(openPR) Er gehört zu den besten und gefragtesten Magiern und Illusionisten der Welt: Jorgos. Im Interview erzählt er von seinen Anfängen, und was ihn an der Magie so magisch anzieht.
Frage: Sie haben als Magier schon große Erfolge gefeiert - überall auf der Welt. Aber wissen Sie noch wie es angefangen hat? Seit wann begeistert Sie die Magie?
Jorgos: Ich erinnere mich ganz genau, als wäre es es gestern gewesen. Ich war acht Jahre alt und in unserem kleinen Dorf in Nord-Griechenland, wo ich aufgewachsen bin, war ein Zauberer zu Gast. Das Dorf feiert jedes Jahr ein großes Fest, und in eben diesem Jahr war dieser Zauberer in seinem Zelt die große Attraktion. Ich habe mir die Vorstellung mit vielen anderen Kindern angesehen. Aber vielleicht war es Schicksal, dass er ausgerechnet mich auf die Bühne holte, um ihm bei einem Trick zu assistieren. Ich fand es phantastisch dort oben zu stehen. Wahrscheinlich wurde ich mit einem magischen Virus infiziert, denn am nächsten Tag saß ich wieder im Publikum. Und der Zauberer holte mich wieder auf die Bühne. Da stand für mich fest: Das ist meine Welt. Mein Glück war, dass ich Mitte der 70er Jahre mit meinen Eltern nach Deutschland kam. Denn hier gab es, anders als in Griechenland, viele Möglichkeiten das magische Handwerk zu lernen. Aber: Ich hatte damals einfach zu wenig Zeit für die Magie, weil ich viel arbeiten musste.
Frage: Was war das für eine Arbeit? Was tut Jorgos wenn er nicht zaubert?
Jorgos: Ich komme aus einer gastronomischen Familie. Mein Vater hatte ein Restaurant in Hannover. Dort habe ich früh angefangen zu arbeiten. Für mich stand immer fest: Ich wollte mein eigenes Restaurant. Und das habe ich dann auch irgendwann aufgemacht. In Stade. Ich habe da alles gemacht: gekocht, gekellnert und meine Gäste unterhalten. Das war mir eigentlich immer das Wichtigste. Ich wollte - und das will ich noch heute - dass sich meine Gäste bei mir wohl fühlen. Dass sie für ein paar Stunden Spaß haben und den Alltag vergessen. Mein Restaurant wurde mit der Zeit meine Bühne. Ich studierte immer neue Zaubertricks ein und führte sie meinen Gästen vor. Eine schöne Zeit war das, aber auch eine schwere Zeit. Ich habe bis in die Nacht im Restaurant gearbeitet und mich danach noch mit meinen Zaubertricks beschäftigt. Wenn alle weg waren, dann habe ich die Tische zur Seite geräumt und kleine Shows entwickelt. Schließlich wollte ich meinen Gästen ja auch immer etwas Neues bieten. Das war ohnehin immer mein Antrieb: Etwas Neues, etwas eigenes kreieren und immer neue Ideen zu entwickeln. Es hat mir nie gereicht einfach nur zu zaubern. Das taten und tun viele. Ich war sehr ehrgeizig und wollte etwas besonderes zeigen.
Frage: Wie sind Sie dabei vorgegangen? Wie haben Sie Ihren eigenen Stil entwickelt?
Jorgos: Ich habe sehr oft vor dem Spiegel geübt. Einfach nur um zu sehen wie das, was ich tue wirkt. Wenn man aber vor dem Spiegel übt, dann hat man schnell den Eindruck man würde nicht nur FÜR sich, sondern auch MIT sich zaubern. Daraus ist eine Idee entstanden, Anfang der 90er Jahre. Ein ganzes Jahr lang habe ich an dieser Idee gefeilt: Wie kann ich mit mir selber zaubern? Nach langer, langer Überlegung ist dann aus der Spiegel-Idee meine erste große Nummer geworden: Cine Magic. Ich habe dazu Videotechnik eingesetzt. Das war Anfang der 90er Jahre nicht nur revolutionär, sondern auch extrem kompliziert, denn die Technik war meilenweit von dem entfernt was wir heute haben. Aber gerade das hat die Nummer so erfolgreich gemacht. Niemand hatte zu vor so etwas gemacht. Niemand konnte sich vorstellen, dass das so funktionieren würde. Mit Cine Magic bin ich um die Welt gereist. Das war mein Eintritt in die internationale Magie-Szene. Und ganz ehrlich: Wenn ich mir diese Nummer heute auf alten Videobändern ansehe, dann läuft es mir eiskalt den Rücken runter. So schön finde ich sie, diese Gratwanderung zwischen Realität und Leinwand. Das war Magie und Kino in einem.
Frage: Haben Sie siich mit dieser Nummer dann auch endgültig für die Magie entschieden?
