(openPR) Das frühsommerliche Wetter der letzten Woche wirkt sich bei den meisten Menschen positiv auf das allgemeine Befinden aus. Es gibt aber Menschen, die sich am liebsten ins Bett verkriechen möchten. Der Grund dafür kann die typische Frühjahrsmüdigkeit sein, die mit Müdigkeit, Lustlosigkeit und Schlappheit einhergeht. Laut Experten ein völlig normaler Zustand. Der Körper braucht in der Regel zwei Wochen um sich auf eine neue Jahreszeit und einen Wetterwechsel einzustellen. Der Melatoninüberschuss der Wintermonate wird abgebaut, der steigende Serotoninspiegel wirkt antidepressiv und sorgt für neue Energie.
„Wer aber über eine längere Zeit unter Symptomen wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Appetitlosigkeit oder Schlafstörungen leidet, sollte ärztlichen Rat einholen,“ sagt Prof. Dr. Götz Mundle, Chefarzt der Oberbergklinik Berlin/Brandenburg und ärztlicher Geschäftsführer der Oberbergkliniken, die auf die Behandlung von Menschen mit Depressionen, Sucht, Burn-out und Angststörungen spezialisiert ist. „Hinter einer lang andauernden Frühjahrsmüdigkeit kann sich eine depressive Erkrankung verbergen, die ärztlicher Behandlung bedarf.“
Ein Grund dafür kann ein gestörter Hirnstoffwechsel sein. Dann findet die erforderliche Ausschüttung von Neurotransmittern nicht statt. Den Betroffenen fehlt die Lebensfreude. Sie wird überlagert von negativen Gedanken und Wertlosigkeitsgefühlen. Wenn dann noch alle Menschen um einen herum die sommerlichen Temperaturen genießen, werden diese Gefühle verstärkt. „An einer so genannten Frühjahrsdepression erkranken meist Menschen, die schon vorher über einen längeren Zeitraum depressive Symptome gezeigt haben“, so Mundle.
Die Krankheit kann in schweren Fällen zu einer Suizidgefährdung führen. Statistisch gesehen ist die Suizidrate in den Frühlingsmonaten April und Mai sogar am höchsten. „Wer Anzeichen einer Frühjahrsdepression wahrnimmt, sollte sich deshalb frühzeitig fachärztliche Hilfe zur aktiven Auseinandersetzung holen. Mit therapeutischer Unterstützung kann ein Gesundungsprozess angestoßen werden, um wesentliche Dinge im Leben zu ändern. Dabei ist es wichtig, über die Depression und ihre Ursachen zu sprechen. Bei der Behandlung setzen wir neben den klassischen Psychotherapieverfahren bewusst auch neuere achtsamkeitsbasierte Therapien ein“, sagt Mundle.
Viele der Behandlungsmethoden können vorbeugend in den Alltag integriert werden. Bei Meditation und Achtsamkeit wird der Hirnstoffwechsel nachweislich positiv beeinflusst. Stresshormone werden abgebaut, eigene Selbstheilungskräfte und Potenziale werden aktiviert. Die damit einhergehende Stärkung der Persönlichkeit und die erhöhte Leistungsfähigkeit tragen dazu bei, dass man die Vorboten des Sommers richtig genießen kann.











