openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Vierteiliges Praktisches Jahr für Medizinstudierende gefährdet Qualität der ärztlichen Ausbildung

14.05.201212:24 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Vierteiliges Praktisches Jahr für Medizinstudierende gefährdet Qualität der ärztlichen Ausbildung
Die beteiligten Verbände
Die beteiligten Verbände

(openPR) Berlin/Düsseldorf/Köln/München/Wiesbaden – Nach Abwendung des Pflichttertials Allgemeinmedizin droht den Medizinstudierenden ein vierteiliges Praktisches Jahr (PJ). Der Bundesrat soll am 11. Mai 2012 über ein vierteiliges PJ entscheiden. Das hätte zur Folge, dass die Qualität der medizinischen Ausbildung leidet, warnen die großen fachärztlichen Berufsverbände Deutschlands. Ziel des Praktischen Jahres ist es, dass Studierende ihre theoretischen Kenntnisse in der praktischen Arbeit vertiefen. Ein dreimonatiges „Hereinschnuppern“ nimmt angehenden Ärzten diese Möglichkeit.



Das Praktische Jahr (PJ) ist das letzte Jahr im Medizinstudium. Studierende vertiefen darin ihre Kenntnisse in der praktischen Arbeit am Patienten. Es gliedert sich in drei Abschnitte (Tertiale): vier Monate in der Inneren Medi-zin und vier Monate in der Chirurgie sowie bislang ein drittes Tertial in einem Fach ihrer Wahl. Medizinstudierende werden während ihres PJ von ihren Ausbildern intensiv angeleitet und lernen unter anderem ihre indivi-duellen therapeutischen Kenntnisse und praktischen Fertigkeiten zu vertiefen: Das steigert die Qualität der medizinischen Leistung und kommt ausschließlich den Patienten zu gute.

Gerade das Wahltertial ist für Medizinstudierende maßgeblich bei ihrer Entscheidung für ihr späteres Weiterbildungsfach und für eine passende Weiterbildungsstelle. Im Wahltertial haben die Studierenden die Möglich-keit, ein Fach ihrer Wahl detailliert kennenzulernen. Es bietet fast allen ärztlichen Disziplinen die unverzichtbare Möglichkeit, Studierende von ihrem Fach zu überzeugen und motivierten Nachwuchs zu gewinnen. Ein ärztliches Praktikum (Famulatur) in einem Fach kann das Wahltertial nicht ersetzen, weil eine Famulatur zu kurz und nicht prüfungsrelevant ist.

Dies lässt sich keinesfalls durch Famulaturen oder die oft nur kurze Berührung mit einem Fach im Rahmen des Studiums kompensieren. Auch eine Verkürzung der PJ-Zeit auf je ein Quartal pro Fachgebiet ist inadäquat, weil dadurch weder die „kleineren“, noch die großen Fachgebiete der Medizin und der Arbeitsalltag in diesen Gebieten annähernd realistisch und umfassend kennengelernt werden können.

Ein Zwangstertial in einer allgemeinmedizinischen Praxis würde den Nachwuchsmangel in sehr vielen wichtigen Fachbereichen zum Nachteil der Patienten massiv verstärken. Dies sehen auch die Medizinstudierenden selbst so und haben sich kritisch gegenüber einem Pflichttertial Allgemein-medizin geäußert. Studierende, die bereits wissen, welche Facharztrichtung sie einschlagen möchten, wäre die Möglichkeit genommen, dieses Fach bereits im Studium intensiv kennen zu lernen und sich damit effektiv auf den Berufsstart vorzubereiten. Steigende Abbrecher- und Wechslerquoten wären die Folge.

Einen weiteren Kompromiss zu Lasten der Qualität in der Ausbildung angehender Ärzte tragen die unterzeichnenden Berufsverbände und die durch sie vertretenen über 100.000 Fachärzte nicht mit. Denn Sie gefährdet nicht nur die Ausbildungsqualität sondern vor allem auch das Patientenwohl.


