch ergänzte Werbeaufdrucke nun zum zentralen Bildmotiv avancieren.
In der Serie ''The Garden of the Earth'' wird die künstlerische Manipulation der verheißungsvollen, vordergründig sichtbaren Konsumwelt von idealen Mangos und perfekten Orangen erst bei näherer Betrachtung deutlich: Winzige, comicartige Figuren und überzeichnete Superhelden kommen zum Vorschein, die ihre Welt aus überdimensionalen Früchten im vorgegebenen Rahmen des Kartonausschnittes spielerisch entdecken. Mit Verweis auf das mittelalterliche Triptychon ''Der Garten der Lüste'' von Hieronymus Bosch stellt Poomtangon eine erste Entwicklungsstufe des Kapitalismus dar, in der die unschuldigen, weder guten, noch bösen Individuen sich der Konsequenzen ihres Handelns noch nicht bewusst sind. Im Verhältnis zu der sie umgebenden Welt sind diese Wesen empfindlich klein, so dass die Verlockungen und Versuchungen des selbstvergessenen Konsum- und Gewinnstrebens immer auch im Schatten einer Bedrohung stehen - der Teufel steckt im Detail.
Wie sehr die einzelnen Individuen an wirtschaftliche Prozesse gekoppelt sind, zeigen die beigefügten Pappmaché-Masken, die verschiedene, in den USA lebende Nationen symbolisieren. Die Werbeanzeigen des Zeitungspapiers, aus denen sie erschaffen wurden, zieren nach wie vor ihr Gesicht, so dass sie nicht mehr nur Resultate der globalisierten Wirtschaft sind, sondern förmlich mit dieser verschmelzen.
Mit der Einbettung von spielerischen Elementen, wie Comicfiguren oder Masken in die verlockende Werbesymbolik der industriellen Landwirtschaft betont Poomtangon deren ironischen Charakter. Auch ohne den Zeigefingergestus gelingt es dem Künstler, effektvoll zu vermitteln, wie selbst in Zeiten wirtschaftlicher Rezession einem der mächtigsten Industriestaaten immer noch die Weitsicht für langfristige Auswirkungen wirtschaftlicher Prozesse auf Gesellschaft und Umwelt fehlt. Nicht zuletzt stellt er der Ausbeutung natürlicher Ressourcen zu wirtschaftlichen Zwecken deren Wertschätzung und Wiederverwertung entgegen.
Att Poomtangon (*1973, Bangkok, Thailand) studierte bis 1999 Kunst mit dem Schwerpunkt Skulptur an der Universität in Chiangmai, Thailand, bevor er im Jahr 2004 zur Städelschule in Frankfurt kam und 2008 als Meisterschüler bei Tobias Rehberger abschloss.
Nach zahlreichen Ausstellungen in Thailand fand 2008 seine erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden statt. Es folgten weitere Einzelausstellungen im Portikus in Frankfurt a.M. (2009), in der Galerie KUNSTAGENTEN (2009) sowie Gruppenausstellungen auf der Biennale von Venedig (2009), dem Festival des Beaux Arts/ Pinakothek der Moderne, München und dem Bangkok Art and Culture Centre/ Goethe-Institut Bangkok, Thailand (2010). 2012 werden seine Arbeiten u.a. in einer Gruppenausstellung im Den Frie Centre of Contemporary Art, Kopenhagen präsentiert. Zu den bisherigen Auszeichnungen und Stipendien des Künstlers zählen der DAAD Preis für hevorragende Leistungen ausländischer Studierender (2006), der Preis des Frankfurter Vereins für Künstlerhilfe und das Atelierstipendium NY/ USA der Hessischen Kulturstiftung.












