(openPR) Die Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik und der Lehrstuhl Pädagogik und Therapie bei Sprech- und Sprachstörungen an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln haben einen Kooperationsvertrag unterschrieben. Kölner Studierende des B.A. Sprachtherapie können jetzt ihre studienbegleitenden Praktika erstmals auch auf der neurologischen Reha-Station in Nümbrecht absolvieren.
Nümbrecht. Irina Ehlenbeck freut sich. „Das hier ist die optimale Mischung aus einer guten An-lernphase und verantwortlichem Arbeiten. Endlich kann man das anwenden, was man in der Uni theoretisch lernt.“ Die junge Frau ist Studentin des Bachelorstudiengangs Sprachtherapie an der Universität zu Köln und die erste Praktikantin auf der neurologischen Station der Nümbrechter Rehaklinik.
Möglich wurde das durch den vor kurzem geschlossenen Kooperationsvertrag zwischen Klinik und Lehrstuhl. Dieser sieht eine kontinuierliche Zusammenarbeit der beiden Institutionen insbesondere im Praxismodul und bei Forschungsvorhaben im Bereich der akademischen Sprachtherapie vor. Die Praktikanten werden auf der neurologischen Station von einem erfahrenen Sprachtherapeuten angeleitet und supervidiert. Praktische Projektarbeiten der Studierenden, z.B. im Rahmen von Bachelorarbeiten, können mit der Klinik abgestimmt und durch die Therapeuten betreut werden. Auch gemeinsame Forschungsprojekte wollen die Wissenschaftler der Universität und die Klinikgesellschaft angehen.
„Im Bereich Sprachtherapie liegen noch zu wenige Studien vor, die Konzepte und sprachtherapeutisches Handeln evidenzbasiert in größerem Rahmen untersuchen. Die Forschungslage ist in einigen inhaltlichen Bereichen zum Teil defizitär. Solche Kooperationen bieten großartige Möglichkeiten für die Ausbildung, die Erprobung neuer Konzepte in der Praxis und eine über die Fachgrenzen hinweg angelegte Forschung“, erläutert PD Dr. Claudia Wahn, Vertretungsprofessorin am Lehrstuhl für Pädagogik und Therapie bei Sprech- und Sprachstörungen an der Universität zu Köln. Insgesamt 45 Kooperationen ist sie seit 2010 mit verschiedenen sprachtherapeutischen Praxen eingegangen. Der Zusammenschluss mit der neurologischen Station in Nümbrecht ist die erste Kooperation mit einer Klinik. „Für unsere Studierenden ist das eine tolle Chance. In einer Klinik lernen sie weitaus komplexere Störungsbilder kennen und erleben außerdem, was es heißt, im Sinne der AWMF-Leitlinien in interdisziplinären Feldern sprachtherapeutisch zu arbeiten“, begründet Wahn den Schritt. An der Universität werden die Praktikanten theoretisch auf ihr Praktikum vorbereitet und während ihrer Zeit an der Klinik durch die Praktikumskoordinatorin des Lehrstuhls, Dr. Sandra Neumann, begleitet.
Auch die Klinik und ihre Patienten profitieren von der Zusammenarbeit. „Praktikanten, die von der Uni kommen, bringen immer auch frischen Wind mit. Das kann für uns inspirierend sein“, ist sich Simon Oppenberg sicher. Der Klinische Linguist arbeitet seit neun Jahren für die Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik und ist erster Ansprechpartner für die Praktikanten vor Ort.
Und was sagen die Patienten zu dem Zuwachs auf Station? „Die Patienten freuen sich in der Regel über die zusätzlich anberaumten Sprachtherapietermine mit den Praktikanten. Ansonsten ändert sich ja für sie nichts in ihrer Versorgung“, erklärt Oppenberg.









