(openPR) Ausstellung: 8. Juni – 27. Juli 2012
Eröffnung: Donnerstag, 7. Juni 2012, 19 Uhr
Zur Einfuhrung spricht Thomas Anschuetz.
Die Kunstlerin ist anwesend.
In der Reihe „Next Generation“ zeigt die Hamburger Galerie Hilaneh von Kories vom 08. Juni bis zum 27. Juli 2012 die Ausstellung „?????? ????? - Wunderland“ mit Fotografien von Inessa Dolinskaia.
Die Berliner Fotografin halt in ihren subjektiven Bilderwelten fluchtige Momente des Großstadtlebens fest. Ob Berlin, Moskau oder Florenz: immer sind es Augenblicke zwischen Bewegung und Stillstand, Nahe und Fremde oder Detail und Ubersicht, die in sehr personlichen Schwarzweißbildern eingefangen wurden. Mit genauem Gespur fur die Poesie des Alltags uberrascht die Kunstlerin den Betrachter stets aufs Neue. Die Stunden der Dammerung am Morgen oder am Abend sind bevorzugte Tageszeiten vieler ihrer Aufnahmen. Neben den Fassaden und Gebauden der Stadtraume gilt ein besonderer Blick den Baumen und Pflanzen, die sich im urbanen Umfeld behaupten mussen. Oft sind es die normalerweise ubersehenen urbanen Zwischenraume, die in den Mittelpunkt der Aufnahmen geruckt sind. Vor allem durch die engen Ausschnitte und vielfache Unscharfen und Uberlagerungen verschiedener Bildebenen ergeben sich immer wieder neue Einblicke und Interpretationen des Stadtraumes. In ihren Kompositionen erscheint die Stadt nicht real, sondern vielmehr als Traumgebilde aus Gefuhlen und Sehnsuchten.
Die Bildserien tragen Titel wie „Berlin pastell“, „Gefluster“, „Fiktive Heimat“ oder „Wunderland“. Diese Serien dokumentieren nicht, sondern sprechen den Betrachter vor allem auf emotionaler Ebene an. Denn nicht jedes Bild muss erklart und verstanden werden, sondern die Kunstlerin variiert eine irrationale Bildsprache der Fotografie. So fuhrt und verfuhrt sie in zarte, manchmal auch schwermutige Zwischenwelten der Stadt. Traum und Wirklichkeit gehen in den sensiblen Bilderzahlungen eine ganz eigene Verbindung ein. Im fotografischen Material hat die Kunstlerin ihre ideale Projektionsflache gefunden. Die Ausstellung zeigt in 48 Arbeiten die ganz eigene, poetische Wunderwelt von Inessa Dolinskaia:
„...ich ziehe mich an, mache das Fenster auf. Wichtig ist dabei, keinen zu wecken, sonst werden Fragen gestellt, auf die man keine Antwort hat. / Waren Sie schon um 5 Uhr morgens in Berlin spazieren? / Es ist wunderschon. Und da ich nicht laufen mag, fliege ich. / Ich liebe Berlin morgens, wo noch alle schlafen und die wenigen, die von der oder zur Arbeit eilen, schauen nicht nach oben, also bewege ich mich die meiste Zeit in stolzer Einsamkeit, abgesehen von ein paar verschlafenen Vogeln. / Ich sehe Hinterhauser mit verstaubten Fenstern, die eine andere Wirklichkeit widerspiegeln. Dacher mit unzahligen Antennen, die tagsuber außerirdische Schatten werfen, aber in dieser Morgenstunde wie aus einem Marchenbuch entsprungen wirken. / Ich mag große Kreuzungen mit noch blinzelnden einaugigen Ampeln, wo die einzigen Fußganger Tauben und Spatzen sind. Die Baume fuhlen sich im Morgengrauen auch noch unbeobachtet und flustern miteinander. / Ein Spielplatz. Umgewuhlter Sandkasten, man kann noch die Stimmung vom vorigen Tage fuhlen. / Die aufgemalte Sonne auf dem Asphalt lachelt mich an. Ich setze mich auf eine Bank und mache die Augen zu. Es klingelt.“
Die Fotografin Inessa Dolinskaia wurde 1980 im russischen Saratow geboren. Seit 2006 arbeitet sie freiberuflich als Fotografin; sie ist Absolventin der Neuen Schule fur Fotografie Berlin (Abschlussklasse 2009). Erste Ausstellungen hatte sie in den letzten Jahren in Berlin, Koln und Munchen. 2010 wurde sie mit dem Canon Profifoto Forderpreis ausgezeichnet.
Mit dem Anliegen jungen Fotokunstlern ein Forum zu geben, startete Hilaneh von Kories 2010 die Reihe „Next Generation“. Nach der Hamburger Fotografin Beatrice Klein zeigt in diesem Jahr Inessa Dolinskaia die zweite Position der Ausstellungsreihe.