Die unterzeichnenden Verbände

Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA)
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA)
Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC)
Berufsverband der Deutschen Internisten (BDI)
Berufsverband der Frauenärzte Deutschlands (BVF)
Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ)
Berufsverband der Deutschen Radiologen (BDR)
Bundesverband der Deutschen Pathologen (BDP)

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 632400
 1432

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Vierteiliges Praktisches Jahr für Medizinstudierende gefährdet Qualität der ärztlichen Ausbildung“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Berufsverband der Deutschen Chirurgie e.V. (BDC)

Bild: Chirurgieverband schreibt Journalistenpreis 2026 ausBild: Chirurgieverband schreibt Journalistenpreis 2026 aus
Chirurgieverband schreibt Journalistenpreis 2026 aus
_Berlin, den 25.02.2026 – Der Berufsverband der Deutschen Chirurgie e.V. (BDC) schreibt zum 13. Mal seinen renommierten Journalistenpreis aus. Mit diesem Preis möchte der Verband die journalistischen Beiträge auszeichnen, die die Chirurgie und ihre Facetten auf informative und packende Art beschreibt. Der Preis wird jährlich im Spätherbst verliehen. Das Preisgeld beträgt 1.500 Euro._ Die Auszeichnung ist für journalistische Arbeiten aller Art vorgesehen. Die Beiträge sind in Textform oder für Radio, TV, als Podcast oder Online-Video willkomm…
Bild: Der Berufsverband der Deutschen Chirurgie schreibt seinen Journalistenpreis 2025 aus Bild: Der Berufsverband der Deutschen Chirurgie schreibt seinen Journalistenpreis 2025 aus
Der Berufsverband der Deutschen Chirurgie schreibt seinen Journalistenpreis 2025 aus
_Der Berufsverband der Deutschen Chirurgie e.V. (BDC) schreibt zum zwölften Mal seinen renommierten Journalistenpreis aus. Mit diesem Preis möchte der Verband die journalistischen Beiträge auszeichnen, die die Chirurgie und ihre Facetten auf informative und packende Art beschreibt. Der Preis wird jährlich im Spätherbst verliehen. Das Preisgeld beträgt 1.500 Euro. _ Die Auszeichnung ist für journalistische Arbeiten aller Art vorgesehen. Die Beiträge sind in Textform oder für Radio, TV, als Podcast oder Online-Video willkommen. Sie sollen fach…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Die Mitarbeiter von morgen schulen - neun Auszubildende in HammBild: Die Mitarbeiter von morgen schulen - neun Auszubildende in Hamm
Die Mitarbeiter von morgen schulen - neun Auszubildende in Hamm
… Fachbereichsleiterin Demenz und zuständig für die Ausbildung des Pflegenachwuchses, und Marita Miks, verantwortlich für die Ausbildung der Kaufleute im Gesundheitswesen, theoretisches und praktisches Grundlagenwissen. Dies basiert auf dem eigens entwickelten Pflegekonzept und -leitbild pro sanitates, das unter anderem die Qualität der Arbeit und das …
DEGAM-Nachwuchsakademie ist erfolgreich gestartet
DEGAM-Nachwuchsakademie ist erfolgreich gestartet
… DEGAM-Bundesgeschäftsstelle in Frankfurt am Main – inklusive spannender Diskussionsrunden und vieler neuer Erkenntnisse für die Teilnehmer. Von Greifswald bis Freiburg: Insgesamt elf ausgewählte Medizinstudierende aus ganz Deutschland konnte die DEGAM in Frankfurt begrüßen. Das erste Treffen sollte den jungen Nachwuchsmedizinern die Möglichkeit bieten, in Vorträgen, …
Bild: Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand ab sofort Akademisches LehrkrankenhausBild: Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand ab sofort Akademisches Lehrkrankenhaus
Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand ab sofort Akademisches Lehrkrankenhaus
… bei, diese zu verbessern“, so Dr. Jens Göring, Kaufmännischer Direktor des Wilhelmsburger Krankenhauses Groß-Sand. Jährlich leisten in Hamburg etwa 400 Studierende ihr Praktisches Jahr und lassen sich in diesem klinischen Teil ihrer Ausbildung im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf oder in einem Akademischen Lehrkrankenhaus betreuen. Das Praktische …
1.500 Studierende in 10 Jahren
1.500 Studierende in 10 Jahren
