(openPR) Nach aktuellen Zahlen haben deutsche Touristen wieder allen Grund, ihren Blick verstärkt auf die Algarve als ihr nächstes Urlaubsziel zu richten. Immer mehr Hotels und Anlagen in der Region verzeichnen rückgängige Besucherzahlen, was ein sinkendes Preisgefüge nicht nur für die Übernachtungskosten zur Folge haben wird. Doch nicht nur Sparfüchse werden auf ihre Kosten kommen, bietet doch der Süden Portugals eine Vielzahl an Gründen, abseits von Ballermann und Trubel Urlaub zu machen. Das dem Reisenden aus Mitteleuropa kundzutun wird zur großen Aufgabe der Verantwortlich vor Ort und der deutschen Reiseveranstalter.
In einer aktuellen zweitägigen Runde mit Regierungsmitgliedern und Vertretern der Tourismusverbänden in der letzten Woche wurde einmal mehr auf den Tisch gebracht, wie besorgniserregend die rückgängigen Gästezahlen und wie wichtig effektive Werbemaßnahmen für die Region sind. Was schon vor der globalen Wirtschaftskrise 2008/2009 begann und mit dieser verstärkt wurde, findet nun im Zuge der anhaltenden Eurokrise einen Tiefpunkt: die Zahl der deutschen Touristen an der Algarve sank in den letzten zehn Jahren um die Hälfte. Während britische Urlauber den schwächelnden Euro für einen Aufenthalt in Portugal nutzen, finden die Deutschen Geschmack an – vermeintlich? - reizvolleren Destinationen, so der Präsident der Algarve Hotelvereinigung (AHETA), Elidérico Viegas.
Auch die einheimischen Touristen, Portugiesen aus den Ballungszentren im Norden, hauptsächlich aus Porto und Lissabon stammend, werden nach aktuellen Prognosen in diesem Jahr ausbleiben oder nur Kurzurlaube in den Süden machen. Dieser Trend zeichnete sich schon im letzten Jahr mit Beginn der portugiesischen Wirtschaftskrise ab, die eisernen Sparmaßnahmen der Regierung hielten auch Einzug in die privaten Haushalte.
Einen besonderen Beigeschmack hatte die Einführung der Autobahngebühr an der Algarve zum Ende des letzten Jahres. Seit Januar 2012 ist infolgedessen die Zahl der spanischen Touristen, die üblicherweise mit dem Auto anreisen, um 21% zurückgegangen. In Spanien selbst stiegen die Zahlen in der Tourismusbranche im letzten Jahr um 7%, und eigentlich ist die Maut eingeführt worden, um dem Sparkurs der portugiesischen Regierung – und dem Druck der geldgebenden internationalen Gemeinschaft – Rechnung zu tragen. Gerade die Mautgebühren widersprechen laut der AHETA dem regionalen Bemühen der Algarve, attraktive Voraussetzungen für ein erneutes Erstarken des Tourismus und ansteigende Gästezahlen zu schaffen.
Doch besonders die ausbleibenden deutschen Gäste bereiten den Menschen an der Algarve Kummer. Fünfzig Prozent weniger deutsche Besucher in den letzten zehn Jahren, 70% aber sind es im Vergleich zur zweiten Hälfte der Neunziger Jahre. Auch in den ersten Monaten dieses Jahres keine Besserung, so die offiziellen Zahlen. Obwohl die Deutschen Europas Reiseweltmeister sind, blieben 2011 nur gut 225.000 Urlauber an der Algarve. Als Gründe werden die nunmehr wieder attraktiveren Länder wie Ägypten, Tunesien, Türkei und die Adria-Region genannt. Gerade das ehemalige Jugoslawien, aus dem sich die Deutschen seit den 90er Jahren aufgrund der Aggressionen in der Region fernhielten, wurde wieder zu einem der Lieblingsziele Deutschen.
Nur mit einem ansprechenden Angebot, welches nicht nur die Besonderheiten der Algarve aufzeigt, sondern auch wirtschaftlich interessant ist für deutsche Touristen, kann das Land die Ruder herumreißen und den Algarve-Tourismus in ein ruhigeres Fahrwasser geleiten. Nach Daniel do Adro, Präsident der AHISA (Vereinigung der Algarve Hoteliers) hat die Algarve auch heute noch eines der besten Preis-Leistungsangebote Europas, was die Mittel- und vor allem Oberklasse-Hotels betrifft. Vor allem im Vergleich mit dem Nachbarland Spanien schnitten die portugiesischen Hotels besser ab.
Es muss nicht nur etwas, es muss mehr getan werden, um die Algarve wieder den Anschluss an die internationalen Topdestinationen finden zu lassen. Sorgen bereitende Umstände gibt es genug, so das Abschlusskommuniqué der Gesprächsrunde: neben der (auch in der Bevölkerung umstrittenen) Autobahnmaut der Mangel an koordinierten Maßnahmen für Events und Aktivitäten in der Region, die Verbesserung des Algarve-Marketings im internationalen Umfeld, das touristische Angebot an sich, die Eröffnung neuer Flugrouten ins Zielgebiet sowie die Erhöhung der MwSt. auf 23% für Restaurants und Golfplätze.
Nach all den düsteren Zahlen und Fakten keimt mit der letzten Nachricht vielleicht etwas Hoffnung auf: Noch während der runde Tisch tagte, begann in Portimão die “Destination Meets Online”-Konferenz des deutschen VIR (Verband für Internet-Reisevertrieb), die bis Sonntag andauerte und an der mehr als 200 deutsche Unternehmer aus der Reisebranche teilnahmen. Zum VIR gehören einige der weltweit bedeutendsten Reiseagenturen wie Expedia, Just Travel, Last Minute, Holiday Check, eBookers, Opodo and Weg.de.
Etwas verfrüht vielleicht, aber möglicherweise ist die Algarve bald wieder der Geheimtipp in den Angeboten der großen Reiseveranstalter…












