(openPR) Die Arbeiten für das in der norddeutschen Hansestadt Lübeck entstehende Europäische Hansemuseum gehen planmäßig voran. Seit Anfang des Jahres sind vorbereitende Baumaßnahmen im Gang. Zur Zeit wird eine 70 Meter lange und 15 Meter tiefe Bohrpfahlwand gesetzt, um den Burghügel abzustützen, in den sich das geplante Museum im Norden der zum Weltkulturerbe erklärten Altstadtinsel schmiegen wird. Oberhalb des zukünftigen Europäischen Hansemuseums wird das ehemalige Burgkloster thronen, eine der bedeutendsten mittelalterlichen Klosteranlagen Norddeutschlands. Das historische Gebäude wird saniert und restauriert werden, und als bedeutendes Baudenkmal in das Europäische Hansemuseum einbezogen werden. „Für Norddeutschland ist das Bauen in solch einer steilen Hanglage eher ungewöhnlich“ erklärt Boris Kagelmann, Projektleiter für das Hansemuseum des beauftragten Architekturbüros Andreas Heller Architects & Designers. Bis zu 40 Grad Steigung und ein Höhenunterschied von bis zu elf Metern müssen berücksichtigt werden.
Als nächster Schritt untersuchen die Archäologen den Baugrund Schicht für Schicht nach bedeutenden und interessanten historischen Überresten. Die inhaltlichen Planer und Wissenschaftler des Museums erwarten mögliche archäologische Funde mit großer Spannung, denn diese könnten wichtige Indizien sowohl für die Stadtgeschichte als auch für die weiteren Forschungsarbeiten zum Hansemuseum liefern und unter Umständen als Ausstellungsstücke im späteren Museum verwendet werden. Was zu Tage kommen könnte ist noch völlig ungewiss, aber immerhin handelt es sich bei dem Standort um einen historisch ereignisreichen Ort. An der Stelle des Burgklosters stand im frühen 13. Jahrhundert eine Burg mit Palas, in der sich zeitweise der Dänenkönig Waldemar II. aufhielt. Ende der 1220er Jahre wurde die Burg zum Burgkloster der Dominikaner ausgebaut.
Unterdessen sind bereits seit Anfang letzaten Jahres die inhaltlichen Vorbereitungen zum Museum in vollem Gang. Ein internationales Team von Wissenschaftlern arbeitet an den Recherchen für die inhaltliche Konzeption des Museums. Neben allgemeinen Themen der Hanse wie Handel, das Leben der Kaufleute, das Leben in einer Hansestadt, werden auch die früheren Kontore Bergen, Brügge, London und Nowgorod, also die ausländischen Niederlassungen der Hansekaufleute, in die Forschung einbezogen. Sie stellen später im Hansemuseum einzelne Stationen dar, in denen die Besucher wichtige Meilensteine der Hansegeschichte miterleben können.
Mitte dieses Jahres soll mit dem Hochbau des Europäischen Hansemuseums begonnen werden. Ein Jahr später wird das Museumsareal mit Neubau und Burgkloster eröffnet werden. Auf rund 4.700 Quadratmetern Ausstellungsfläche können dann Besucher die Geschichte der einstigen Handelsmacht Hanse erleben, die Verbindung der Kaufmannschaft mit der Kirche nachvollziehen und herausfinden, was Hanse heute bedeutet.