… Reha-Therapeuten. Seit zehn Jahren schon richtet die Dr. Becker Klinik Möhnesee in Zusammenarbeit mit der Universität Duisburg-Essen den Praxistag „Rehabilitation und Physikalische Therapie“ für Medizinstudierende des dritten Semesters aus. Ziel war es von Anfang an den Jungmedizinern zu vermitteln, wie wichtig die Rehamedizin für den Genesungsprozess des Patienten …
Vierteiliges Praktisches Jahr für Medizinstudierende gefährdet Qualität der ärztlichen Ausbildung
Vierteiliges Praktisches Jahr für Medizinstudierende gefährdet Qualität der ärztlichen Ausbildung
Berlin/Düsseldorf/Köln/München/Wiesbaden – Nach Abwendung des Pflichttertials Allgemeinmedizin droht den Medizinstudierenden ein vierteiliges Praktisches Jahr (PJ). Der Bundesrat soll am 11. Mai 2012 über ein vierteiliges PJ entscheiden. Das hätte zur Folge, dass die Qualität der medizinischen Ausbildung leidet, warnen die großen fachärztlichen Berufsverbände …
Ärzteverbände warnen: Gevierteltes Praktisches Jahr (PJ) gefährdet Qualität der ärztlichen Ausbildung
Ärzteverbände warnen: Gevierteltes Praktisches Jahr (PJ) gefährdet Qualität der ärztlichen Ausbildung
… Abschnitte (Tertiale): vier Monate in der Inneren Medizin und vier Monate in der Chirurgie sowie bislang ein drittes Tertial in einem Fach ihrer Wahl. Medizinstudierende werden während ihres PJ von ihren Ausbildern intensiv angeleitet und lernen unter anderem ihre individuellen therapeutischen Kenntnisse und praktischen Fertigkeiten zu vertiefen: Das …
Bild: Heinrich Sengelmann Kliniken sind Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität HamburgBild: Heinrich Sengelmann Kliniken sind Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Hamburg
Heinrich Sengelmann Kliniken sind Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Hamburg
… unterzeichnet.Die Funktion eines Lehrkrankenhauses ergibt sich aus dem praktischen Ausbildungsabschnitt des Medizinstudiums: Nach zwei Examensprüfungen müssen die Studierenden ein sogenanntes Praktisches Jahr (PJ) mitsamt einem weiteren Examen absolvieren, woraufhin schließlich – ein erfolgreiches Bestehen der drei Prüfungen vorausgesetzt – die Approbation …
Bild: Das Agaplesion Bethesda Krankenhaus ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Uniklinik RWTH AachenBild: Das Agaplesion Bethesda Krankenhaus ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Uniklinik RWTH Aachen
Das Agaplesion Bethesda Krankenhaus ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Uniklinik RWTH Aachen
… und einem Mentoring-Programm mit Oberärztinnen und Oberärzten. „Selbstständig ausprobieren dürfen und gleichzeitig verantwortungsvoll begleitet zu sein, das ist der Anspruch, den viele Medizinstudierende haben. Das nehmen wir ernst und haben unsere Ausbildung darauf ausgerichtet. Besondere Freude bereitet es uns, unser didaktisches Wissen in kreative …
Bild: Ausbildung weitergedacht - A-STAR: Interprofessionelle Ausbildungsstation am Universitätsklinikum RegensburgBild: Ausbildung weitergedacht - A-STAR: Interprofessionelle Ausbildungsstation am Universitätsklinikum Regensburg
Ausbildung weitergedacht - A-STAR: Interprofessionelle Ausbildungsstation am Universitätsklinikum Regensburg
… Regensburg, welche ab Oktober 2019 in der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I des UKR angeboten wird. Im Rahmen dieses Ausbildungsmodells führen Medizinstudierende und angehende Pflegekräfte ihre eigene Station. „Die Förderung unseres medizinischen und pflegerischen Nachwuchses ist mir ein großes Anliegen. Unser Modellprojekt A-STAR eröffnet neue …
Neuer pPOCUS-Lehrgang setzt auf digitales Fundament von 123sonography
Neuer pPOCUS-Lehrgang setzt auf digitales Fundament von 123sonography
… Anwendungssicherheit im Einsatz“, so das Leitungsteam der ÖNK.Der Lehrgang richtet sich an Notärzt:innen und Sanitäter:innen, aber auch an Anästhesist:innen und Medizinstudierende im klinischen Abschnitt – kurz: an alle, die Ultraschall in der präklinischen Notfallversorgung in fachgerechter Weise einsetzen wollen. https://oenk.org/ppocus-lehrgang/? …
Sie lesen gerade: Vierteiliges Praktisches Jahr für Medizinstudierende gefährdet Qualität der ärztlichen Ausbildung