(openPR) Schon die ersten Schritte für Manager bei der Jobsuche gestalten sich anders als für Berufseinsteiger oder Arbeitssuchende mit durchschnittlicher Qualifikation. Sucht ein Unternehmen nämlich eine hochqualifizierte Führungskraft, wird die Stelle in der Regel nicht öffentlich ausgeschrieben. Vielmehr läuft der Erstkontakt meist über Personalberatungen, die von den Firmen beauftragt werden.
„Headhunter und Personalberater sind die erste Hürde, die Führungskräfte auf dem Weg zum nächsten Karriereziel überwinden müssen“, weiß Karriere-Coach Christian Püttjer. Er warnt: Wer hier unprofessionell auftritt, ziellos argumentiert und damit ungewollt Spekulationen über seine Leistungsfähigkeit und Führungsstärke aufkommen lässt, riskiere, dass der Kontakt schneller beendet ist als einem lieb ist.
Die Auswahl des Headhunters spielt eine wichtige Rolle: Der Berater begleitet den Manager oftmals über den aktuell angestrebten Job hinaus und zeigt zu einem späteren Zeitpunkt weitere Karriereperspektiven auf. Da im Vorfeld der Bewerbung ausführliche Interviews mit dem Kandidaten geführt werden, sollte sich jeder Bewerber genau darauf vorbereiten. Alle Unterlagen, die der Bewerbung beiliegen, müssen so vorbereitet werden, dass auf den ersten Blick das berufliche Profil erkennbar ist.
Schriftliche Bewerbung: Fokus liegt auf der Erfahrung
Beim Lebenslauf, der rückwärts chronologisch aufgebaut sein muss, liegt der Schwerpunkt auf den bisherigen Tätigkeiten und Erfahrungen. An oberster Stelle in der Vita wird auf die aktuelle Stelle Bezug genommen. Im Anschreiben werden die bisherigen Aufgaben dargestellt und die Schnittstellen mit der neuen Stelle deutlich herausgearbeitet. Diese Schnittstellen sind besonders wichtig und sollten dem Experten zufolge bei 70 bis 80 Prozent Übereinstimmung liegen.
Der Text des Bewerbungsschreibens soll eine zentrale Kernaussage enthalten: Wie kann ich mich als Führungskraft beweisen beziehungsweise belegen, dass ich die im Stellenangebot gestellten Anforderungen erfülle. „Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Sie das Stellenangebot genau lesen und das Anforderungsprofil Schritt für Schritt durchgehen“, rät der Coach und fügt hinzu: „Ganz gleich, ob man sich intern oder extern bewerben möchten – man benötigt stets erstklassige Unterlagen, die das berufliche Können, die überdurchschnittliche Leistungsorientierung und die erprobten Führungsstärken erkennen lassen.“
Manager brauchen ein gutes Netzwerk
Auch Referenzen hält der Experte auf der höheren Führungsebene für unverzichtbar. Bei der Auswahl der Referenzen gilt: Je höher in der Hierarchieebene, umso besser für den Bewerber. Wenn der aktuelle Chef über die Neuorientierung informiert ist, kann auch dieser als Referenzgeber genannt werden.
Ein gutes Netzwerk ist ebenfalls von Vorteil für die Karriere. Püttjer rät Managern, frühzeitig Kontakt zu interessanten Unternehmen aufzunehmen. Die Chancen bieten sich auf auswärtigen Terminen, Kongressen, Weiterbildungen, durch gemeinsame ehemalige Kollegen, Tagungen, oder auf Messen. „Man muss ja nicht gleich um ein Bewerbungsgespräch bitten“, findet Püttjer. Oftmals reiche es schon, sich mit einem Verantwortlichen aus dem entsprechenden Unternehmen zu treffen.
Assessment-Center und Management-Audit gefragt
Kommt es schließlich zu einem Vorstellungsgespräch, ist ein Training im Assessment Center oder in einem Management-Audit empfehlenswert. Auch auf so genannte Stressinterviews sollte sich der Bewerber einstellen. Püttjer macht klar: „Der oder die Personaler werden unangenehme Fragen stellen, Unklarheiten im Lebenslauf genau erklärt haben wollen, gegebenenfalls sogar Schauspieler für Rollenspiele einsetzen und den Kandidaten auf diese Weise unter Druck setzen.“
Für den Kandidaten sei es dann wichtig, seinen Werdegang in einer überzeugenden Selbstpräsentation darzustellen. Auch kritische Fragen sollten diplomatisch und glaubwürdig beantworten werden können. Wird schließlich die Höhe des Gehalts verhandelt, spielen überzeugende Argumente die ausschlaggebende Rolle. „Die neuen, verantwortungsvolleren Aufgaben sollten auch entsprechend honoriert werden“, meint der Coach. Daher sei die optimale Vorbereitung die Voraussetzung für den Erfolg bei der Jobsuche als Manager.
Christian Püttjer arbeitet gemeinsam mit Uwe Schnierda seit 1992 als Trainer und Berater in den Bereichen Karriere, Bewerbung und Rhetorik. Ihre Erfahrungen aus Bewerbungsmappen-Checks, Einzelberatungen und Seminaren haben sie in zahlreichen Ratgebern veröffentlicht.
Buchtipp: Professionelles Bewerbungscoaching für Führungskräfte: Exklusives Know-how für Ihren Erfolg, 6. aktualisierte Auflage 2011, 448 Seiten, Campus Verlag, 27,99 Euro
Quelle: www.karriereakademie.de
Autorin: Manuela Gotthartsleitner-Wagner
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