(openPR) Mit einem besonders schlimmen Tierschutz-Fall wurde das Bremer Tierheim am vergangenen Wochenende konfrontiert: Aus einer Parzelle im Stadtteil Bremen Walle mussten fast 90 Tiere gerettet werden. Alle Tiere wurden ins Bremer Tierheim gebracht und werden nun dort aufgepäppelt und versorgt.
Am Samstag erhielt der Tierschutz-Notruf des Bremer Tierschutzvereins einen Anruf, dass Tiere von einer Parzelle geholt werden müssten, da der Besitzer verstorben war. Die Mitarbeiter /innen reagierten umgehend und fuhren gemeinsam mit der Polizei zur Parzelle in Walle.
Hier bot sich den Tierschützern ein grausames Bild: Hunde, Kleintiere, aber auch Wildtiere lebten hier unter katastrophalen Bedingungen und waren teilweise in einem sehr schlechten Zustand. Stundenlang suchten die Mitarbeiter/innen des Bremer Tierschutzvereins in Verschlägen,
Containern und waren entsetzt, dass sie zwischen Müll, Unrat und abgenagten Knochen immer wieder neue Tiere entdeckten.
So wurden ein Uhu, ein Bussard und ein Waschbär aus viel zu kleinen Verschlägen befreit, die so versteckt waren, dass man sie kaum finden konnte. Als die Mitarbeiter/innen die Türen öffneten, fanden sie die Tiere, die völlig verängstigt im Dunkeln saßen. Zudem kam ihnen ein beißender Verwesungsgeruch entgegen.
Insgesamt konnten 3 Hunde, 5 Frettchen, davon ein Muttertier mit 9 Babies, 5 Kaninchen, davon 2 Muttertiere mit jeweils 5 Babies, 2 Gänse,
6 Meerschweinchen, 3 Enten, 17 Tauben,
1 Zwerghahn, 15 Hühner, 2 Hähne sowie 1 Uhu, 1 Bussard und 1 Waschbär gerettet werden.
„Es ist für uns unbegreiflich, wie diese Tierhaltung über so lange Zeit betrieben werden konnte“, so Wolfgang Apel, Vorsitzender des Bremer Tierschutzvereins und Ehrenpräsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Hier handelt es sich nicht mehr um „animal hoarding“, sondern um einen ganz klaren Fall von tierquälerischer Intensivhaltung.“
Besonders dramatisch an diesem Fall ist zudem, dass das Bremer Tierheim schon vor einigen Monaten diverse Katzen, Kaninchen, Frettchen und Meerschweinchen aufgenommen hatte, die das Veterinäramt beschlagnahmt hatte. Trotzdem wurden vom Besitzer offensichtlich weiterhin Tiere angeschafft, bzw. so versteckt, dass man diese bei den Kontrollen gar nicht entdeckt hatte.
„Dieser Vorgang wird Folgen haben“, so Apel. Hier ist dringend zu klären, wie die Behörden auch
zukünftig in solchen Fällen zur Verantwortung angehalten werden können“.
Für das Bremer Tierheim ist dieser Fall eine echte Herausforderung, denn die Kapazitäten sind ohnehin begrenzt, und weitere 90 Tiere, die so intensiv versorgt werden müssen, bedeuten auch einen enormen Arbeitsaufwand. Selbstverständlich wird das Tierheim sich um alle Tiere ausgiebig kümmern. Der Halter kann ja nun nicht mehr belangt werden.













