(openPR) Die gute Konjunktur hat im vergangenen Jahr die Industrie im Erzgebirge beflügelt: Der Gesamtumsatz der Industriebetriebe mit mehr als 50 Beschäftigten erhöhte sich um 17 Prozent auf knapp 3,5 Milliarden Euro. Wachstumsbranchen waren die Metallverarbeitende Industrie und der Maschinenbau.
Marienberg, 25.04.2012. Das vergangene Jahr war für die Industrie des Erzgebirges sehr erfolgreich. Das belegen aktuelle Zahlen des Statistischen Landesamtes, die beim 3. Treffen der Botschafter des Erzgebirges beim Marienberger Automobilzulieferer Scherdel präsentiert wurden. Besonders Metall- und Maschinenbau profitierten 2011 vom Aufschwung. So erwirtschafteten die erzgebirgischen Firmen der Metallverarbeitenden Industrie einen Gesamtumsatz von 1,5 Milliarden Euro. Das waren 43 Prozent des Gesamtindustrieumsatzes des Erzgebirges und ein Anstieg um 20 Prozent gegenüber 2010. Den stärksten Umsatzzuwachs erzielte der Maschinenbau mit einem Plus von 42 Prozent (313 Millionen Euro) und verbuchte fast 40 Prozent mehr Auftragseingänge.
„Die Industrieunternehmen im Erzgebirge erlebten 2011 einen kräftigen Aufwind. Gerade die positiven
Zahlen für zwei unserer Schlüsselbranchen stehen stellvertretend für die Dynamik unserer
Wirtschaftsregion“, sagte Frank Vogel, Landrat des Erzgebirgskreises. Und Vogel weiter: „Metall- und
Maschinenbau haben maßgeblich zum überdurchschnittlichen Gesamtumsatzplus der erzgebirgischen Industrie von 17 Prozent im letzten Jahr beigetragen, das mit fünf Prozentpunkten deutlich über dem sachsenweiten Wert von zwölf Prozent liegt.“
Produktivität im Erzgebirge seit 1994 überdurchschnittlich gestiegen
„Es ist nicht zu übersehen, dass die Wirtschaft im Erzgebirge einen bemerkenswerten Aufholprozess
vollzogen hat“, stellte Robert Lehmann vom ifo Institut, Niederlassung Dresden, in seinem Vortrag
zur wirtschaftlichen Situation des Erzgebirgskreises fest. Im Zeitraum von 1994 bis 2009 sei die
Produktivität (Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen) um rund 54 Prozent gestiegen.
Das ist in diesem Zeitraum ein doppelt so starkes Wachstum, verglichen zu den westdeutschen
Flächenländern (22 Prozent) und auch noch stärker als im Durchschnitt Sachsens (47 Prozent).
Allerdings unterstrich Konjunktur-Experte Lehmann vom ifo Institut, dass die Wirtschaftsleistung je
Erwerbstätigen im Erzgebirge zwar schneller gestiegen, sich aber bis 2009 gleichlaufend entwickelt hat. Das Erzgebirge komme mit ca. 43.000 Euro je Erwerbstätigen auf rund 70 Prozent des Westniveaus (ca. 62.000 Euro) und liege auch noch etwas unter dem von Sachsen (ca. 48.000 Euro).
„Das Wirtschaftswachstum im Erzgebirge wird sich allerdings, besonders auch mit Blick auf die
demografische Entwicklung, etwas langsamer fortsetzen“, betonte Robert Lehmann zum Abschluss seines Vortrags. Nach derzeitigen Prognosen werde sich im Vergleich zu 1991 die Zahl der erwerbsfähigen Bevölkerung im Erzgebirgskreis bis 2025 annähernd halbieren.
Aktives Standortmarketing mit klarem Ziel: Fachkräftesicherung
„Natürlich kennen wir diese Zahlen und wissen um den steigenden Fachkräftebedarf in den
kommenden Jahren“, benannte Holger Vorberg, Projektmanager beim Regionalmanagement Erzgebirge, eine der größten Herausforderungen für den hiesigen Wirtschaftsraum. „Gerade das 3. Botschaftertreffen hat aber wieder gezeigt, dass wir mit unserem aktiven Regional- und
Standortmarketing auf einem sehr guten Weg in Richtung ‚Erzgebirge 2020‘ sind“, so Vorberg weiter.
Spätestens dann – so die Vision der Verantwortlichen – soll die Wirtschaftsregion Erzgebirge endgültig Anschluss an andere Industrieregionen der Bundesrepublik gefunden haben.
Weitere Informationen:
Regionalmanagement Erzgebirge, Projektmanager Holger Vorberg, Tel.: 03733 / 145 140,
E-Mail:
Im Web: www.wirtschaft-im-erzgebirge.de












