(openPR) -Neuentwicklung: Servohydraulische 500 kN-Heißpresse für Vakuum- und Schutzgasbetrieb bis 1.500 °C
-Spezialpresse Gegenläufige Laststempel lassen sich beidseitig unabhängig weg- oder lastgeregelt steuern
-High-Tech-Legierungen: Herstellung von großformatigen Bauteilen für die technische Keramik und Metallurgie-Branche
Nossen/ Freiberg, 31. Mai 2012 – die Hegewald & Peschke Meß- und Prüftechnik GmbH hat gemeinsam mit der XERION ADVANCED HEATING GmbH eine neue uniaxiale Großlast-Heißpresse für das Sintern pulvermetallurgischer Speziallegierungen entwickelt. Diese zeichnet sich u.a. durch eine sehr große lichte Weite des Pressen-rahmens (Breite 1.300 mmm / Höhe 5.000 mm) aus, die ein nutzbares Ofenvolumen von 260 Liter ermöglicht. Die Presse kann wahlweise manuell oder vollautomatisch beladen und betrieben werden. Sie ist damit sowohl für Forschung und Entwicklung als auch für industrielle Anwendung in der Metallurgie und technischen Keramik geeignet. Der Sinterprozess erfolgt in Vakuumatmosphäre und bei Temperaturen von bis zu 1500 °C. Zusätzlich wird das Material horizontal von zwei Seiten mittels Laststempeln und einer Kraft von bis zu 500 kN verpresst. Nach achtmonatiger gemeinsamer Entwicklungszeit wird die neue Heißpresse jetzt in zweifacher Ausführung an einen Kunden in der Großforschung ausgeliefert.
Entwicklung einer kundenspezifischen Hochtemperaturpresse
Die XERION ADVANCED HEATING GmbH ist auf die Herstellung von elektrisch beheizten Öfen mit den Schwerpunkten Vakuum- und Schutzgasatmosphären spezialisiert. Zu den Kunden zählen renommierte Vertreter der Keramik- und Metallurgie-Branche, die Solar- und Halbleiterindustrie, Prüflabore sowie Forschungs- und Entwicklungs¬einrichtungen. Gemeinsam mit den Mess- und Prüftechnikspezialisten der Hegewald & Peschke GmbH wurde für einen internationalen Kunden aus dem Bereich Großforschung eine neue Heißpresse für das Sintern von pulvermetallurgischen Legierungen entwickelt. Beide Unternehmen haben bereits gemeinsame Kundenprojekte realisiert, so bspw. für die Technischen Universitäten Freiberg und Dresden.
In ca. acht Monaten Entwicklungs- und Konstruktionszeit entstand eine innovative Heißpresse, die in der Kombination aus Abmessung, Druck, Temperatur, Vakuum und beidseitiger Krafteinwirkung auf den Probenzylinder neue Maßstäbe setzt. Besonders die beidseitige Krafteinleitung stellt ein Novum für Pressen dieser Dimension dar.
Die Anlage wurde jetzt in zweifacher Ausführung an einen Kunden in der Großforschung ausgeliefert.
Besonderheiten des Temperiersystems
Das neu entwickelte Temperiersystem der XERION GmbH arbeitet unter Vakuumatmosphäre von bis zu ca. 10-5 mbar, bei einer Maximaltemperatur von 1500 °C sowie unter besonders hohem Druck. Der spezielle Sinterprozess erzielt hierbei nur dann das gewünschte Resultat, wenn die entsprechenden Parameter permanent und präzise überwacht und eingehalten werden können. Um eine möglichst hohe Materialqualität zu erreichen, wird die Probe zudem von oben und unten gleichmäßig mit einer Kraft von bis zu 500 kN verpresst.
„Auf der Suche nach einer geeigneten Presse haben wir uns mit zahlreichen Herstellern in Verbindung gesetzt“, erklärt Dr. Uwe Lohse, Geschäftsführer der XERION GmbH. „Viele sind auf die Serienfertigung in den Bereichen Automobil- und Pharmaindustrie spezialisiert – die Entwicklung einer großformatigen und auf unsere Anforderungen zugeschnittenen Presse erschien schwierig. Die Hegewald & Peschke GmbH hat uns schließlich vor allen durch ihre Flexibilität und Problemlösungskompetenz überzeugt.“
Besonderheiten der neuen Heißpresse
Der sächsischen Meß- und Prüftechnikspezialist hat eine Presse entwickelt, die optimal auf die Abmessungen des Ofensystems ausgelegt ist. Die Anlage ist mit zwei Laststempeln ausgestattet, die sich unabhängig voneinander weg- oder lastgeregelt bewegen lassen. Der Verfahrweg der Laststempel beträgt in horizontaler Richtung jeweils 200 mm. Die Probe kann in der Summe mit bis zu 500 kN beaufschlagt werden. Die Presse ist zudem mit Wegüberwachungs-sensoren und einer Kraftüberlastungssteuerung versehen.
Durch die gleichmäßige, beidseitige Verpressung wird der Sinterprozess insgesamt effizienter gestaltet, denn die Qualität der pulvermetallurgischen Legierung kann so verbessert werden.
„Die größte Herausforderung für uns war es, die gegenläufige Presse über zwei Laststempel und bei diesen hohen Kräften präzise zu synchronisieren“, erklärt Volker Peschke, Geschäftsführer der Hegewald und Peschke GmbH.
Sicherheitsstandards
Durch die hohen Temperaturen und Drücke wurde besonders großen Wert auf die Betriebssicherheit gelegt. Die Neuentwicklung erfüllt dahingehend alle relevanten Sicherheitsstandards. An besonders kritischen Anlageteilen wie bspw. der Kühlung wurden Sensoren angebracht. Zudem sind entsprechende Warnfunktionen implementiert. Das Bedienpersonal kann so bspw. im Falle einer Störung oder Fehlfunktion der vollständigen Notabschaltung der Anlage entgegen wirken, bei der das in der Regel sehr kostenintensive Rohmaterial oftmals zerstört wird. Ein Wassertank über der Anlage gewährleistet zudem die Notkühlung im Falle eines Stromausfalls.
Ein Produktvideo zur Heißpresse finden sie unter http://www.youtube.com/watch?v=dcsbEKLMSgs.