Jorgos: Die Magie war immer mein Traum. Ich wollte einfach nur Zaubern. Aber: Träume sind das eine, ihre Umsetzung etwas ganz anderes. Auch wenn Cine Magic ein weltweiter Erfolg war, konnte ich mein Restaurant damals noch nicht aufgeben. Ich musste einfach weiter Geld verdienen. Unter Magiern war ich dank Cine Magic schon ein wenig bekannt, aber die breite Öffentlichkeit kannte mich ja noch nicht. Aber ich war in dieser Zeit auch dankbar, dass ich das Restaurant noch hatte - es gab mir Brot, aber auch gleichzeitig die Unabhängigkeit mich immer mehr um die Zauberei zu kümmern.
Frage: Ihre Nummern wurden ja mit der Zeit immer größer - wahrscheinlich zu groß, um sie weiter im Restaurant zu üben?
Jorgos: Ja das stimmt. Cine Magic habe ich tatsächlich noch im Restaurant geübt. Nachts, manchmal fünf bis sechs Stunden am Stück. Ich habe die Leinwände aufgebaut und bin die Show durchgegangen. Aber ich wollte ja weiter machen, und dafür brauchte ich dann irgendwann einen eigenen Probe- und Materialraum. Das war dann auch die Zeit in der ich mich entschieden habe das Restaurant aufzugeben und nur noch professionell zu zaubern. Das war damals keine so einfache Entscheidung. Schließlich war das Restaurant ein wichtiger Teil meines Lebens. Ich stehe aber auf dem Standpunkt: Wenn man etwas gerne macht und es auch gut machen will, dann muss man sich voll darauf konzentrieren.
Und das ging mit meinem Lokal nicht mehr. Mit der Zeit kamen ja auch immer mehr Engagements im Ausland. Ich war ja mehr unterwegs als zuhause, und das ließ sich alles nicht mehr unter einen Hut bringen.
Frage: Wie haben Sie schließlich den internationalen Durchbruch geschafft? Es ist ja doch ein weiter Weg aus einem Stader Restaurant auf die Bühne in Las Vegas.
Jorgos: Ja, das stimmt. In der magischen Szene gibt es ja bekanntlich viele Festivals, Seminare, Treffen. Zum Beispiel den F.I.S.M., den Weltkongress der Zauberei und Magie, der alle drei Jahre stattfindet. Darüber hatte ich natürlich viel gelesen, und das war mein Ziel. Da treffen sich die weltweit besten Magier. Da wollte - musste - ich hin. 1991 wurde dieser Kongress in Lausanne veranstaltet. Ich habe mich mit meiner Nummer Cine Magic dort angemeldet und durfte am Wettbewerb teilnehmen. Stellen Sie sich vor: Ich hatte bis dahin noch nie auf einer großen Bühne gestanden. Und dann gleich ein Auftritt vor dem besten und kritischsten Fachpublikum. Aber was soll ich sagen: Die Nummer wurde begeistert aufgenommen. Eben weil sie wirklich einzigartig war. So etwas hatte es noch nie gegeben. So kam es, dass mich sehr viele Menschen angesprochen haben, unter anderem auch einige Agenten. Und - hokus pokus - hatte ich meine ersten internationalen Auftritte. Naja, auf meinen Tourneen traf ich dann wiederum neue Agenten, und ich kam immer seltener zurück nach Stade.
Frage: Gibt es einen Ort auf der Welt an dem Sie besonders gerne auftreten?
Jorgos: Ich hatte früher immer einen Traum. Der schien unendlich weit entfernt zu sein, kaum erfüllbar: Einmal in Las Vegas auftreten. Diese Stadt mit ihrem Glanz und Glitzer übt wohl auf jeden Magier eine besondere Anziehungskraft aus. Und ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, als ich 1996 das erste Mal nach Las Vegas kam um dort aufzutreten - grandios, Wahnsinn. Im Publikum saß David Copperfield um meine Show anzusehen. Ich war unglaublich stolz. Copperfield kam nach dem Auftritt zu mir um mich zu beglückwünschen. Mich - Jorgos aus Stade! Es war alles noch viel beeindruckender als ich es mir vorgestellt hatte. Magisch! Eigentlich unvorstellbar, dass ich es war der hier auf der Bühne stehen stand. Und auch heute noch gehört Vegas für mich zu den schönsten Städten der Welt - zumindest was das Arbeiten als Zauberer angeht. Ansonsten mag ich die Abwechslung. Heute habe ich das große Glück überall auf der Welt gebucht zu werden. In China habe ich vor 8000 Menschen gezaubert. Was könnte es schöneres geben?
Frage: Haben Sie noch Ziele die Du erreichen, Träume die Sie sich erfüllen möchten?
Jorgos: Viele, viele! Mein wichtigstes Ziel ist es nach wie vor mein Publikum glücklich zu machen. Dafür stehe ich auf der Bühne, dafür lebe ich. Für mich ist jeder Auftritt besonders. Mein Beruf ist im wahrsten Sinne eine Berufung. Ich freue mich dass ich von der Magie leben kann und möchte diese Freude weitergeben. Aber ich habe auch Träume. Ich möchte schon lange ein Buch schreiben. Über den Zauber der Magie und des Lebens.











