(openPR) Oberhausen, 08. Mai 2012. Um werdenden Müttern eine Alternative zu herkömmlichen Schmerzmitteln zu bieten, wird im Evangelischen Krankenhaus Oberhausen ab sofort ein neues Schmerzmittel namens Livopan® eingesetzt. Das gasförmige Gemisch besteht aus 50 % Lachgas und 50 % Sauerstoff. Werdende Mütter haben unter der Geburt die Möglichkeit das Gas über eine Maske einzuatmen. Die Menge können sie nach eigenem Ermessen selbst dosieren. Die werdende Mutter kann so während der Geburt bei vollem Bewusstsein selbst entscheiden, ob und wann sie das Schmerzmittel einsetzen möchte. Eine Beendigung der Therapie ist jederzeit möglich, da die Halbwertzeit des Gases im Körper nur rund drei Minuten beträgt. Das Gas lindert während der Geburt den Wehenschmerz, indem es die „Schmerzspitzen“ nimmt. „Viele Patientinnen wünschen zur Schmerzlinderung unter Geburt eine Alternative zur PDA (Periduralanästhesie). Wichtig ist dies besonders für die zunehmende Anzahl von Patientinnen mit Gerinnungsstörungen, bei denen eine PDA nicht möglich ist ”, erklärt Dr. Carla Oelgeschläger, Oberärztin der Klinik für Frauenheilkunde am EKO. „Diesen Patientinnen können wir jetzt mit Livopan® eine gute Alternative anbieten.”
Rebecca Grimm-Altuni wird im Juni zum ersten Mal Mutter und möchte die neue Methode der Schmerzlinderung gerne während der Geburt ausprobieren. Karin Lindemann, leitende Hebamme im EKO., erklärt der 29jährigen den Umgang mit dem Gasgemisch. Lachgas gegen Wehenschmerzen zu verwenden ist im Grunde keine völlig neue Methode. Bereits in den 70er Jahren wurde es als Schmerzmittel eingesetzt. „Damals war die Handhabung aber etwas umständlich, daher wurde die Methode irgendwann nicht mehr eingesetzt“, erklärt Karin Lindemann. Heutzutage wird der Anteil des Lachgases gegenüber dem früheren Gasgemisch verringert. Hierdurch kommt es zu keinen Bewusstseinseintrübungen.
Von der einfachen Handhabung des Geräts konnte sich bereits Elisabeth Wappler überzeugen. Die 29jährige hat während der Geburt ihres ersten Kindes vor wenigen Tagen Livopan® bereits getestet. „Ich hatte bereits früh starke Wehen, daher haben mir die Hebammen im EKO. diese Methode zur Schmerzlinderung angeboten“, erzählt die junge Mutter. „Die Schmerzen sind dadurch spürbar leichter geworden und trotzdem war ich bei vollem Bewusstsein. Durch den Geburtsvorbereitungskurs im EKO. wusste ich auch, wie ich die richtigen Atemtechniken gezielt einsetzen kann, was mir auch beim Umgang mit dem Gasgemisch sehr geholfen hat.“ Zwar musste ihre kleine Tochter Karla dann doch per Kaiserschnitt geboren werden, aber das hatte mit dem Einsatz des Gases nichts zu tun. „Die Wehen setzten so schnell ein, dass Karla sich vorher gar nicht mehr drehen konnte“, erklärt Elisabeth Wappler. „Daher musste doch noch ein Kaiserschnitt gemacht werden. Das hatte also nichts mit Livopan® zu tun. Ich kann das Gas nur weiterempfehlen.“
Seit Anfang März wird die neue Form der Schmerzlinderung für werdende Mütter im EKO. angeboten. „Bisher haben wir durchweg positive Erfahrungen damit gemacht“, betont Karin Lindemann. „Nebenwirkungen bei den Müttern und vor allem bei den Kindern sind keine bekannt und sind bisher auch bei unseren Patientinnen nicht aufgetreten. Die Mütter sind froh, durch das Gasgemisch die Geburt aktiv und auf natürliche Weise zu erleben, ohne unter großen Schmerzen zu leiden.“







